Stadt der Engel oder The Overcoat of Dr. Freud, 9 Audio-CDs - Wolf, Christa
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Christa Wolf 

Stadt der Engel oder The Overcoat of Dr. Freud, 9 Audio-CDs

Autorenlesung. 763 Min.

Regie: Ralf Ebel
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Stadt der Engel oder The Overcoat of Dr. Freud, 9 Audio-CDs

Lange wurde sie erwartet. Nun ist sie da, Christa Wolfs monumentale Rückschau: auf ihr Leben in den drei deutschen Staats- und Gesellschaftsformen, auf Brüche und Neuanfänge. Es ist ein Anschreiben gegen das Vergessen, begonnen zu einem Zeitpunkt, als ein Vergessen für die Autorin eine Wohltat gewesen wäre. Denn 1993 ergießt sich in Deutschland der Hass des Feuilletons über die vermeintliche Stasi-Zuträgerin Christa Wolf. Ein Aufenthalt in Los Angeles schafft ihr den überlebensnotwendigen Abstand. Und in der Annäherung an die Stadt nähert sie sich auch sich selbst. Eine berührende Identitätssuche und kraftvolle Lebensbejahung gelesen von der Autorin selbst.


Produktinformation

  • ISBN-10: 3862310086
  • Best.Nr.: 29750041
  • Laufzeit: 763 Min.
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 19.06.2010

Mein Schutzengel nimmt es mit jedem Raumschiff auf

Gerichtet? Gerettet! Christa Wolf erinnert sich in ihrem autobiographischen Buch an eine tiefe Krise. Aber dann entdeckt sie am Rand der westlichen Welt überraschend eine Hoffnung auf Erlösung.

Von Richard Kämmerlings

In Los Angeles schaute Christa Wolf gerne "Star Trek". In der Anfang der neunziger Jahre in Amerika ausgestrahlten Star-Trek-Serie "The Next Generation" gibt es eine Doppelfolge mit dem Titel "Wiedervereinigung". Darin geht es um komplizierte diplomatische Verhandlungen zwischen den Vulkaniern (Mister Spock!) und den verfeindeten Romulanern über die friedliche Vereinigung der beiden Planeten - offenbar sind die kulturellen Bande zwischen den Völkern stärker als vermutet. Captain Picard, der Kommandant der "Enterprise", entdeckt aber, dass es sich bei der ganzen Sache nur um ein Ablenkungsmanöver der Romulaner handelt, die eine Invasion planen und den Planeten unterwerfen wollen. Was als Wiedervereinigung daherkommt, soll in Wahrheit eine Eroberung sein.

"Abend für Abend", so erinnert sich Christa Wolf an ihren Aufenthalt in Los Angeles in den Jahren 1992 und 1993, …

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Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 19.06.2010

Ich habe Margarete vergessen
In ihrem Roman „Stadt der Engel“ unterwirft Christa Wolf ihre literarische Phantasie der Kontrolle durch Politik und Moral
Am 29. Januar 1993 schrieb Christa Wolf in Santa Monica, wo sie für mehrere Monate Gast der Getty-Stiftung war, einen Brief an den Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR, Joachim Gauck. Es ging darin um „den Umgang Ihrer Behörde mit den ihr anvertrauten Materialien“, speziell mit der Stasi-Akte über die Anwerbung Christa Wolfs als „IM“ (Inoffizieller Mitarbeiter) im März 1959 und die konspirativen Treffen sowie die wenigen Berichte, die sie bis 1962 geliefert hatte. Diese Akte hatte sie selbst im Mai 1992 einsehen können, und sie hatte nun, von Kalifornien aus, der deutschen Öffentlichkeit über die Existenz dieser Akte in einem Artikel Auskunft gegeben, der am 21. Januar 1993 in der Berliner Zeitung erschienen war.
Wie aber, so fragte sie nun Gauck, waren die Medien in Deutschland pünktlich zum Erscheinen ihres Artikels an Kopien dieser Akte gekommen, die sie doch selbst vollständig nicht hatte einsehen dürfen, warum hatte er sie, die …

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Perlentaucher-Notiz zur ZEIT-Rezension

"Gerechtigkeit für Christa Wolf!" fordert Jens Jessen nach beschwerlicher wie elektrisierender Lektüre dieses Buchs, das er als "Reise ans Ende der Tugend" und auch ans Ende der Selbstgerechtigkeit beschreibt. Zwar dauere es, schreibt Jessen, bis "Schwung in die Sache" kommt, aber dann beginne der "grandios bis zum Quälenden inszenierte Abstieg von den Eiseshöhen der sozialistischen Tugend". Den Rahmen bilde ein Aufenthalt der Autorin als Stipendiatin der Getty-Foundation just in jener Zeit, als ihre Stasi-Mitarbeit als junge Frau bekannt geworden war. Nach ersten Anflügen von Larmoyanz und Selbstgerechtigkeit werde die mit der Autorin so leicht verwechselbare Hauptfigur und Erzählerin unter der kalifornischen Sonne ganz nüchtern, demütig und weich. Durchwandert, wie man liest aber auch noch einmal das fatale 20. Jahrhundert. Mit literarischer Virtuosität und ungeheurem Sachverstand, der mühelos Zeitebenen wechseln, Identitäten und Selbstbilder miteinander verflechten könne, erschreibe sich Christa Wolf einen Teppich, auf dem sie schließlich den Kämpfen entkommen könne.

© Perlentaucher Medien GmbH

»Christa Wolf ist eine Meisterin der deutschen Sprache. Sie überrascht mit längst verschwundenen Wörtern, mit Wortschöpfungen, mit Satzkonstruktionen, die einen schwindelig machen, denen man aber trotzdem ohne Stocken und mit großer Freude an der Vielfältigkeit der Sprache folgen kann. Ich glaube, Stadt der Engel ist Christa Wolfs Offenbarung, vielleicht ihr Vermächtnis.«

»Christa Wolf ist eine Meisterin der deutschen Sprache. Sie überrascht mit längst verschwundenen Wörtern, mit Wortschöpfungen, mit Satzkonstruktionen, die einen schwindelig machen, denen man aber trotzdem ohne Stocken und mit großer Freude an der Vielfältigkeit der Sprache folgen kann. Ich glaube, Stadt der Engel ist Christa Wolfs Offenbarung, vielleicht ihr Vermächtnis.«

"Und herausgekommen ist dabei eine gigantische, facettenreiche Lebensbeichte, eingebettet in jenes Jahrhundert, das das Ihre war ... kunstvoll verwoben, kontrastreich gegliedert, unter wechselnder Beleuchtung angestrahlt bietet sich das Mosaik dar, das jetzt vor uns liegt. Ein Zeugnis von Triumph des ordnenden Geistes über das Chaos der Gefühle."<br />Tilman Krause Die Welt
Christa Wolf, geboren 1929 in Landsberg/Warthe (Gorzów Wielkopolski), lebte in Berlin und Woserin, Mecklenburg-Vorpommern. Ihr Werk wurde mit zahlreichen Preisen, darunter dem Georg-Büchner-Preis, dem Thomas Mann Preis und dem Uwe-Johnson-Preis, ausgezeichnet. Sie verstarb 2011 in Berlin.

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