Der Geschmack des Archivs - Farge, Arlette

Arlette Farge 

Der Geschmack des Archivs

Nachw. v. Alf Lüdtke

Übers. v. Jörn Etzold u. Alf Lüdtke
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Der Geschmack des Archivs

Über das Archiv als Reservoir und Schatzhaus, als Arbeitsplatz und Zeichen herrschaftlicher Macht.

Was charakterisiert Archive? Die französische Historikerin Arlette Farge gibt in ihrem Essay eine mehrfache Antwort. Sie erschließt das Archiv als Schatzhaus, mitunter als Wunderkammer; sie umreißt es als Arbeitsplatz von Archivaren, Magazinern und Historikerinnen; sie zeigt es als Ort, der Auskunft über das Wirken herrschaftlicher Macht gibt.Als unerschöpfliches Reservoir schildert Farge das Archiv. Die Namen und Lebensläufe der Vielen, der angeblich Namenlosen stehen für Anstrengungen für vielerlei Formen des Versagens wie des Glücks. In Einzelepisoden folgt die Historikerin den Unregelmäßigkeiten, wenn nicht Brüchen dieser Leben.Gerade in seiner Materialität, in seinen Prozeduren wie Skurrilitäten und den stets möglichen Überraschungsfunden lässt Farge den "Geschmack" des Archivs erkennen.


Produktinformation

  • Verlag: Wallstein
  • 2011
  • Ausstattung/Bilder: 2011. 120 S.
  • Seitenzahl: 120
  • Deutsch
  • Abmessung: 209mm x 126mm x 13mm
  • Gewicht: 172g
  • ISBN-13: 9783835305984
  • ISBN-10: 3835305980
  • Best.Nr.: 33391151
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 17.02.2012

Akteneinsicht

Kaum ein Begriff ist in den letzten Jahrzehnten so inflationär in den Kulturwissenschaften aufgetaucht wie der des Archivs. Das Archiv ist - durch intensive Rezeption von Michel Foucaults "Archäologie des Wissens" und Jacques Derridas "Dem Archiv verschrieben" - zu einer Armatur geworden, mit der man jedwede kulturelle Observation zwischen Erinnern und Vergessen, Speichern und Verdrängen zu fassen vermeint. Dabei rückte das seit der Antike bekannte Archiv als Ort, an dem relevante rechtliche Dokumente aufbewahrt werden, selten in den Blickpunkt des Interesses. Mehr noch: Das "Archiv" entwickelte sich zu einer kulturellen Trope, die beliebig einsetzbar wird. Die kleine Schrift der Foucault-Schülerin Arlette Farge, die schon 1989 in Paris erschien, macht hier eine wohltuende Ausnahme und verdeutlicht, dass engere Begriffsbestimmungen die Erkenntnis fördern. Emphatisch reflektiert Farge ihre Erfahrungen im Pariser Gerichtsarchiv. Ihre Ausführungen lassen sich in grundlegende Reflexionen über das Archiv als Quelle historischer Forschung, Einschätzungen des generellen Status des historischen Archivs und Erlebnisberichte aus der eigenen Archivpraxis …

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Arlette Farge, geb. 1941, ist französische Historikerin und Forschungsdirektorin am Pariser CNRS sowie Dozentin am dortigen EHESS.

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