Alle hier versammelten Texte eröffnen eigene Zugänge zur
Kommunikation im und mit dem Medium Kunst. Wenn man Kommunikation
heute als große Unbekannte gegenwärtigen Handelns betrachtet, dann
rücken immer stärker auch scheinbar nichtkünstlerische Vorgaben in
den Mittelpunkt. Themen und Strukturen der hier vorgelegten Essays
sind Erwartung und Entwertung, Risiko und Rekursion, Fiktion und
Funktion, Unterscheidung und Beobachtung, Form und Formulierung und
nicht zuletzt Gnade, Glück und Intuition.
"Zeitgenössisch arbeiten heißt, seine eigenen Beobachtungen zu
testen. Beobachtungen verändern Maßstäbe. Maßstäbe setzen Grenzen,
die Kommunikation verhindern und provozieren. Wo früher Kunst war,
ist heute Veränderung. Und wo Veränderung in Permanenz regiert,
bleibt Zukunft auch nicht mehr das, was es auch früher nie war -
ein Paradies auf Erden." (Michael Kröger)
Das Medium Kunst ist heute ein Format, das zwischen Neuheit und
Unterscheidbarkeit keinen Unterschied macht. Wie andere Medien
eröffnet auch Kunst eröffnet mehr Optionen, als man gerade noch
realisiert. Je eher ein Medium mit seiner Überschreitung
experimentiert, desto tiefer und variationsreicher entfaltet es
Möglichkeiten, sich selbst zu begegnen. Je genauer ein Werk
formuliert, wie es sich im historischen Raum und der historischen
Zeit entfaltet, desto offener und ungewisser operiert dabei das
Medium - ob man diesem nun einen Kunststatus zuerkennen möchte oder
nicht.
Mit und womöglich gegen Kunst denken zu lernen, heißt heute nach
farbigen Übergängen Ausschau zu halten und die impliziten
Beobachtungen des Ungedachten ins Gespräch zu bringen - eine
funktionale mit einer autonomen, sich selbst erweiternden Weise zu
kombinieren. Das Wesentliche steht nicht im Text, sondern entsteht
dazwischen - zwischen dem Kontext und seiner aktuellen Form der
Explizitmachung.
Die hier vorgelegten Texte entstanden zwischen 2000 und 2009 zum
größten Teil im Kontext der Tätigkeit des Autors als
wissenschaftlicher Kurator am MARTa Herford. Der Autor fühlt sich
dabei den Überraschungsräumen Peter Sloterdijks und
Unterscheidungskünsten des Soziologen Niklas Luhmann ebenso
verbunden wie den Denkanstößen und der intuitiven Hellsichtigkeit
des ersten Direktors des MARTa Herford, Jan Hoet.
Sitemap: 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11 | 12 | 13 | 14 | 15 | 16 | 17 | 18 | 19 | 20