Von der Kohlekrise zum Strukturwandel. Katalog zur Ausstellung im LWL-Industriemuseum, Zeche Hannover in Bochum, 3.7. - 30.10.2011. Hrsg.: LWL-Industriemuseum / Westfälisches Museum für Industriekultur
Im Frühjahr 1958 bahnte sich die erste große Kohlekrise im
Ruhrgebiet an: Zehntausende von Bergleuten wurden zu unbezahlten
Feierschichten nach Hause geschickt, die ersten Zechen wurden
stillgelegt. Damit begann im Ruhrgebiet der langsame Abschied von
Kohle, Eisen und Stahl, begleitet von einem Prozess des umfassenden
Wandels, der bis heute andauert.
Die Stadt Bochum steht beispielhaft für den Strukturwandel. Die
Ansiedlung der Graetz-Fernsehwerke, des Automobilherstellers Opel
und der Ruhr-Universität in den 1960er-Jahren zeigen die frühen
Bemühungen um einen strukturellen Wandel. In diese Zeit fällt auch
die gezielte Anwerbung von Zuwanderern aus dem Ausland, deren
Arbeitskraft im Ruhrgebiet benötigt wurde.
Heute ist die Wirtschaftsstruktur des Reviers vielfältig. Chemie,
Gesundheit, Logistik, Energie, neue Technologien und
Kreativwirtschaft prägen die Region. Industriekultur und
Industrienatur tragen wesentlich zum neuen Bild des Ruhrgebiets
bei.
Die wissenschaftlichen Beiträge des Ausstellungskatalogs zeigen
Verlauf und Ursache der Kohlekrise, skizzieren die Etappen des
Strukturwandels am Beispiel der Stadt Bochum und fragen nach den
Reaktionen der Menschen in der Region.