Anhand ausgewählter Problemstellungen veranschaulichen renommierte
Autoren aus den Bereichen Wirtschaftswissenschaft und
Wirtschaftsdidaktik die gesellschaftswissenschaftliche und
gesellschaftspolitische Relevanz des ökonomischen Ansatzes in ganz
unterschiedlichen Kontexten.
'Ökonomik und Gesellschaft' zeichnet sich als Begriffspaar
durch eine gewisse Spannung aus. Einerseits liefert die Ökonomik
als Sozialwissenschaft originäre Beiträge zur Erklärung und Analyse
zentraler gesellschaftlicher Probleme, andererseits können die
gesellschaftlichen Bezüge ökonomischer Theorie durch eine in vielen
wirtschaftswissenschaftlichen Forschungsbereichen zu
identifizierende (notwendige) Mathematisierung von Problemen
verschleiert werden.Anhand ausgewählter Problemstellungen
veranschaulichen renommierte Autoren aus den Bereichen
Wirtschaftswissenschaft und Wirtschaftsdidaktik die
gesellschaftswissenschaftliche und gesellschaftspolitische Relevanz
des ökonomischen Ansatzes in ganz unterschiedlichen Kontexten. Im
Mittelpunkt stehen dabei die Beziehungen zwischen Ökonomik und
Umwelt, Wirtschaft und Moral, Ökonomik und Bildung, Wirtschaft und
Schule, Arbeit und Gesellschaft, Ökonomik und gesellschaftliche
Ziele sowie Wirtschaft und Globalisierung.
Ausstattung/Bilder: 2008. 482 S. 52 schw.-w. Abb., 12 schw.-w. Tab.
Seitenzahl: 482
Best.Nr. des Verlages: 85032097
Deutsch
Abmessung: 213mm x 151mm x 27mm
Gewicht: 615g
ISBN-13: 9783531159904
ISBN-10: 3531159909
Best.Nr.: 24129477
"Wer sich über die vielfältige Thematik und den aktuellen Stand dieser gesellschaftlichen Wissenschaftsbereiche informieren möchte, erhält mit diesem Buch einen guten Einblick." (Unterricht Wirtschaft, 2-2009)
"Wer sich über die vielfältige Thematik und den aktuellen Stand dieser gesellschaftlichen Wissenschaftsbereiche informieren möchte, erhält mit diesem Buch einen guten Einblick." Unterricht Wirtschaft, 2-2009
"Wer sich über die vielfältige Thematik und den aktuellen Stand dieser gesellschaftlichen Wissenschaftsbereiche informieren möchte, erhält mit diesem Buch einen guten Einblick." Unterricht Wirtschaft, 2-2009
Dirk Loerwald, Maik Wiesweg und Andreas Zoerner sind wissenschaftliche Mitarbeiter am Institut für Ökonomische Bildung an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster.
Leseprobe zu "Ökonomik und Gesellschaft"
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Koordination auf externen elektronischen Arbeitsmärkten
Alfons Schmid
Die verstärkte Nutzung der neuen Informations- und Kommunikationstechnologien (IuK-Technologien) wird u. a. als Grund dafür angeführt, dass der Wettbewerb auf Arbeitsmärkten zunimmt (vgl. z. B. H. Beck 1999, D. H. Autor 2001, C. Becher u. a. 2005). Die neuen IuK-Technologien bewirkten, dass Transaktionskosten der Koordination durch diese Technologien sinken (vgl. C. Becher, A. Brand/A. Schmid 2007). Diese Entwicklung beinhalte zum einen, dass interne Arbeitsmärkte an Bedeutung verlieren und externe Arbeitsmärkte gewinnen (vgl. A. Brand/A. Schmid 2007). Zum andern nehme die Bedeutung des Wettbewerbs auf externen Arbeitsmärkten zu.
Diese Einschätzung korrespondiert mit der Institutionenökonomie (vgl. z. B. O. E. Williamson 1985, M. Erlei 1998). Die Koordination auf Märkten und in Unternehmen erfolgt danach durch eine synonyme Verwendung von Wettbewerb und Markt sowie Hierarchie und Unternehmen. Eine solche Gleichsetzung impliziert aber Probleme, um u. a. auf externen Arbeitsmärkten auch Kooperation und Hierarchie zu erklären. So sind z. B. nach der Interaktionstheorie Märkte (idealtypisch) durch Wettbewerb und Kooperation charakterisiert (vgl. K. Homann/ A. Suchanek 2005). Auf Märkten werden Interaktionen nicht nur durch Wettbewerb, sondern auch durch Hierarchie und Kooperation aufeinander abgestimmt.
Eine Gleichsetzung von Markt und Wettbewerb impliziert, dass zwar damit die wettbewerbliche Koordination auf Märkten erfasst wird, kooperative und hierarchische Elemente bleiben dabei aber ausgeblendet. Hier setzt dieser Beitrag an. Es wird von der theoretischen und empirischen Erkenntnis ausgegangen, dass auf (Arbeits-)Märkten gleichzeitig wettbewerblich, hierarchisch und kooperativ koordiniert wird (vgl. C. Becher u. a. 2005 und C. Becher/A. Brand/A. Schmid 2007). Am Beispiel elektronischer externer Arbeitsmärkte wird empirisch untersucht, welche Bedeutung Wettbewerb, Hierarchie und Kooperation bei der Koordination dort haben.
Dabei wird der Stellenwert dieser drei Koordinationsformen sowohl für die beiden Arbeitsmarktseiten als auch zwischen beiden untersucht. Als ein elektronischer Arbeitsmarkt wird ein virtueller Ort für den Arbeitskräftetausch verstanden, auf dem externen Arbeitsmarkt primär für die Allokation der Arbeitskräfte. Die Ergebnisse dieses Beitrags sind primär explorativer Natur, da m. W. das gleichzeitige Auftreten und die Kombination der drei Koordinationsformen auf einem externen Arbeitsmarkt bisher kaum untersucht wurden (vgl. hierzu genauer C. Becher/A. Brand/A. Schmid 2007: 19 ff.). Die Empirie basiert auf einer quantitativen telefonischen Befragung von knapp 1000 Betrieben, die elektronisch Stellen besetzen (vgl. C. Becher/A. Brand/A. Schmid 2007). Die Befragung fand Ende 2004 und Anfang 2005 statt, sie bezieht sich auf den Zeitraum vom 1.1.2004 bis 30.9.2004.
Die Auswertung basiert auf der Gewichtung der hochgerechneten, befragten Betriebe, sie ist, wenn nichts anderes angegeben wird, repräsentativ für die externe elektronische Stellenbesetzung. Wir referieren hier die rein externe Stellenbesetzung, d. h. die Betriebe bilden die Basis, die ihre Stellen ausschließlich über den externen Arbeitsmarkt elektronisch besetzen. Zuerst erfolgt eine kurze Konzeptualisierung des externen Arbeitsmarktes als Organisationsform und die Unterscheidung der drei Koordinationsformen Wettbewerb, Hierarchie, Kooperation. Dann werden einige ausgewählte empirische Untersuchungsergebnisse als Belege für das Auftreten und die Koexistenz der drei Koordinationsformen auf elektronischen Arbeitsmärkten angeführt. Ein kurzes Resümee schließt den Beitrag.
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