Das Seerosen-Prinzip - Goeudevert, Daniel

Daniel Goeudevert 

Das Seerosen-Prinzip

Wie uns die Gier ruiniert

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Das Seerosen-Prinzip

Korruptionsskandale, die Finanzkrise und eine immer größere Kluft zwischen Arm und Reich haben das Vertrauen in die Führungskräfte der Wirtschaft stark erschüttert. Daniel Goeudevert, viele Jahre Spitzenmanager, zeigt, dass uns die Wirtschaft unserer Lebensgrundlagen beraubt, wenn sie weiterwuchern darf wie bisher.


Produktinformation

  • Verlag: Dumont Buchverlag
  • 2010
  • Aktualis. Ausg.
  • Ausstattung/Bilder: Aktualis. Ausg. 2010. 254 S.
  • Seitenzahl: 254
  • DuMont Taschenbücher Bd.6108
  • Deutsch
  • Abmessung: 191mm x 126mm x 23mm
  • Gewicht: 282g
  • ISBN-13: 9783832161088
  • ISBN-10: 3832161082
  • Best.Nr.: 27983073
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 11.10.2008

Zum Thema
Alles Illusion
Daniel Goeudevert: Das Seerosen-Prinzip – Wie uns die Gier ruiniert. Dumont Verlag 2008, 220 Seiten, 19,90 Euro.
Der ehemalige Automanager Geudevert entlarvt generell die Vorstellung von einer rational agierenden Ökonomie als gefährliche Illusion.
Wenig Mittel, große Wirkung
Jay Conrad Levinson: Guerilla Marketing des 21. Jahrhunderts. Clever werben mit jedem Budget. Campus Verlag, Frankfurt/New York 2008, 439 Seiten, 39,90 Euro.
Erfolgreich werben kann man mit jedem Budget, sagt der Erfinder des GuerillaMarketing, Jay Levinson. Sein Ziel: Mit kleinem Mitteleinsatz große Wirkung erzeugen.
SZdigital: Alle Rechte vorbehalten - Süddeutsche Zeitung GmbH, München
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Perlentaucher-Notiz zur Sueddeutsche Zeitung-Rezension

Hans Leyendecker ist ganz einig mit dem Autor: Im "Seerosen-Prinzip" beklage er die Gier der Managerzunft, die jede Bodenhaftung und jeden Realitätsbezug verloren hätten. Er tut das nicht zum ersten Mal, merkt Leyendecker an, meint dies aber lobend: Denn schon in seiner Biografie "Wie ein Vogel in einem Aquarium" habe Goeudevert diese Tendenzen beschrieben, damals aber noch als Rufer in der Wüste. Leyendecker stellt Goeudevert in eine Reihe mit moralischen Autoritäten wie Heiner Geißler, Erhart Eppler und Norbert Blüm.

© Perlentaucher Medien GmbH

Bereits während seiner Zeit als Topmanager in global operierenden Automobilkonzernen hat sich Daniel Goeudevert einen Namen als kreativer Kopf gemacht. Diesem Ruf bleibt er auch als Buchautor, nach seinem Rückzug aus den Vorstandsetagen, treu. Mit Das Seerosen-Prinzip legt er eine Bestandsaufnahme der weltwirtschaftlichen Situation unter besonderer Berücksichtigung moralischer Kriterien vor. Inhaltlich hat Goeudevert nicht allzu viel Neues mitzuteilen. Das wäre auch erstaunlich, ignoriert er doch von den „Heuschrecken“ über den neuen Staatskapitalismus chinesischer Prägung bis hin zur Leistungslüge kaum ein Trendthema. Was das Werk des einstigen Topmanagers dennoch über weite Strecken lesenswert macht, ist die Lebenserfahrung, die ihn zu seinen Erkenntnissen geführt hat. Entsprechend dem enormen Spektrum, das der Autor aufspannt, empfiehlt getAbstract das Buch allen, die sich für Fragen der Wirtschaftsethik interessieren.
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Daniel Goeudevert, geboren 1942 in Reims, galt als "Paradiesvogel" unter den Topmanagern. Er studierte Literaturwissenschaft an der Pariser Sorbonne, bevor er Autoverkäufer wurde und ihm eine märchenhafte Karriere widerfuhr. Generaldirektor von Citroen Schweiz, Vorstandsvorsitzender bei Citroen Deutschland, Vorstandsvorsitzender bei Renault Deutschland, Vorstandsvorsitzender der deutschen Ford-Werke und dann Mitglied des Konzernvorstands von VW.
Nach dem Ausscheiden aus dem Management widmete er sich dem Aufbau einer europäischen Managerschule in Dortmund; er war Vizepräsident von Green Cross International und ist heute unter anderem Berater des Generaldirektors der UNESCO.

Leseprobe zu "Das Seerosen-Prinzip" von Daniel Goeudevert

"Die gemeine Seerose (Nymphaea maligna comunalis) ist eine erdachte Unterart aus der Familie der Seerosengewächse (Nymphaeaceae), ein mehrjähriger, krautiger Oberflächenwucherer, der in modernen, schnelllebigen Gesellschaften immer größere Verbreitung findet. Zum einen gilt die Seerose als Meister der Selbstinszenierung, weil alle Voraussetzungen ihrer Schönheit unter Wasser verborgen bleiben. Zum anderen enthalten ihre Blüten eine berauschende Substanz namens Nuciferin, nach deren angstlösender, antiseptischer, beruhigender und stimmungsaufhellender Wirkung der Bedarf ebenso steigt wie nach einer aus getrockneten Seerosensamen hergestellten Seife, die wegen ihrer schuldabwaschenden Reinigungskraft vor allem bei Managern, Bankern und Politikern sehr begehrt ist.
Von der Antike bis zur Neuzeit galt die Seerose als Symbol für Unschuld, Reinheit und Keuschheit; die triebdrosselnde Wirkung der Seerosensamen half Mönchen und Nonnen, ihr Keuschheitsgelübde einzuhalten. Allerdings gab es auch weltliche Mahner, die in der Pflanze einen"Vernichter der Liebe"sahen. Und auch die moderne Wertschätzung der Seerose als Vorbild der Selbstdarstellung bleibt ambivalent. Ihre wohlriechenden Blüten mit den spiralförmig angeordneten Kronblättern decken zwar einen wunderschönen Mantel des Vergessens über alles Darunterliegende - über Grund und Tiefe, Motive und Absichten; Botaniker weisen aber zu Recht darauf hin, dass die Seerose ein Starkzehrer ist und ihrem Untergrund so viel Nährstoffe entzieht, dass sie ihren eigenen Lebensraum zu zerstören droht.

DIE WETTERWETTE. EIN VORWORT

Viel Zeit wird gewonnen,
wenn man ein Problem zu Ende denkt.
Alfred Herrhausen

Anfang Mai in der Provence. Vorsommer. Licht und Wärme. Die milde, würzige Luft schmeichelt allen Poren. Blühende Landschaften entfachen ein Fest aus Farben und Düften und machen den Winter vergessen. Es ist, als ob plötzlich alles zurück ins Leben drängt. Eine kleine Orgie des Seins.
Wann immer ich es einrichten kann, verbringe ich den Mai in der Provence. Das ist für mich die schönste Zeit in Südfrankreich. Oder sollte ich inzwischen die Vergangenheitsform wählen?"Das war dort einmal die schönste Zeit!"Denn in diesem wie schon im vergangenen Jahr war alles ganz anders. Über Wochen wurde das südwestliche Europa von einer nicht endenden Kette atlantischer Tiefausläufer heimgesucht. Es war nass und es war kalt. Von Vorsommer, milder Luft und blühenden Landschaften keine Spur - während der Norden und Osten des Kontinents über ungewöhnliche Trockenheit klagten und einen Hitzerekord nach dem nächsten vermeldeten.
Das Wetter. Ein unerschöpfliches Thema. Tatsächlich bin ich gar nicht sicher, ob ich nicht auch früher schon ähnlich verregnete Maitage in der Provence erlebt habe. Gut möglich. Erinnerung neigt zu Retuschen. Dem letzt- und dem diesjährigen Mai allerdings haftete dennoch etwas Endgültiges an. Mit der Verlässlichkeit stabiler Wetterlagen scheint es vorbei zu sein. Wir befinden uns mitten im Klimawandel.
Höchstwahrscheinlich. Der eine oder andere Experte pflegt ja bekanntlich weiterhin seine wissenschaftlichen Zweifel, ob Erderwärmung und Wetterextreme wirklich durch menschlichen Einfluss verursacht sind. Das Klima sei viel zu komplex und ließe sich nicht auf einfache Kausalitäten reduzieren. Zwar gebe es eine augenfällige Korrelation zwischen der Kohlendioxid-Anreicherung in der Atmosphäre und steigenden Temperaturen..."

Kundenbewertungen zu "Das Seerosen-Prinzip" von "Daniel Goeudevert"

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Bewertung von Jost aus Ennetbürgen am 11.12.2008 ***** ausgezeichnet
Tolles Buch das zum Denken anregt. Ein ehemaliger Manager (Ford, VW usw.)
kritisiert die Gier der «modernen» Unternehmen. Das Buch ist ein Muss für alle Manager und «Finanzkrisengeschädigten».

Diese Bewertung bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundenes Buch

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