Böse Philosophen - Blom, Philipp
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Philipp Blom 

Böse Philosophen

Ein Salon in Paris und das vergessene Erbe der Aufklärung

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Böse Philosophen

Paris, wenige Jahre vor Ausbruch der Revolution: Im Salon des Barons d'Holbach treffen sich regelmäßig die besten Köpfe Europas. Denis Diderot, David Hume, Laurence Sterne, Jean-Jacques Rousseau und viele andere Denker des 18. Jahrhunderts streiten um eine zeitgemäße Philosophie, die die Religion hinter sich lässt und allein auf die Kraft des Verstandes setzt, aber auch den Leidenschaften angemessenen Platz einräumt. Philipp Blom erzählt ein Kapitel europäischer Geschichte und bringt die radikale Variante der Aufklärung wieder in Erinnerung, die eine Idee von einer wirklich menschlichen Gesellschaft hatte. Ein historisches Meisterstück und philosophisches Plädoyer zugleich.


Produktinformation

  • Verlag: Hanser
  • 2011
  • Ausstattung/Bilder: 2011. 400 S. m. Abb.
  • Seitenzahl: 400
  • Best.Nr. des Verlages: 505/23648
  • Deutsch
  • Abmessung: 218mm x 152mm x 39mm
  • Gewicht: 675g
  • ISBN-13: 9783446236486
  • ISBN-10: 3446236481
  • Best.Nr.: 32519288
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 13.03.2011

Der lange Schatten der bösen Philosophen

Materialismus oder Metaphysik? Warum der Streit zwischen Diderot und Rousseau bis heute nicht entschieden ist

Von Philipp Blom

Die Geschichte, um die es hier geht, lässt sich anhand der Grabstätten ihrer Protagonisten erzählen, zweier Männer, die einmal unzertrennliche Freunde waren. Denis Diderot (1713-1787) ist heute bekannt als Herausgeber der "Encyclopédie" und Autor einiger unterhaltsamer Romane. Sein Grab ist anonym, seine Knochen verstreut irgendwo im Ossuarium der Église Saint-Roch, unweit des Louvre. Kaum zwei Kilometer weit weg, im Panthéon, liegen die Gebeine von Jean-Jacques Rousseau (1712-1778), aufgebahrt in einem Katafalk, neben denen von Voltaire. Rousseau gilt noch heute als genialer Philosoph, Touristen lassen sich vor seinem Grab fotografieren.

Kein Zweifel, welcher der beiden Denker den Wettstreit um die postume Reputation gewonnen hat. Wir alle und unsere Gesellschaften sind philosophische Kinder von Rousseau, ob wir es wissen oder nicht - dafür sorgte schon der Erzrevolutionär Maximilien Robespierre, als er den Genfer zum Propheten und Lehrmeister der neuen Republik …

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Perlentaucher-Notiz zur NZZ-Rezension

Rezensent Ludger Lütkehaus ist voll des Lobes über Philipp Bloms Darstellung der sogenannten "radikalen Aufklärung", die im Pariser Salon des deutschstämmigen Baron d'Holbach ihr intellektuelles Zentrum hatte. Wunderbare Lektüre, meint der Rezensent, geringe Schwächen übersieht er gerne angesichts der "Verve" und des "Perspektivenreichtums", zu dem der Wiener Historiker Blom auflaufe. "Böse", wie es der Titel will, waren seinerzeit die bei d'Holbach einkehrenden Philosophen, allen voran Diderot, natürlich nicht, teilt Lütkehaus mit. Vielmehr handelt es sich um Vertreter eines "intellektuellen Hedonismus", die die verdrießliche christliche Glaubenslehre zugunsten einer umfassenden Lebensbejahung und Selbstbestimmung über Bord warfen. Blom bringt D'Holbach und seine illustren Stammgäste vor allem gegen Rousseau und Voltaire in Stellung, so Lütkehaus. Dass schließlich gewisse asoziale Charakterzüge der Letztgenannten, die Paranoia Rousseaus und die Skrupellosigkeit Voltaires, hier mit der Großzügigkeit und Gastlichkeit d'Holbachs scharf kontrastierten, hält der Rezensent für eine erhellende Pointe des Buches.

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 31.05.2011

Sachbücher des
Monats Juni
Empfohlen werden nach einer monatlich erstellten Rangliste Bücher der Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaften sowie angrenzender Gebiete.
1. HANS CHRISTOPH BUCH: Apokalypse Afrika, oder Schiffbruch mit Zuschauern. Eichborn Verlag (Die Andere Bibliothek), 256 Seiten, 29 Euro.
2. AVISHAI MARGALIT: Über Kompromisse – und faule Kompromisse. Aus dem Englischen von Michael Bischoff, Suhrkamp Verlag, 252 Seiten, 22,90 Euro.
3. TERRY EAGLETON: Das Böse. Aus dem Englischen von Hainer Kober, Ullstein Verlag, 208 Seiten, 18 Euro.
4. PHILIPP BLOM: Böse Philosophen. Ein Salon in Paris und das vergessene Erbe der Aufklärung. Carl Hanser Verlag, 400 Seiten, 24,90 Euro.
5. FRANK BÖCKELMANN: Risiko, also bin ich. Von Lust und Last des selbstbestimmten Lebens. Galiani Verlag, 302 Seiten, 19,95 Euro.
6. PAUL COLLIER: Der hungrige Planet. Wie können wir Wohlstand mehren, ohne die Erde auszuplündern. Übersetzt von Martin Richter. Siedler Verlag, 272 Seiten, 22,99 Euro.
7. - 8. RAHEL LEVIN VARNHAGEN: Ein Buch des Andenkens. Herausgegeben von Barbara Hahn. Wallstein Verlag, 6 Bände, zusammen 3070 Seiten, 69 …

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"Wenn es eine Unsterblichkeit gibt, schrieb Diderot in seinem diesbezüglichen Enzyklopädie-Artikel, dann nur im Gedächtnis der Menschen, die sich an das Leben und Werk der Toten erinnern. Dazu hat Philipp Blom auf eine Weise beigetragen, über die sich die radikalen Aufklärer gefreut hätten. Mit seiner emphatischen Erzählung hat er sie aus der Krypta des Vergessens geholt und für uns lebendig werden lassen." Manfred Geier, Süddeutsche Zeitung, 14.03.11 "Das schöne Buch bietet em Leser durchweg Erkenntnisgewinn und zugleich Leselust...". Lutger Lütkehaus, Neue Zürcher Zeitung, 29.07.11 "Philipp Blom zeichnet ein faszinierendes Porträt des vorrevolutionären Paris. ... Leichtfüßig und doch präzise verschränkt er individuelle Lebensläufe mit den drängenden zeitgenössischen Strömungen. ... Ein engagiertes Plädoyer - und eine äußerst spannende Lektüre." Michael Freund, Der Standard, 07.05.11 "Ein lesenswertes Buch, das sich das "vergessene Erbe der Aufklärung" zur Herzensangelegenheit macht - ebenso brillant wie unterhaltsam." Ludger Lütkehaus, Neue Zürcher Zeitung, 29.06.11 "Eine große Geschichtserzählung auf der Basis penibler Recherche, die Leser von der ersten bis zu letzten Seite fesselt." Hellmut Butterweck, Wiener Zeitung.01.07.11 "Detailreich, anregend." Adolf Holl, Die Presse, 09.07.11.

»Philipp Blom rehabilitiert die "bösen Philosophen" der Aufklärung. ... Ein ebenso gelehrtes wie amüsantes Buch. ... Die philosophischen Fragen, um die damals gerungen wurde, breitet Blom mit leichter Hand vor uns aus. Reichlich eingestreute Anekdoten sorgen dafür, dass wir auch in den theorielastigen Passagen nicht die Geduld verlieren.« Jörg von Uthmann, Die Welt 12.03.2011
Philipp Blom , geboren 1970 in Hamburg, studierte Philosophie, Geschichte und Judaistik in Wien und Oxford. Er lebt heute als Schriftsteller und Historiker in Wien und schreibt regelmäßig für europäische und amerikanische Zeitschriften und Zeitungen.

Leseprobe zu "Böse Philosophen"

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