Hawkings neues Universum - Vaas, Rüdiger

Rüdiger Vaas 

Hawkings neues Universum

Wie es zum Urknall kam

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Hawkings neues Universum

Die Entwicklung des Universums seit dem Big Bang vor 13,7 Milliarden Jahren haben Wissenschaftler gründlich erforscht. Doch jetzt wollen die Physiker die letzte Grenze der Erkenntnis überwinden, an ihrer Spitze Stephen Hawking: Haben Raum, Zeit, Materie und Energie einen Anfang oder sind sie ewig? Der Wissenschaftsjournalist Rüdiger Vaas traf Stephen Hawking persönlich, verfolgt seit Jahren seine Forschungen und berichtet spannend und allgemeinverständlich von den neuesten Theorien und Fragestellungen des berühmtesten Kosmologen unserer Zeit.

Wissenschaftsjournalist Rüdiger Vaas verfolgt die Forschungen von Stephen Hawking seit Jahren, hat ihn mehrfach getroffen und berichtet spannend und vor allem allgemeinverständlich von den neuesten Theorien und Fragestellungen des wohl berühmtesten Kosmologen: Wie ist das Universum entstanden? Wer oder was hat das als "Urknall" beschriebene Mysterium vor rund 14 Milliarden Jahren ausgelöst? Die Entstehung der Welt kurz nach dem "Big Bang" ist bereits gründlich erforscht worden - jetzt aber wollen Stephen Hawking & Co. auch diese letzte Grenze der menschlichen Erkenntnis sprengen. Haben Raum, Zeit, Materie und Energie einen Anfang oder sind sie ewig? Und ist es überhaupt sinnvoll zu fragen, was vor dem Urknall geschah? Der berühmteste Wissenschaftler unserer Zeit geht der Frage nach, wie es zum Urknall kam, warum das Weltall so beschaffen ist, wie wir es heute beobachten, und ob noch weitere Universen und verborgene Dimensionen existieren.


Produktinformation

  • Verlag: Piper
  • 2010
  • Ausstattung/Bilder: 2010. 335 S. m. Abb.
  • Seitenzahl: 335
  • Serie Piper Bd.5799
  • Deutsch
  • Abmessung: 191mm x 121mm x 22mm
  • Gewicht: 277g
  • ISBN-13: 9783492257992
  • ISBN-10: 3492257992
  • Best.Nr.: 28022994
"Mit viel Geschick und anschaulichen Bildern bringt Vaas dem Leser die schwierige Materie nahe. Er erklärt die Theorien der ewigen und chaotischen Inflation, geht der Frage nach, ob es ein Universum vor dem Urknall gab, und schildert die Diskussion der Wissenschaftler darüber, warum die Zeit nur in eine Richtung verläuft." (bild der wissenschaft)<br/><br/>"Dem Autor gelingt es auf eine allgemein verständliche Wiese, den Leser in dieses komplexe Gebiet einzuführen." (Fachbuchjournal)

»Mit viel Geschick und anschaulichen Bildern bringt Rüdiger Vaas dem Leser die schwierige Materie nahe. Er erklärt die Theorien der ewigen und chaotischen Inflation, geht der Frage nach, ob es ein Universum vor dem Urknall gab, und schildert die Diskussion der Wissenschaftler darüber, warum die Zeit nur in eine Richtung verläuft.« bild der wissenschaft . »Dem Autor gelingt es auf eine allgemein verständliche Wiese, den Leser in dieses komplexe Gebiet einzuführen.« Fachbuchjournal . »Vaas gelingt ein wunderbares Doppelporträt: Das Universum und sein Chefinterpret Stephen Hawking erleuchten einander. Vaas dolmetscht dazu aus dem Kosmologisch-Naturwissenschaftlichen ins populärwissenschaftliche Deutsch, und er tut dies kenntnisreich, umsichtig und mit beeindruckendem erzählerischen Geschick. Denn beide, der Kosmos wie sein Erforscher, haben eine Biografie, eine Lebensgeschichte. Und Geschichten wollen erzählt werden ... Das Universum, wie Hawking und seine Kolleginnen und Kollegen es wahrnehmen, ist ein unvergleichliches Abenteuer - Vaas hat es ebenso klug wie spannend nacherzählt.« Hartmut Kasper, PERRY RHODAN . »Wer ... wissen will, ob Zeit tatsächlich immer nur in eine Richtung verlaufen kann, was es mit chaotischer Inflation und der sogenannten Anfangssingularität auf sich hat, dem sei für beispielsweise regnerische Herbstabende dieses Werk wärmstens empfohlen.« Sirius

"Vaas gelingt es, dem Leser komplexe Themen (...) in einer sehr verständlichen Sprache nahezubringen." (Verkehrsrundschau, 23.1.2009)
Rüdiger Vaas ist Wissenschaftsreporter, Astronomie- und Physik-Redakteur bei der populären Monatszeitschrift "bild der wissenschaft" und ein versierter Kenner der modernen Kosmologie.

Blick ins Buch "Hawkings neues Universum"


Leseprobe zu "Hawkings neues Universum" von Rüdiger Vaas

Das Zündholz des Urknalls (S. 142-143)

Die Ewige Inflation gehört zu den faszinierendsten und verstörendsten Szenarien der modernen Kosmologie. Die Fülle der Universen, die sie erzeugt, beunruhigt viele Kosmologen. Manche sehen darin sogar eine Gefahr für die Wissenschaft, da eine Vielzahl von Universen die Vorhersage- und Erklärungskraft sowie Überprüfbarkeit der Theorien unterlaufen könnte. Auch Stephen Hawking ist kein Freund der Ewigen Inflation.

Doch weder er noch irgendjemand anders hatte bislang eine überzeugende Idee, die sehr allgemeinen Argumente dafür zu unterlaufen – also einen Mechanismus zu finden, der verhindert, dass die Inflation immer irgendwo weitergeht. Vielmehr hat es den Anschein, dass man die Kröte dieser unaufhörlichen Reproduktion der Universen schlucken muss, wenn man die Vorteile behalten will, die das Szenario der Kosmischen Inflation zu bieten hat, also ihre große Erklärungskraft. Manche Kosmologen wie Paul Steinhardt und Hawkings früherer Mitarbeiter Neil Turok wollen daher die Inflation sogar als Ganzes verwerfen und durch ein völlig anderes Modell ersetzen.Nicht nur im Hinblick auf die Zukunft, sondern auch auf die Vergangenheit macht die Ewige Inflation große Probleme.

Sie konterkariert nämlich die Suche nach dem ultimativen Ursprung von Allem. „Da unser eigenes Universum an jeder Stelle am unendlichen Baum der Universen hängen könnte, die von der Ewigen Inflation erzeugt werden, kann es beliebig weit vom Anfang der Inflation entfernt sein“, erklärt Alan Guth. „Damit gehen alle Spuren seines Beginns verloren.“ Das ist keine gute Nachricht. Mehr noch: Die allermeisten Blasenuniversen sind relativ jung, weil das rasant wachsende falsche Vakuum gleichsam immer mehr „Platz“ für ihre Entstehung schafft.

Die Wahrscheinlichkeit ist also sehr groß, dass unser eigenes Universum ein ganz junger Spross an Guths „Baum der Universen“ ist. Andrei Linde hat diese zwar zwingende, aber irgendwie auch kontraintuitive Schlussfolgerung schon 1994 erkannt und die irritierende, geradezu antikopernikanische Frage gestellt, ob wir nicht in gewisser Weise sogar „im Zentrum der Welt“ leben.Wenn vor der Entstehung unseres Blasenuniversums eine beliebig lange Zeit der Inflation herrschte – die Inflation also gewissermaßen gar kein Teil unseres Universums ist, sondern gerade umgekehrt unser Universum ein winziges Zucken in der fortwährenden Explosion der Ewigen Inflation –, dann würde das jede Chance zunichte machen, Beobachtungshinweise vom ersten Augenblick beziehungsweise der Zeit vor dem Beginn der Inflation zu entdecken.

So weitreichend der Erklärungsanspruch der Inflationsmodelle auch ist, das Rätsel des Ursprungs von Allem wird dadurch noch lange nicht gelöst. Michael Turner von der University of Chicago, einer der Hauptverfechter der Inflation, hat das sehr prägnant auf den Punkt gebracht: „Wenn die Inflation das Dynamit hinter dem Urknall ist, dann suchen wir noch immer nach dem Zündholz.“

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