Können Sie strippen? - Freiwald, Ina

Ina Freiwald 

Können Sie strippen?

Aus dem Alltag einer Jobvermittlerin

Broschiertes Buch
 
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Können Sie strippen?

Joblos glücklich? Wenn das so einfach wäre ... Was Arbeitslose ärgert, antreibt, und was die Arbeit mit Ihnen so anstrengend macht.

Arbeitslosigkeit kann jeden treffen. Da gibt es Hape. Er hat mit 25 Jahren drei abgebrochene Lehren hinter sich und rebelliert gegen das System. Die Porno-Branche erscheint ihm als reizvoller Arbeitgeber. Ex-Filialleiter Heiko Bloom musste kürzlich erst seinen Porsche verkaufen, Zirkuskind Nelly saß zwei Jahre wegen Drogendelikten ein. Die zwei Cousins aus Kasachstan beantworten Fragen stets mit einem Lächeln, denn sie verstehen kein Wort Deutsch. Adriano erscheint eine feste Stelle so abstrakt wie eine Besteigung des Mount Everest, schließlich leben Vater und Großvater seit Jahren von der ARGE. Und dann sind da noch die schrullige Ulla Schubert, mit 51 Jahren zu alt fürs deutsche Arbeitsleben, und der fusselhaarige Björn, der sich mit Tollpatschigkeit und Tobsuchtsanfällen vor jeder Job-Chance drückt. Was sie gemeinsam haben? Sie werden von ihrer ARGE-Fallmanagerin dazu verdonnert, an einem Trainingsseminar bei Ina Freiwald teilzunehmen, das sie wieder fit für den Arbeitsmarkt machen soll. Die ehemalige Klatschreporterin und inzwischen profilierte Dozentin bietet neben dem üblichen Programm wie Bewerbungsgespräche, Lebensläufe und Praktika auch Goethelesungen und Hausbesuche. Hier erzählt sie von ihren Erlebnissen mit der schrägen Realität des Sozialstaats Deutschland. Wer wissen will, was sich hinter den geschönten Statistiken der Agenturen wirklich verbirgt, sollte dieses Buch lesen.


Produktinformation

  • Abmessung: 201mm x 128mm x 25mm
  • Gewicht: 425g
  • ISBN-13: 9783570501351
  • ISBN-10: 3570501353
  • Best.Nr.: 33337726
"Was sich wie ein tragikomischer Roman liest, ist leider tausendfach Realität. Und das durchaus auch für Unternehmer und Führungskräfte."

"Ina Freiwald entführt den Leser in die bizarre Welt der Langzeitarbeitslosen." Focus Online

"Was sich wie ein tragikomischer Roman liest, ist leider tausendfach Realität. Und das durchaus auch für Unternehmer und Führungskräfte."
Ina Freiwald studierte Angewandte Theaterwissenschaften und arbeitete als Journalistin, u.a. bei TV Movie. Seit 15 Jahren gibt sie als freie Dozentin Rhetorik-, Schreib- und Bewerbungskurse auch für Bildungsträger im Auftrag der Arbeitsagenturen und ARGEN.

Leseprobe zu "Können Sie strippen?" von Ina Freiwald

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Bewertung von MaWiOr aus Halle am 22.11.2011 ***** ausgezeichnet
Ein-Euro-Job, ARGE-Jobcenter, Bewerbungstraining, Hartz 4 … niemand möchte damit etwas zu tun haben. Aber für knapp drei Millionen Arbeitslose in Deutschland gehören diese Begriffe zum Alltag. Für manche sogar seit vielen Jahren.

In ihrem Buch „Können Sie strippen“ entführt Ina Freiwald den Leser in die bizarre Welt der Langzeitarbeitslosen. Die studierte Theaterwissenschaftlerin und Journalisten gibt seit dreieinhalb Jahren als Dozentin Bewerbungskurse im Auftrag von Arbeitsagenturen und ARGEn. Hier sollen die „Delinquenten“ wieder fit gemacht werden für den Arbeitsmarkt.

In ihrem erzählenden Sachbuch beweist die Autorin, dass Arbeitslosigkeit viele Gesichter hat. Da ist z. B. der 25jährige Hape, der nach drei abgebrochenen Lehren seine Zukunft in der Porno-Branche sieht. Oder Heiko Bloom, der Ex-Filialleiter, der an den Fähigkeiten der Jobvermittlerin zweifelt. Auch Nelly, das pummelige Zirkuskind, saß wegen eines Drogendelikt zwei Jahre hinter Gitter und bekommt ihr Leben nicht mehr in den Griff.

Ina Freiwald setzt dem schwierigen Thema Arbeitslosigkeit eine gewisse Leichtigkeit, ja Schnoddrigkeit entgegen, um so auf die Realität der oft perspektivlosen Ein-Euro-Jobs oder die unsinnigen Qualifizierungsmaßnahmen aufmerksam zu machen. Oft werden die Arbeitslosen auch nur von einer Maßnahme zur nächsten gereicht und verbringen den ganzen Tag eher destruktiv vor dem Computer.

Die Autorin räumt auch mit Klischees auf und bringt dem Leser näher, was Arbeitslose ärgert und was die Arbeit mit ihnen so anstrengend macht. Das tut sie ohne den moralischen Zeigefinger und ohne angebliche Überlegenheit. Doch sie bringt ihren „Kandidaten“ auch kein sinnloses Mitleid entgegen. Eher sind die oftmals vergeblichen Vermittlungsversuche von einzelnen Teilnehmern für sie eine persönliche Niederlage.

Ina Freiwald schreibt ungeschminkt, sie zeigt die Dinge einfach so, wie sie eben sind. Das ist zwar manchmal humorvoll, aber im gleichen Atemzug auch traurig und beschämend.

Fazit: Wer wissen will, was sich hinter den geschönten Statistiken der Arbeitsagenturen wirklich verbirgt, sollte dieses Buch lesen oder sich in einen dieser Bewerbungskurse setzen.

Manfred Orlick

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