Schaut man auf die europäische Geistesgeschichte, dann zeigt sich
schnell: Das Schöne ist heilsam - es ist das Antidepressivum und
Weckamin des Seins. Eine Sozialästhetik als Wissenschaft des
Schönen in den zwischenmenschlichen Beziehungen kann somit ein
Wissen zur Verfügung stellen, das in die medizinische Praxis
Eingang findet.
Themen, die es hier wissenschaftlich zu bearbeiten und klinisch
umzusetzen gilt, sind z.B. die Kultivierung von Patientenkontakten
und -interaktionen, die Dekonstruktion von Interaktionsgrenzen, das
Schaffen von angstfreien und gesundheitsfördernden Atmosphären, das
Einführen von Humanität in leere Patientenrituale, die Eleganz der
Diagnostik, die Attraktivität von Behandlungsformen, die
Sensibilisierung für Wahrnehmungen und Erfahrungen des Schönen und
das Eröffnen von ästhetischen Zukunftsperspektiven. Der Band
versammelt grundlegende Texte zu einer solchen neuen Ästhetik in
der Medizin
Martin Poltrum, Dr. phil., Philosoph und Psychotherapeut (Existenzanalyse und Logotherapie). Offene Jugendarbeit Leitung des Jugendhauses Graf Hugo (Feldkirch), Arbeit als Kunstvermittler (Palais Lichtenstein, Wiener Secession), Tätigkeit als Journalist (Wiener Zeitung, Der Standard). Aktuelle Arbeitsbereiche: Psychotherapeut und Leiter der Task Force Medical Humanities am Anton-Proksch Institut, Therapiezentrum für Alkohol-, Drogen- und Medikamentanabhängigkeit, Fachredakteuer der Wiener Zeitschrift für Suchtforschung, seit 2003 als freier Philosoph tätig, Dozent für philosophische Ästhetik und Kunsttheorie an der Wiener-Kunst-Schule, Gründungsmitglied der Gesellschaft für Angewandte Philosophie, Mitglied der Österreichischen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie (Sektion Philosophie in der Psychiatrie), Generalsekretär der European Society of Aesthetics and Medicine. Buchveröffentlichung: Schönheit und Sein bei Heidegger, Wien 2005.
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