Wallner beginnt zu fliegen - Steinaecker, Thomas von

Thomas von Steinaecker 

Wallner beginnt zu fliegen

Roman. Ausgezeichnet mit dem Aspekte-Literatur-Preis 2007

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Wallner beginnt zu fliegen

"Ein Familienroman, ein Deutschlandroman, ein Unterhaltungsroman von Klasse. Zu viele haben wir ja nicht davon." Jochen Jung im Tagesspiegel

"Ein ganz wichtiges Buch, das aus dem Rahmen fällt!" Uwe Timm im ZDF Frühstücksfernsehen

"Das beste Debüt des Frühjahrs!" Helmut Böttinger, Deutschlandradio

Drei Generationen, wie sie verschiedener nicht sein könnten: Stefan Wallner, verheiratet mit einer Deutsch-Rumänin und Inhaber einer Firma für Landmaschinen, träumt sich weg von seinem Alltag in eine Parallelwelt. Sein Sohn Costin zappt sich durch sein Leben wie durch eine Fernsehserie. Und Wendy, Costins uneheliche Tochter, macht sich nach dem Tod ihres Vaters, den sie eben erst kennengelernt hat, daran, die Familiengeschichte der Wallners aufzuschreiben - ein Unterfangen, bei dem die Grenzen zwischen Lebenslügen, Irrtümern und der Wirklichkeit verschwimmen.

2007 auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises.


Produktinformation

  • Verlag: Btb
  • 2009
  • Ausstattung/Bilder: 2009. 366 S. m. 4 farb. Bildtaf.
  • Seitenzahl: 368
  • btb Bd.73835
  • Deutsch
  • Abmessung: 190mm x 116mm x 27mm
  • Gewicht: 320g
  • ISBN-13: 9783442738359
  • ISBN-10: 3442738350
  • Best.Nr.: 23808510
"Das beste Debüt des Frühjahrs!" -- Helmut Böttinger, Deutschlandradio

»Das beste Debüt des Frühjahrs!«

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 29.03.2007

Weg aus der Hanno-Buddenbrook-Falle
Thomas von Steinaeckers Debüt „Wallner beginnt zu fliegen” ist eine erstaunliche Umkehrung des Familienromans
Es gibt nichts Episches mehr. Die unmittelbare Gegenwart saugt alles auf, vor allem die lineare Abfolge der Zeit. Da scheinen ganze Generationenfolgen auf einen Punkt zusammenzuschnurren. Thomas von Steinaecker hat in seinem Debütroman die Konsequenzen aus dieser aktuellen, medial vermittelten Wahrnehmung gezogen. Dabei unternimmt er etwas, was einen langen Atem verlangt: Er beschreibt die Geschichte einer Familie über mehrere Epochen. Seine Dynastie der Wallners entspricht aber nur noch als Zitat der bürgerlichen Weltordnung. Auch in die Hanno-Buddenbrook-Falle geht er nicht. Alles steht gleichzeitig zur Verfügung. Das, was einmal geschehen ist, bildet ein unendliches Reservoir an Möglichkeiten, die man wieder anklicken kann.
Alles beginnt mit dem Tod Günter Wallners, er stirbt 82-jährig bei einem ICE-Unfall zwischen Essen und Köln. Stefan, sein Sohn, hat ihn schon etliche Jahre nicht mehr gesehen. Er ist Geschäftsführer einer Firma, die global Landmaschinen vertickt, und ihm gehört das erste von den …

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Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 21.03.2007

Blut ist schicker als Wasser
Die Zukunft der Familie: Warum die Schriftstellergeneration "U 30" der Verwandtschaft nicht entkommt / Von Richard Kämmerlings

Was ist eigentlich aus der jungen deutschen Literatur geworden? Gibt es jenen Kollektivsingular aus den späten neunziger Jahren noch, die junge deutsche Literatur? Seinerzeit musste eine solche Kategorie nicht gerechtfertigt werden. Hier die Popliteraten, die - wiewohl teilweise schon älteren Semesters (Goetz, Meinecke, Neumeister, das Suhrkampsche Medium-Terzett) - das poetische Ideal einer scharfen, zeitnahen, filterlosen Gegenwartsmitschrift teilten. Dort die in der Tat erstaunliche Häufung herausragender neuer weiblicher Stimmen, für die man den zwar paternalistisch-herablassenden, aber doch nicht ganz blöden Begriff "Fräuleinwunder" prägte.

Vornehmlich durch diese beiden Strömungen hatte die Kategorie Jugend in der Literatur plötzlich eine unmittelbare Evidenz, in einem von älteren und alten Männern dominierten Betrieb auch einige Anziehungskraft. Alles Neue und Interessante, so konnte man damals meinen, sei automatisch etwas Junges. Die Älteren schienen allenfalls fleißig …

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Perlentaucher-Notiz zur Sueddeutsche Zeitung-Rezension

Begeistert und genervt zugleich ist Rezensent Helmut Böttiger von diesem Debütroman, der seiner Beschreibung zufolge ein etwas anderer Familienroman geworden ist. Denn er hat ein ungewöhnliches Zeitkonzept, beginnt in der Gegenwart und endet in der Zukunft. Erzählt werde die Geschichte einer Familiendynastie, und zwar aus der Sicht einer unehelichen Tochter, die erst mit achtzehn Jahren von ihrer Zugehörigkeit zu dieser Familie erfährt. Schwer lastet am Anfang die Konstruktion des Romans auf Böttiger Schultern: "Die Kapitel zerfallen in unzählige kleine Einzelkapitel, in Bilder, die unverbunden nebeneinander stehen bleiben" stöhnt er leidgeprüft. Hier entstehe nichts spontan, sondern sei vorher genauestens ausgetüftelt worden. Aber je länger das Buch, desto besser werde es auch, lesen wir bald. Am Ende ist der Rezensent beeindruckt, wie gut es Thomas von Steinaecker gelang, in seiner Darstellung von vier Generationen die literarischen Konsequenzen aus der aktuellen, medial vermittelten Erfahrung zu ziehen, dass es nichts Episches mehr geben kann, weil die unmittelbare Gegenwart alles aufsaugt, lineare Zeitabläufe nicht mehr möglich sind und ganze Generationenfolgen auf einen Punkt zusammenschnurren.

© Perlentaucher Medien GmbH
Thomas von Steinaecker, geboren 1977 in Traunstein, studierte Literaturwissenschaft in München und Cincinatti und promovierte über literarische Foto-Texte.

Leseprobe zu "Wallner beginnt zu fliegen" von Thomas von Steinaecker

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