Das Fischkind - Puenzo, Lucía

Lucía Puenzo 

Das Fischkind

Roman

Aus d. argentin. Span. v. Rike Bolte
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Das Fischkind

Ein furchtbar hässlicher Hund erzählt, wie zwei junge Mädchen aus Liebe zu Mörderinnen werden. Ein frecher, temporeicher, magischer Roman - Thelma und Louise auf Argentinisch!


Produktinformation

  • Verlag: Wagenbach
  • 2009
  • Ausstattung/Bilder: 2009. 156 S.
  • Seitenzahl: 156
  • Quartbuch
  • Deutsch
  • Abmessung: 222mm x 141mm x 20mm
  • Gewicht: 310g
  • ISBN-13: 9783803132208
  • ISBN-10: 3803132207
  • Best.Nr.: 25644097

Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Hingerissen ist Florian Borchmeyer von Lucia Puenzos Romandebüt "Das Fischkind", das die international gefeierte, argentinische Filmemacherin bereits vor zwölf Jahren mit gerade mal 23 Jahren vorlegte, wie er mitteilt. Es handelt sich um die temporeiche Liebesgeschichte zwischen der Tochter aus reichem argentinischen Haus mit der paraguayischen Haushälterin, die, unbekümmert sämtliche Genregrenzen überspringend, zum blutigen Thriller, Fluchtgeschichte und Korruptionskrimi wird, erklärt der Rezensent. Der besondere Clou sei dabei die Erzählerfigur, sie entpuppe sich nämlich als Hund, der selbst ein Auge auf die Hauptfigur geworfen habe, so Borchmeyer amüsiert. Dass die Autorin die homosexuelle Beziehung nicht zum konfliktbehafteten Thema macht, sondern so "selbstverständlich" erzählt, bildet für den Rezensenten einen der Reize dieses Romans. Genauso gefällt ihm, dass Puenzo mit dem titelgebenden "Fischkind" nicht in den Magischen Realismus abtaucht, sondern es im Lauf des Romans als vertuschte Kindstötung enthüllt. Die Autorin, die ihr Frühwerk übrigens unlängst selbst verfilmt hat, überzeugt in ihrem ersten Roman mit der Fähigkeit, erst Klischees aufzurufen, um sie dann "subtil zu brechen und umzudeuten", preist Borchmeyer, der auch von der Übersetzung ins Deutsche von Rike Bolte sehr angetan ist.

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 07.04.2009

Die Treue eines zerzausten Köters
Mädchen unterwegs: Lucía Puenzos Romandebüt „Das Fischkind”
Im Zentrum dieser Geschichte steht ein sprichwörtliches Enfant terrible der argentinischen Oberschicht, das Mädchen Lala. Störrisch ist sie, verschlossen, fast egozentrisch. Und, wie das in der Pubertät so ist, unsicher und ungelenk. Aber vor allem liebt sie störrisch und leidenschaftlich das paraguayanische Dienstmädchen, genannt Guayi, und schert sich dabei einen Dreck um bürgerliche Konventionen. Eigentlich kann nichts die beiden trennen.
Doch kann man überhaupt von einem Enfant terrible sprechen, wenn auch das Umfeld völlig marode ist? Die Familie hält nur mit Mühe ein repräsentatives Bild nach außen aufrecht; die esoterische Mutter ist mit ihrem Geliebten verschwunden, der Vater – ein erfolgreicher Schriftsteller – inszeniert regelmäßig scheiternde Suizidversuche, der Bruder landet wegen Dealens in der Psychiatrie.
Als Lalas Vater die minderjährige Hausangestellte sexuell missbraucht, ist genug Katastrophenstoff für eine Explosion beisammen. Lala vergiftet ihren Vater: „Ich tue es ihm zuliebe. Ich werde ihm einen Gefallen tun,” …

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Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 08.09.2009

Hoffnungen eines Hundes

Viel Fisch, viel Fleisch: Das rasante literarische Debüt der argentinischen Filmemacherin Lucía Puenzo ist ein wilder Genre-Mix aus Teenager-Tragödie und Thriller.

Das Paradies ist nur eine Busreise entfernt. Eine Überlandfahrt zusammen mit illegalen Bauarbeitern, Nachtwächtern, Hausangestellten und Prostituierten. Es ist kein Land, in dem die Zitronen blühen. Als Kind der argentinischen Oberschicht verbindet Lala nichts mit Paraguay, seiner indigenen Sprache, dem von Legenden umwobenen Ypacaraí-See unweit von Asunción. Und doch ist das ihr Sehnsuchtsort, ihr Zuhause, die Heimat ihrer wahren Familie. Von der biologischen nämlich will sie nichts wissen: nichts von ihrer Mutter, die sich mehr für Sai Baba begeistert als für ihre Kinder. Nichts vom depressiven, stets selbstmordgefährdeten Vater, dem Bestsellerautor mit dem karikaturesken Namen Brontë. Nichts von ihrem Bruder, dem Drogenhändler. Und vor allem nichts von ihrem Reichen-Getto im Norden der Stadt, ihren standesgemäßen, dabei aber unerträglich bornierten Altersgenossen. Lalas einzige Liebe gilt ihrem Hund Serafín - und vor allem der "Guayi", wie die …

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Lucía Puenzo wurde 1976 in Buenos Aires geboren. Zur Zeit arbeitet sie gleichzeitig an ihrem neuen Roman und dem nächsten Kinofilm. Ihr Debüt als Regisseurin gab sie 2007 mit "XXY", der im selben Jahr beim Filmfestival in Cannes mit dem Grand Prix de la Semaine de la Critique und in Madrid mit dem Goya für den besten nichtspanischen Film ausgezeichnet wurde.

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