Handbuch Arbeitsmarkt 2009

Handbuch Arbeitsmarkt 2009

Analysen, Daten, Fakten

Hrsg. v. Joachim Möller u. Ulrich Walwei
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Handbuch Arbeitsmarkt 2009

Der deutsche Arbeitsmarkt hat sich zuletzt positiv entwickelt. Die Arbeitslosenquote ist deutlich gesunken, in manchen Regionen herrscht Vollbeschäftigung. Handelt es sich um eine Trendwende oder nur um ein Strohfeuer? Eine umfassende Bestandsaufnahme des deutschen Arbeitsmarktes bietet das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) mit dem IAB Handbuch Arbeitsmarkt.Teil I gibt einen umfassenden Überblick über den deutschen Arbeitsmarkt. Dort werden sowohl die aktuelle Beschäftigungssituation als auch die längerfristigen Arbeitsmarktperspektiven analysiert. Zudem enthält dieser Teil eine arbeitsmarktpolitische Chronik für die Jahre 2005 - 2008, die auch über die Positionen des IAB zu wichtigen Gesetzesregelungen informiert.Teil II befasst sich mit unterschiedlichen Schwerpunktthemen. Dazu gehören unter anderem: Aktive Arbeitsmarktpolitik, Langzeitarbeitslosigkeit, internationale Migration sowie Integration von Migranten und das duale Ausbildungssystem.Im dritten Teil findet sich ein umfassender und aktueller Datenanhang mit zentralen, auch international vergleichenden Arbeitsmarktindikatoren.


Produktinformation

  • Verlag: Bertelsmann, Bielefeld
  • 2008
  • Ausstattung/Bilder: 2009. 515 S. m. farb. Abb.
  • Seitenzahl: 515
  • IAB-Bibliothek Bd.314
  • Deutsch
  • Abmessung: 272mm x 212mm x 33mm
  • Gewicht: 1485g
  • ISBN-13: 9783763940011
  • ISBN-10: 3763940014
  • Best.Nr.: 25081243
Joachim Möller ist Direktor, Ulrich Walwei Vizedirektor des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung.

Leseprobe zu "Handbuch Arbeitsmarkt 2009"

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Leseprobe zu "Handbuch Arbeitsmarkt 2009"

Internationale Migration: Umfang, Qualifikationsstruktur und Arbeitsmarktwirkungen (S. 240)

1 Einleitung

Die internationale Migration von Arbeitskräften hat in den letzten beiden Dekaden weltweit zugenommen. Durch den Fall des Eisernen Vorhangs und die Osterweiterung der Europäischen Union (EU) ist insbesondere in Europa ein Anstieg der Wanderungsbewegungen zu verzeichnen. In absoluten Zahlen war Deutschland in den 1990er-Jah - ren das wichtigste Zielland von Migranten in der EU. Im Zuge der Abschwächung der Konjunktur, der Verschärfung der rechtlichen Bedingungen für die Zuwanderung aus Drittstaaten und des Rückgangs der durch den Fall des Eisernen Vorhangs ausgelösten Wanderungsbewegungen hat die Zuwanderung in Deutschland seit Ende der 1990er jedoch deutlich abgenommen.

Demgegenüber ist eine starke Zuwanderung in die südlichen Mitgliedsstaaten der EU sowie nach Irland und in das Vereinigte Königreich zu beobachten. Insgesamt nähern sich die Nettozuwanderungsraten der entwickelten Staaten der EU denjenigen in den USA an. Angesichts des hohen Einkommensgefälles auf dem europäischen Kontinent und dem zunehmenden Gefälle in der Altersstruktur zwischen den Empfänger- und Sendeländern von Migranten in Europa dürfte die internationale Migration künftig noch an Bedeutung gewinnen.

Dieses Kapitel untersucht die internationale Migration vor allem im Hinblick auf ihre Wirkungen für den Arbeitsmarkt in Deutschland und das folgende Kapitel die Probleme der Integration von Migranten in Arbeitsmarkt und Bildungssystem. Aus volkswirtschaftlicher Perspektive erhöht die Migration von Arbeitskräften die Produktivität des Arbeitseinsatzes und steigert damit die Produktion. Viele Ökonomen erwarten, dass die Produktivitätsgewinne einer weiteren Öffnung der Arbeitsmärkte sehr viel höher sind als die Produktivitätsgewinne einer weiteren Liberalisierung der Güter- und Kapitalmärkte (Rodrik 2002).

Die Ausweitung des Arbeitsangebotes kann in den Empfängerländern aber auch zu sinkenden Löhnen und steigender Arbeitslosigkeit für einheimische Arbeitskräfte und schon im Lande lebende Ausländer führen. Vor allem die Befürchtung, dass Zuwanderung einen Anstieg der Arbeitslosigkeit bewirkt, hat wesentlich dazu beigetragen, dass viele Länder seit Beginn der 1970er die Zuwanderung von Arbeitskräften starken Restriktionen unterworfen haben.

Wir untersuchen deshalb, ob diese Befürchtungen vor dem Hintergrund der vorliegenden theoretischen und empirischen Erkenntnisse gerechtfertigt sind, und diskutieren die Schlussfolgerungen für die Arbeitsmarktpolitik. Vorgehensweise und Aufbau des Kapitels Der folgende Abschnitt beschreibt zuerst die wichtigsten Fakten und Trends der internationalen Migration: die Größenordnung der Migration in Europa und Deutschland, die wirtschaftlichen Anreize für die Migration von Arbeitskräften, die institutio - nellen Rahmenbedingungen für die Arbeitskräftemigration in Europa und Deutschland.

Auch die Qualifikationsstruktur, die Arbeitslosigkeitsrisiken und die Erwerbspartizipation von Migranten werden im europäischen Vergleich dargestellt, um dem Leser einen Überblick über die wichtigsten Entwicklungen zu geben (Abschnitt 2). Die Osterweiterung der EU hat das Einkommensgefälle in der Gemeinschaft erheblich erhöht. Die Beitrittsverträge sehen Übergangsregelungen für die Arbeitnehmerfreizügigkeit vor, die maximal sieben Jahre lang in Anspruch genommen werden können.

Die meisten Mitgliedsstaaten der EU haben inzwischen ihre Arbeitsmärkte vollständig oder weitgehend für Staatsangehörige aus den neuen Mitgliedsstaaten der EU geöffnet. Diese Öffnung hat zu einem deutlichen Anstieg der Zuwanderung vor allem nach Irland und in das Vereinigte Königreich sowie nach Spanien und Italien geführt. Die Arbeitsmarktwirkungen dieser Öffnung werden auf Grundlage eines angewandten Gleichgewichtsmodells untersucht. Dabei zeigt sich, dass der deutsche Arbeitsmarkt von der EUOsterweiterung durch steigende Löhne und sinkende Arbeitslosigkeit profitiert, die Aufhebung der Übergangsfristen für die Arbeitnehmerfreizügigkeit aber das Lohnwachstum und den Rückgang der Arbeitslosigkeit etwas dämpfen kann

Inhaltsangabe

Aus dem Inhalt:
Kapitel A
Der deutsche Arbeitsmarkt - Entwicklung und Perspektiven
HansUwe Bach, Michael Feil, Johann Fuchs, Hermann Gartner, Sabine Klinger, Anne Otto, Thomas Rhein, Thomas Rothe, Norbert Schanne, Peter Schnur, Eugen Spitznagel, Cornelia Sproß, Rüdiger Wapler, Antje Weyh, Gerd Zika
1 Einleitung
2 Die Lage auf dem deutschen Arbeitsmarkt
3 Kurzfristige Arbeitsmarktperspektiven
4 Längerfristige Perspektiven
5 Die Bedeutung der Arbeitsmarktreformen
6 MethodenteilInhaltsübersicht Kapitel B
Chronik der Arbeitsmarktpolitik 2005-2008
Autoren: Judith Bendel-Claus, Ulrike Kress
1 Einleitung
2 Zuwanderungsgesetz - Gesetz zur Steuerung und Begrenzung der Zuwanderung und zur Regelung des Aufenthalts und der Integration von Unionsbürgern und Ausländern
3 Kinderzuschlag
4 Freibetragsneuregelungsgesetz - Gesetz zur Neufassung der Freibetragsneuregelungen für erwerbsfähige Hilfebedürftige
5 Perspektive 50plus6 Fünftes Gesetz zur Änderung des Dritten Buches Sozialgesetzbuch und anderer Gesetze
7 Weiterbildung Geringqualifizierter und beschäftigter älterer Arbeitnehmer in Unternehmen - Programm WeGebAU
8 Erstes Gesetz zur Änderung des Zweiten Buches Sozialgesetzbuch
9 Gesetz zur Förderung ganzjähriger Beschäftigung1
0 Gesetz zur steuerlichen Förderung von Wachstum und Beschäftigung
11 Gesetz zur Änderung des Zweiten Buches Sozialgesetzbuch und anderer Gesetze
12 Gesetz zur Fortentwicklung der Grundsicherung für Arbeitsuchende
13 Gründungszuschuss
14 Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz
15 EU-Dienstleistungsrichtlinie
16 Haushaltsbegleitgesetz 2006
17 Gesetz über die Senkung des Beitrags zur Arbeitsförderung, die Festsetzung der Beitragssätze in der gesetzlichen Rentenversicherung und der Beiträge und Beitragszuschüsse in der Alterssicherung der Landwirte für das Jahr 2007
18 Gesetz zur Änderung des Zweiten Buches Sozialgesetzbuch und des Finanzausgleichgesetzes
19 Gesetz zur Einführung des Elterngeldes
20 Gesetz zur Verbesserung der Beschäftigungschancen älterer Menschen
21 Erstes und Zweites Gesetz zur Änderung des Arbeitnehmer-Entsendegesetzes
22 Job-Perspektive - Perspektiven für Langzeitarbeitslose mit besonderen Vermittlungshemmnissen - Zweites Gesetz zur Änderung des Zweiten Buches Sozialgesetzbuch
23 Verbesserung der Qualifizierung und Beschäftigungschancen von jüngeren Menschen mit Vermittlungshemmnissen - Viertes Gesetz zur Änderung des Dritten Buches Sozialgesetzbuch
24 Rente mit 67 - Gesetz zur Anpassung der Regelaltersgrenze an die demografische Entwicklun

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