Auf 39 großformatigen Tafeln werden anatomische Details des
Geburtsvorgangs und medizinische Instrumente für die Geburtshilfe
präzise abgebildet. Dieses bahnbrechende Werk stellte die
Ausbildung des geburtshilflichen Nachwuchses auf eine
wissenschaftliche Basis. Die bibliophile Ausgabe lässt noch immer
erahnen, welches Aufsehen die deutsche Erstausgabe 1758 in
Fachkreisen erregt haben muss.
Der schottische Arzt und Geburtshelfer William Smellie (1697 1763)
stellte als Erster die Geburtshilfe auf eine wissenschaftliche
Basis und entwickelte rationale Grundsätze für die Ausbildung von
Hebammen und Geburtshelfern. Anders als in Deutschland und vielen
anderen europäischen Ländern, wo die Geburtshilfe allein der
Hebamme oblag und der (männliche) Arzt sich vom Wochenbett
fernhielt, war in England Geburtshilfe durchaus Männersache und
gehörte zum Spektrum der ärztlichen Ausbildung. Dieser Ansatz
spiegelt sich auch in Smellies Tafelwerk wieder, dessen überaus
genaue, der Prüderie der Zeit Hohn sprechende Darstellung
anatomischer Details auf die wissenschaftlich fundierte Ausbildung
des geburtshilflichen Nachwuchses zielt. Unserer Ausgabe liegt die
zweisprachige (lateinisch-deutsch) Übersetzung der englischen
Originals (Nürnberg 1758) zugrunde. Die Tafeln wurden, gleichsam
als Kopien der englischen Originale, von Johann Michael Seeligmann
(1720 1762), einem bekannten Nürnberger Kupferstecher und Verleger,
gestochen. Das Tafelwerk erregte seinerzeit in Fachkreisen großes
Aufsehen.
Ausstattung/Bilder: Repr. d. Ausg. v. 1758 2011. 128 S. mit einem aktuellen Vorwort 320 mm
Seitenzahl: 128
Deutsch
Abmessung: 328mm x 249mm x 13mm
Gewicht: 764g
ISBN-13: 9783826230103
ISBN-10: 3826230108
Best.Nr.: 33374938
William Smellie (1697-1763) gilt als "Vater der britischen Geburtshilfe". Nach seiner medizinischen Promotion 1745 eröffnete er eine Praxis in London. Für die geburtshilfliche Ausbildung baute er eine Puppe zu Übungszwecken, entwickelte die Geburtszange und beschrieb Verfahren des ärztlichen Eingriffs bei Steißlagen. Seine Anatomischen Tafeln erschienen zuerst 1749 auf Englisch.
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