Dieser Band enthält Aufsätze über Dichter, Maler und Denker - von
Goethe und Hölderlin über Brentano, Mörike und Trakl bis zu van
Gogh und Heidegger - sowie kunsttheoretische und kulturkritische
Arbeiten. Die Beiträge sind, bei vielfältiger Thematik, durch eine
gemeinsame Grundfrage eng miteinander verbunden: Sie stellen wieder
die lange vernachlässigte, aber entscheidende Frage, was Dichtung
und Kunst in ihrem Wesen sind und was sie für den Menschen leisten.
Grundlegend ist dabei Hölderlins Einsicht, daß der Dichter
"die Welt im verringerten Maßstab darstellt". Diese
"Welt" zeigt sich als der unausschöpfbare Wesensraum des
Menschen, für dessen Erkenntnis verengende Methoden wie etwa die
psychologische oder soziologische unangemessen bleiben. Das
Erscheinen der menschlichen "Welt" im Kunstwerk ist vor
allem dem Stil zu verdanken: Er ermöglicht es, daß
,Welterfahrung' sich als 'Kunstgestalt' verkörpern
kann. Sein Wesen wird im vorliegenden Band grundlegend erörtert.
Die Aufsätze wenden sich an eine breitere Öffentlichkeit. Ihre
Sprache ist frei vom Fachjargon und gut lesbar. Sie setzen sich
kritisch mit der derzeitigen Gesellschaft und ihrem
Kunstverständnis auseinander und sind ein aktueller, zum Überprüfen
eigener Positionen einladender Beitrag zur gegenwärtigen, höchst
kontroversen Diskussion über Dichtung, Kunst und Kultur.
Detlev Lüders, geb. 1929, Dr. phil., ehem. Direktor des Freien Deutschen Hochstifts - Frankfurter Goethe-Museums. Zahlreiche Veröffentlichungen. Umfangreiche Herausgebertätigkeit. Weiteres Arbeitsgebiet: Malerei.
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