Soziale Phobie - eine Folge der Individualisierung
Aufgrund gesellschaftlicher Individualisierungsprozesse entstehen
für den Menschen sowohl neue Chancen wie Risiken. Die Herauslösung
aus traditionellen Normen und sozialen Strukturen führt zu mehr
Autonomie, Selbstbestimmung und Selbstverwirklichung. Einerseits
bestehen die Risiken darin, dass das aktive Nutzen der neuen
Freiheiten zum Zwang wird, diese jedoch durch neue Abhängigkeiten
wie Arbeitsmarkt und Institutionen vorgegeben sind. Andererseits
kann nicht weiter auf traditionale Werte und Normen als sozialer
Rückhalt gesetzt werden. Der Umgang mit den Folgen der
Individualisierung wird zum Balance-Akt, welcher durch
Sozialisation, individuellen Bewältigungskompetenzen und sozialer
Lebenslage beeinflusst ist. In unserer Gesellschaft, welche
Leistung und Erwerbsarbeit als Schlüssel zur Integration definiert,
nehmen psychische Erkrankungen drastisch zu. Menschen leiden
zunehmend an Angststörungen, welche mittlerweile neben Depression
und Alkoholabhängigkeit zu den häufigsten psychischen Störungen
zählen. Das Buch geht der Frage nach, ob zwischen
Individualisierung und der Erkrankung an Sozialer Phobie ein
Zusammenhang besteht.
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