Insel der Traumpfade - McKinley, Tamara

Tamara McKinley 

Insel der Traumpfade

Roman

Aus d. austral. Engl. v. Marion Balkenhol
Broschiertes Buch
 
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Insel der Traumpfade

Lowitja fuhr aus dem Schlaf auf und zog instinktiv ihren kleinen Enkel näher zu sich. Irgendetwas war in ihre Träume eingedrungen, und als sie die Augen aufschlug, vernahm sie den klagenden Schrei eines Brachvogels. Es war der Ruf der Totengeister der quälende Ton gepeinigter Seelen, eine Warnung vor Gefahr. Lowitjas Ahnungen trügen nicht: Weiße Siedler und Abenteurer bedrohen die Welt der australischen Ureinwohner, und für alle beginnt ein harter Kampf um das Glück und das Überleben.


Produktinformation

  • Verlag: Bastei Lübbe
  • 2010
  • Ausstattung/Bilder: 2010. 477 S.
  • Seitenzahl: 480
  • Bastei Lübbe Taschenbücher Nr.16422
  • Deutsch
  • Abmessung: 189mm x 126mm x 32mm
  • Gewicht: 400g
  • ISBN-13: 9783404164226
  • ISBN-10: 3404164229
  • Best.Nr.: 27922659

Leseprobe zu "Insel der Traumpfade" von Tamara McKinley

"Zwanzig (S. 441-442)

Im Busch, August 1810

An diesem frischen, hellen Morgen drangen einzelne Sonnenstrahlen durch die Überreste des nächtlichen Nebels bis auf den Boden des Busches. Die Luft war erfüllt vom Gesang der Vögel, während die Reiter ihren Weg zwischen den Bäumen hindurch suchten. Edward bemerkte den mangelnden Eifer seiner beiden älteren Söhne, und die vertraute Ungeduld überkam ihn. »Bummelt nicht so«, rief er. »Bei dem Tempo ist unsere Beute längst verschwunden, bis wir ankommen.« Harry und Charles tauschten vielsagende Blicke und trieben ihre Ponys zum Trab an. »Können wir die Kängurus nicht einfach nur beobachten, Papa?«, fragte Charles, sobald sie ihn eingeholt hatten. »Ich mag sie nicht töten, wenn sie Junge im Beutel haben.«

Edward schnaubte. »Sie sind Schädlinge.« Er griff nach der Feldflasche, die er immer an seinem Gürtel bei sich trug, und trank. »Sie zu töten ist das einzig Richtige.« Er sah den Ekel auf Charles’ Gesicht, und trotz seiner besten Absichten, sich heute nichts anmerken zu lassen, überfiel ihn sein alter Zorn. »Die Felle bringen das Geld ein, das dir Nahrung und Wohlstand sichert – und ich habe nicht den Eindruck, dass du über beides auch die Nase rümpfst.« Charles errötete, und Harrys Augen blitzten vor Wut auf, doch er hielt den Mund – vielleicht, weil er wusste, dass eine Entgegnung die schlechte Laune seines Vater kaum bessern würde. Edward hatte einen Kater, sein Kopf dröhnte, und das helle Sonnenlicht stach ihm in den Augen.

Charles war fast dreizehn, seine schlaksige Figur bekam feste Umrisse, die erste Spur goldenen Flaums zeigte sich bereits über der Oberlippe. Er war ein gut aussehender Junge, das musste er zugeben, und er wünschte, er könnte ihm ein bisschen Zuneigung entgegenbringen, doch mit seinem zarten Knochenbau, den blauen Augen und den langen Wimpern glich er zu sehr seiner Mutter, und seine Vorliebe für Schulbücher und seine Empfindsamkeit brachten Edward zur Weißglut. Stolz erfüllte ihn, wenn er sah, wie furchtlos und stark Harry im Vergleich zu seinem Bruder war. Mit elf Jahren war Harry genau so, wie er sich einen Sohn wünschte, und er sah bereits Ansätze des Mannes, der einmal aus ihm würde; der Junge erinnerte Edward an sich selbst, als er in dem Alter war.

So wie Oliver trug er nicht das Muttermal der Cadwalladers – das hatte nur jeweils einer in jeder Generation –, aber er war ein echter Spross dieser Adelsfamilie, angefangen von seinem dunklen Haar, den dunklen Augen bis hin zu seiner aristokratischen Nase. Edward war empört, dass nicht Harry den Titel erben und in seine Fußstapfen treten würde. Er trank noch einen Schluck aus der silbernen Feldflasche in der Hoffnung, die heftigen Kopfschmerzen zu lindern. Er hatte sich auf diesen Ausflug gefreut, hatte ihn tagelang im Voraus geplant, und er hoffte, dass er ihn seinem ältesten Sohn näherbringen würde.

Denn obwohl er nicht oft auf Eloise hörte, hatte sie ihn allmählich zu der Einsicht gebracht, dass seine Beziehung zu Charles dem Verhältnis glich, das er zu seinem Vater gehabt hatte. Dennoch hatte er den Eindruck, dass er Charles gegenüber immer versagen würde, so sehr er sich auch bemühte. Er bedauerte zutiefst, dass Oliver an diesem Morgen nicht mitgekommen war. Der Neunjährige war mit Masern ans Haus gefesselt, und Eloise hatte sich geweigert, ihn nach draußen zu lassen, solange noch Flecken zu sehen waren. Es war verdammt ärgerlich – wäre der Junge dabei gewesen, hätte der Ausflug schon von vornherein erfreulicher sein können, denn Oliver war ein guter Schütze und seine Begeisterung für die Jagd hätte vielleicht ein wenig mehr Eifer bei den anderen geweckt. Edward hielt sich am Sattelknauf fest, da alles vor seinen Augen verschwamm."

Kundenbewertungen zu "Insel der Traumpfade" von "Tamara McKinley"

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Bewertung von Insel aus Wyk auf Föhr am 21.05.2011 ***** sehr gut
Ein sehr unterhaltsames Buch,es wird die Besiedlung Australiens durch die Engländer beschrieben und es es ist auch eine zunächst unglückliche liebesgeschichte dabei. Die Ureinwohner werden auch sehr gut beschrieben, mit ihrer Religion , Traditionund fast Ausrottung Ich habe dieses Buch sehr gerne gelesen.
Klappentext:
Lowitja fuhr aus dem Schlaf auf undzog instinktiv ihren kleinen Enkel näher ansich. Irendetwas war in ihre Täume eingedrungen, und als sie die Augen aufschlug, vernahm sie den klagenden Schrei eines Brachvogels. Es war der Ruf der Totengeister- der qälende Ton gepeinigter Seelen, eine wahrnung vor Gefahr

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