Rahmat war zwölf Jahre alt, als er 1990 in Kabul beim Spielen auf
eine Mine trat und beide Beine verlor. Er steht hier für alle
zivilen Opfer von Kriegen und Naturkatastrophen, die Dieter Jacobi
während seiner chirurgischen Arbeit im Auftrag des Internationalen
Roten Kreuzes anvertraut waren.
Obwohl der Autor die bestehenden Strukturen von Hilfsorganisationen
im Allgemeinen kritisch beleuchtet, läßt er doch keinen Zweifel
daran: Das Rote Kreuz hat zwar kein politisches Mandat und es kann
Kriege und Machtmißbrauch nicht verhindern, aber es kann die Idee
weitertragen, dass sich Menschen auch im Krieg menschlich verhalten
sollen.
Der Friedenswille und die Bereitschaft, für den Frieden zu kämpfen,
muss von unten kommen, von jedem einzelnen Menschen. Das wäre
vielleicht ein weiterer Impuls für das Rote Kreuz, denn unsere
Wurzeln liegen an der Basis. Unsere Kraft beruht auf dem Einsatz
von Millionen von Einzelwesen, die den Hilfsbedürftigen dieser Welt
unter die Arme greifen wollen. Vielleicht sollten wir uns das
zunutze machen und Friedenswille und Friedenssicherung als achtes
Prinzip auf unsere Fahne schreiben.
Dr. Dieter Jacobi, geboren 1937 in Berlin, Allgemeinchirurg. Von 1974 bis 1979 Chefarzt im Städt. Krankenhaus Mölln, 1980 bis 1983 Hopital Bethesda in Togo. 1985 bis 1988 Chirurg bei den Flying Doctors in Kenia. Seit 1989 zahlreiche Einsätze für das Internationale Rote Kreuz in Kenia, Afghanistan, Thailand, Kongo, Sudan, Tschetschenien, Mazedonien und der Türkei. 2001 Regionalchirurg des IKRK für Afrika.
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