Wäldchestag - Maier, Andreas

Andreas Maier 

Wäldchestag

Ausgezeichnet mit dem Aspekte-Literatur-Preis 2000 und dem Literaturpreis der Jürgen Ponto-Stiftung. Roman

Fotograf: Bauer, Jürgen
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Wäldchestag

Andreas Maier präsentiert sich in seinem großen Debütroman als ein gerissener Erzähler mit einem gewaltigen Fabuliertalent. Gekonnt intoniert er einen vielstimmigen Chor, der dem Geheimnis eines Filous auf die Schliche zu kommen versucht.

Andreas Maier lässt seinen Erzähler berichten, was er in Kneipen, auf dem Friedhof, bei den Gesprächen zwischen den Einheimischen und Fremden aufschnappt, was ihm gebeichtet oder vertraulich als todsicher wahr hintertragen wird. So entsteht eine tollkühn erzählte Geschichte über einen gebeutelten Kerl, der der Welt auf beeindruckende Weise eine Nase dreht.


Produktinformation

  • Verlag: Suhrkamp
  • 2002
  • Neuauflage.
  • Ausstattung/Bilder: 2002. 314 S.
  • Seitenzahl: 315
  • Suhrkamp Taschenbücher Nr.3381
  • Best.Nr. des Verlages: 39881
  • Deutsch
  • Abmessung: 179mm x 109mm x 22mm
  • Gewicht: 208g
  • ISBN-13: 9783518398814
  • ISBN-10: 3518398814
  • Best.Nr.: 10285152
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 18.10.2000

Großes Gerede nach dem Tod des alten Adomeit
Der Debütant Andreas Maier lädt ein zum „Wäldchestag”
Ein zwiespältiges Lob auf die Provinz haben schon viele Autoren gesungen, aber seit langem hat es keiner mehr so brillant getan wie jetzt Andreas Maier in seinem Roman Wäldchestag. Maier, der im Sommer den Ernst-Willner-Preis der Klagenfurter Literaturtage und den Literaturpreis der Jürgen-Ponto-Stiftung erhalten hat und soeben zum aspekte-Literaturpreisträger 2000 gekürt worden ist, hat ein erstaunliches Debüt vorgelegt – in mehr als einer Hinsicht.
Man braucht eine Weile, um sich an die indirekte Rede zu gewöhnen, in der die Provinzposse durchgängig erzählt ist. Thomas Bernhard, über den der gebürtige Bad-Nauheimer gegenwärtig eine Dissertation schreibt, fällt einem schon auf der ersten Seite ein; eine Referenz, die schon in Klagenfurt erwähnt wurde, wo Maier eine im kleinstädtischen Altnazimilieu angesiedelte Humoreske vorgelesen hatte, die von einem ähnlichen Geist wahrhaft beseelt ist wie nun Wäldchestag.
Unwillkommene Verfügung
Es ist die Geschichte des alten Sebastian Adomeit, eines …

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Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 18.11.2000

Die Wetterau-Fragen
Andreas Maiers großes Debüt "Wäldchestag" · Von Hubert Spiegel

In der Wetterau ist der Mensch dem Menschen ein Rätsel. Zwei Fragen sind es, die der Wetterauer dem Wetterauer stellt. Die eine - Was ist das eigentlich für einer? - stellt er heimlich, im stillen, ganz für sich allein, die andere - Was glaubt der eigentlich, wer er sei? - stellt er laut und fast immer in Gesellschaft. Nicht selten stellt er sie in geradezu dröhnender Lautstärke, und mitunter haut er dabei mit der Faust auf den Tisch, um sein ganzes Interesse an ihr zu unterstreichen. Die eine Frage stellt er in der eigenen Kammer, die andere mit Vorliebe im Gasthaus. Die erste Frage bedrängt den, der sie stellt, die zweite jenen, dem sie gestellt wird.

Der Wetterauer geht nicht den Dingen, wohl aber den Menschen gern auf den Grund, und wenn er dabei unversehens ins Bodenlose fällt, wundert er sich, wie ihm nun das wieder passieren konnte. Und schon denkt der Wetterauer über sich selbst nach, und wenn er nur recht über sich selbst nachdenkt, wird der Wetterauer sich selbst mit einem Mal ganz unverständlich, und der Riß, der durch die Welt geht, tritt …

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"Andreas Maier hat eine außergewöhnliche Beobachtungsgabe und höchstes Kompositionstalent. Wäldchestag ist ein bedeutendes Buch. Vielleicht das wichtigste in diesem Jahr." Dierk Wolters Frankfurter Neue Presse

»Ein Autor wie sein Debüt: klug, verschmitzt, nie geschwätzig. Wie Philosophie liest sich beides, der Mann und sein Buch. Beide haben sie einen kraftvollen Sog, dem sich schwer zu entziehen ist.«

Perlentaucher-Notiz zur ZEIT-Rezension

Ulrich Greiner ist geradezu überwältigt von diesem Debütroman. Dem aus dem Harz stammenden Autor sei ein "Geniestreich" gelungen, gleichermaßen komisch wie "philosophisch", schwärmt der Rezensent. Er fühlt sich durch den den gesamten Roman durchgehaltenen Konjunktiv an Thomas Bernhard erinnert, betont aber, dass der Autor keineswegs zu dessen "Epigonen" gerechnet werden kann, denn während Bernhards Bücher rabenschwarz seien, sei dieses Werk "kunterbunt gesprenkelt". Die "Kunst" des Autors zeige sich darin, dass er das fast undurchdringliche Stimmen- und Handlungsgewirr am Ende in eine "völlig schlüssige Geschichte" einmünden lässt, lobt der Rezensent. Er preist das Buch als "gewaltige Leistung", die durch geniale Einfälle und großes Sprachvermögen glänzt. Vor allem aber habe er sich "selten so amüsiert", gesteht der Rezensent hingerissen.

© Perlentaucher Medien GmbH
Andreas Maier wurde 1967 im hessischen Bad Nauheim geboren. Er studierte Altphilologie, Germanistik und Philosophie in Frankfurt am Main und ist Doktor der Philosophie im Bereich Germanistik. Er lebte wechselweise in der Wetterau und in Südtirol. Andreas Maier wohnt in Frankfurt am Main.

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