Mobbing ist ein Sammelbegriff für feindseliges, drangsalierendes
und schikanierendes Verhalten in der Arbeitswelt. Weil in der
Mobbing-Literatur keine Übereinstimmung über das
Begriffsverständnis besteht, werden zunächst verschiedene
Definitionsansätze vorgestellt und analysiert. Daran schließt sich
ein Überblick über empirische Resultate der Mobbing-Forschung an,
wobei insbesondere auf Fragen der Verbreitung von Mobbing,
Verlaufsformen, Maßnahmen gegen Mobbing und deren Bewährung
eingegangen wird (einen Schwerpunkt bildet die rechtliche
Thematik). Für die Mobbing-Analyse wird ein Erfassungssystem
entworfen, das zwischen einem 'Täter-Angriffs-Repertoire'
und einem 'Opfer-Aktions-Repertoire' unterscheidet und auch
Ressourcen, Mobbing-Strukturen und Mobbing-Lernen berücksichtigt.
Mobbing wird als allgegenwärtiger Aspekt organisierten sozialen
Handelns gesehen und aus verschiedenen theoretischen Perspektiven
analysiert. Einer dieser Zugänge - der mikropolitische - wird
ausführlicher behandelt. Auf der Grundlage der Mobbingdefinition
'Jemandem wird übel mitgespielt und man spielt wohl oder übel
mit' wird Mobbing als komplexes Interaktionsgeschehen
rekonstruiert. In einem umfangreichen Anhang sind Analyseschemata,
Fallgeschichten, relevante Gesetzesbestimmungen und Reaktionen auf
die Kritik an früheren Auflagen dieses Buchs zusammengestellt.
Prof. Dr. Oswald Neuberger, Jahrgang 1941, ist Diplompsychologe und seit 1980 Professor für Psychologie an der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät der Universität Augsburg und dort verantwortlich für die Ausbildung im Fach Personalwesen. Nach dem Studium der Psychologie, Promotion und Habilitation zum Thema Führung war er von 1977 bis 1980 Professor für Organisationspsychologie an der Bundeswehruniversität in München. Neben vielen Veröffentlichungen zu seinen Arbeitsschwerpunkten Kommunikation, Personalentwicklung, Führung und Mikropolitik ist Professor Neuberger Mitherausgeber der "Zeitschrift für Personalforschung".