Das fehlende Jahr des Juan Salvatierra - Mairal, Pedro

Pedro Mairal 

Das fehlende Jahr des Juan Salvatierra

Roman

Aus d. Span. v. Dagmar Ploetz
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Das fehlende Jahr des Juan Salvatierra

Mit zwanzig Jahren fängt der stumme Juan Salvatierra an, sein Leben auf gigantischen Leinwandrollen festzuhalten. Die traumartigen Malereien ergeben ein riesiges, fast vier Kilometer langes Kunstwerk, das schließlich sechzig Jahre Leben am Grenzfluss zwischen Argentinien und Uruguay erzählt. Als Salvatierra stirbt, reist sein Sohn Miguel an, um das Kunstwerk des Vaters zu retten - doch die Leinwandrolle für das Jahr 1961 fehlt. Für Miguel beginnt eine abenteuerliche Suche: die nach dem Geheimnis seiner Familie. Pedro Mairals bildgewaltiger Roman erkundet die Verbindung von Kunst und Leben - und bietet zugleich subtile Einblicke in Vergangenheit und Gegenwart des Landes in Südamerika.


Produktinformation

  • Verlag: Hanser
  • 2010
  • Ausstattung/Bilder: 2010. 139 S.
  • Seitenzahl: 144
  • Best.Nr. des Verlages: 505/23559
  • Deutsch
  • Abmessung: 210mm x 134mm x 22mm
  • Gewicht: 288g
  • ISBN-13: 9783446235595
  • ISBN-10: 3446235590
  • Best.Nr.: 29504518

Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Gut, Martin Halter weiß um das große Erbe der lateinamerikanischen Literatur, um Borges und Cortazar. Und gemessen daran erscheint ihm der schmale Roman von Pedro Mairal tatsächlich als magischer Realismus light. Die Geschichte vom Sohn auf den Spuren des Vaters, eines sonderbaren Vertreters der Art brut, und eines fehlenden Teils seines ein ganzes Leben abbildenden Wandgemäldes, hat jedoch neben satirischen Seitenhieben auf den Kunstbetrieb noch etwas zu bieten. So entdeckt Halter in Mairals impressionistischem Bilder- und Stimmungsreigen, einer Spurensuche mit eher enttäuschendem Ende, auch einen für Argentiniens schreibende Zunft neuartigen Literaturbegriff. Der beschäftigt sich weniger mit dem Trauma der Militärdiktatur als vielmehr mit dem Verschwinden des Autors im virtuellen Raum eines postmodernen Babel.

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 17.11.2010

Vom Entrollen der Geschichte

So kann man sich eine Familiengeschichte auch ausmalen: Pedro Mairal schickt uns auf Bildersuche und kombiniert postmoderne und realistische Erzählweisen.

In Borges' kryptischen Enzyklopädien und bibliothekarischen Fiktionen ist alles Wissen der Welt lebendig aufgehoben, und so wundert man sich weiter nicht, dass in dem fiktiven Gemälde, das sein argentinischer Landsmann Pedro Mairal beschreibt, ein ganzes Leben Platz finden soll. Als er mit neun Jahren vom Pferd fiel, hörte der Postbeamte Juan Salvatierra auf zu sprechen und begann zu malen. Die Stummheit entrückte ihn der groben Welt der Machos und Gauchos und dem Ehrgeiz des Vaters. Als "Familientrottel", im Kreise der Cousinen und Tanten, hatte er alle Freiheiten; sein Lehrer war ein deutscher Anarchist. So malte Salvatierra in "vitaler Anarchie und glücklicher Abgeschiedenheit" sein Leben lang am Bild seines Lebens, ohne je einer Menschenseele etwas davon zu zeigen. Das vier Kilometer lange "Gewebe aus Leben, Leuten, Tieren, Nächten, Katastrophen" ist ein grenzenloses, fließendes Kunstwerk, leuchtender und kontinuierlicher als jede Wirklichkeit, ein gemaltes …

Weiter lesen

"Große Literatur über Kunst und Leben in Argentinien von einem dort längst etablierten Autor." (Ostthüringer Zeitung)<br/><br/>"Im Fließen von Zeit und Realität entdeckt Pedro Mairal die Schönheit unseres Lebens." (Berliner Zeitung)<br/><br/>"Pedro Mairal hat einen intelligenten Künstlerroman geschrieben. Er regt zum Nachdenken über Malerei, Literatur und Leben an." (Tages-Anzeiger Zürich)<br/><br/>"In ihrer Konzentriertheit ist Mairals Prosa deutlich, zugleich vielschichtig weitreichend - und eine faszinierende Lektürerfahrung." (Der Standard)
Pedro Mairal wurde im Jahre 1970 in Buenos Aires geboren. Er studierte Englische Literatur an der Universität Salvador. Er gilt als einer der originellsten Stimmen der lateinamerikanischen Literatur.

Leseprobe zu "Das fehlende Jahr des Juan Salvatierra"

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