"Flexibel, kreativ, teamfähig und einsatzfreudig:
Stelleninserate offenbaren die immense Bedeutung, welche Soft
Skills in der Arbeitswelt erlangt haben. Aber auch in Lehrplänen -
vom Kindergarten bis zur Universität - nehmen methodische, soziale
und motivationale Kompetenzen immer mehr Platz ein. Allerdings
fehlt - jenseits schillernder Schlagworte - bislang eine
systematische, empirisch fundierte Untersuchung über Bedeutung und
Bedeutungswandel dieser kaum durch Bildungsabschlüsse
zertifizierten Fähigkeiten. Diese Lücke will die vorliegende Studie
schliessen. Vor dem Hintergrund eines breiten theoretischen
Bezugsrahmens wird gezeigt, wie wichtig die einzelnen Soft Skills
sind und welche Rolle sie für die verschiedenen Arbeitnehmer
spielen, wie sich die Nachfrage nach Soft Skills langfristig
verändert und auf welchen Ursachen dieser Wandel gründet. Die
empirische Grundlage der Studie bilden 40'000 Stelleninserate
aus den Jahren 1950 bis 2006. Die statistische Analyse macht
deutlich, wie viel anspruchsvoller und komplexer die
Anforderungsprofile über die letzten 50 Jahre geworden sind,
verweist aber auch auf Widersprüche in den Idealvorstellungen der
Inserenten. Die aus dem Befund einer anhaltenden Dynamik folgenden
Anregungen zielen auf eine Aufwertung von Soft Skills in der
Arbeitsmarkt- und Ungleichheitsforschung, aber auch in der
Bildungspraxis: Arbeitsmarktvermittelte Ungleichheit lässt sich im
21. Jahrhundert weniger denn je ausschliesslich an Schulnoten und
Fachwissen festmachen."
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