Der Mensch findet nur Ruhe, wenn er zu sich selber unterwegs ist
und das "Können wollen" liegt uns im Blut. Was aber
geschieht mit uns, wenn wir immer weniger können dürfen, aber immer
mehr konsumieren müssen? Wie können wir die Zukunft gestalten, wenn
Wirtschaftswachstum zu einem Zwang wird, der Lebensgrundlagen
zerstört, um Arbeitsplätze - auch die miserabelsten - zu erhalten
und zu schaffen? Wie finden wir aus dem Dilemma altindustrieller
Ökonomien heraus? Welche Art von Arbeit und Wirtschaft ist
zukunftsfähig und ermöglicht uns allen ein gutes Leben und eine
faire Teilhabe am großen kulturellen Reichtum Europas? Wie können
wir die wachsenden sozialen Unterschiede aufheben, die die Zukunft
unserer Gesellschaft bedrohen?
Die Wissensgesellschaft hat keine Antworten auf diese Fragen. Die
Könnensgesellschaft wohl. Die Könnensgesellschaft beruht auf Arbeit
unter den Bedingungen der Freiheit und entfaltet sich jenseits
einer Dynamik, die Umwelt und sozialen Zusammenhalt zerstört. Das
Buch "Die Könnensgesellschaft" ist ein kluger Versuch,
auf die gravierenden Probleme der Arbeitsgesellschaft alte und neue
Antworten zu finden.
Der erste Teil des Buches beschäftigt sich mit dem, was Arbeit für
Menschen war und ist, mit dem Wert, den sie hat und haben
könnte.
Im zweiten Teil analysiert die Autorin die Ursachen der sozialen
und ökologischen Krise unserer Arbeits- und Konsumgesellschaft und
beschäftigt sich mit den Bedingungen, unter denen "gute
Arbeit" möglich ist und Zukunft sichert.
Die Autorin belegt an Beispielen: Die Könnensgesellschaft ist keine
Utopie, sie existiert an immer mehr Orten in Europa. Sie ist mitten
unter uns und sie ist mitten in uns. Der Wandel zur
Könnensgesellschaft ist möglich.
Christine Ax, eine der profiliertesten Handwerksforscherinnen im deutschsprachigen Raum, hat ein neues Buch herausgebracht. ¿Die Könnensgesellschaft¿ ist es überschrieben, ein Titel, den die Autorin ganz bewusst gewählt hat, um der immer wieder beschworenen wissensbasierten Gesellschaft ein starkes Signal entgegenzusetzen. In ihrem Buch wendet sich Ax gegen die für die industrielle Produktionsweise so typische, in monotone Einzelschritte zerlegte, sinnentleerte Arbeit und setzt sich entschieden für eine neue Philosophie von Tätigsein ein, bei der Arbeit mehr ist als bloßer Broterwerb. Ihr geht es darum, eine Lanze zu brechen für eine Arbeit, die ¿gut¿ ist und sich wirklich lohnt. Für eine Arbeit, die auf Könnerschaft beruht, auf praktischem Wissen und Erfahrung. Für eine postindustrielle, neoanaloge Form von Arbeit, die nicht entfremdet ist, sondern ihren Sinn in sich selbst findet und Selbstverwirklichung ermöglicht. Am ehesten sieht Christine Ax diese Form der Arbeit noch im Handwerk verwirklicht. Das mag auf den ersten Blick wie ein Rückfall in vorindustrielle Zeiten und damit allen kritiklos Zukunftsgläubigen höchst verdächtig und höchst altmodisch erscheinen. Aber Ax macht auf überzeugende Weise deutlich, dass die Massenproduktion ein irrsinniges Wirtschaftsprinzip ist, weil ein hoher Prozentsatz der Produkte niemals einen Abnehmer findet und entsorgt werden muss, und dass das Credo vom Wirtschaftswachstum um jeden Preis zunehmend unsere Lebensgrundlagen zerstört. Sie fordert stattdessen eine Ökonomie der Nähe und ein nachhaltiges Unternehmertum, das individuelle, maßgeschneiderte und regional verankerte Produkte auf den Markt bringt. Und sie führt eine Fülle von Beispielen als Beleg dafür an, dass eine solche Art des Wirtschaftens an vielen Stellen in Europa bereits erfolgreich umgesetzt wird. Für sie steht fest, dass es aus dem ökologischen und sozialen Dilemma, in dem wir uns heute befinden, nur einen Ausweg gibt: ¿gute Arbeit, gute Produkte und eine nachhaltige Wirtschaft von unten¿. ¿Die Könnensgesellschaft¿ von Christine Ax ist ein kluges Buch, ein gut geschriebenes, für jeden verständliches Buch, ein radikales Buch mit einer deutlichen Vision, das viele Leserinnen und Leser finden sollte.
Christine Ax, geboren 1953, ist Philosophin und Ökonomin. Seit Mitte der 90er Jahre setzt sie sich beratend, forschend und schreibend mit der Zukunft des Wirtschaftens aus einander. Ihre Vorträge in Deutschland, Österreich und der Schweiz kreisen um Themen wie Ökonomie der Nähe, Maßproduktion statt Massenproduktion, Nachhaltigkeit und die Bedeutung, die kleine Unternehmen und das Handwerk für eine nachhaltige Wirtschafts- und Lebensweise haben.
Inhaltsangabe
Aus dem Inhalt: Persönliche Anmerkungen - ein Vorwort 11 EDO oder die Grenze als Chance 17 Peak Oil - von Edo lernen 21 Was ist Wissen, was ist Können? 25 Wie wir Können lernen 26 Warum Könner nicht lieb und zu teuer sind 28 Der New Deal - das Können der Vielen nutzen 30 Können ist praktisches Wissen 33 Warum praktisches Handeln abgewertet wird 36 Könnerschaft hat viele Namen 39 Könnerschaft: Unser wichtigstes Vermögen 42 Von der Informationsflut zu einem Wissen, das Sinn macht 43 Gewissheit und Wahrheit machen Wissen anwendbar 45 Über den Wert von Wissen entscheidet der Kontext 46 Wissen, das die Mehrheit ausschließt 47 Wissen mit Können zu verwechseln, ist riskant 49 Können ist nicht digitalisierbar 53 Anpassung an wachsendes Wissen oder wahre Bildung 54 Gute Bildung ist persönlichkeitsbildend 56 Lernen mit allen Sinnen schafft Könner 57 Ganzheitliches Lernen bringt bessere Ergebnisse 59 Durch Scheitern zur Könnerschaft 61 Eine kleine Geschichte der Arbeit 63 Antike: Arbeit zwischen Freiheit und Notwendigkeit 63 Mittelalter: Blühendes Europa dank der Vielfalt der Künste 67 Arbeit denken 69 John Ruskin konzipiert die Postmoderne 69 William Morris' postindustrielle Vision 78 Oskar Wilde: Die Sklaverei des Geldes und das Glück der Kreativität 80 Hannah Ahrendt: Arbeit als Quelle vonGlück und Selbstbestimmung 85 Arbeit als Weg - Spiritualität und Arbeit 91 Arbeitsethos im Handwerk 100 Gute Arbeit: mit Geld nicht zu bezahlen 103 Neue Wege zum 'Bruttosozialglück' 104 Arbeit 2.0 - Auf der Suche nach neuen Arbeitskonzepten 107 Das Prinzip Industrie ist am Ende 109 Die Industrie: 'fleißiger' als die menschliche Natur erlaubt 118 Massenproduktion - ein irrsinniges Wirtschaftsprinzip 124 Der Wert der Dinge jenseits der Ökonomie 135 Was Dinge einzigartig und wertvoll macht 140 Vom Kunstkönnen und Kunstwollen 145 Kunst zwischen Technik und Inspiration 149 Mittelalter: Kunst im Schatten der Zünfte 151 Renaissance: Der Künstler als gottähnliches Genie 154 Aufklärung: Kunst ist machbar 155 Design als Motor von Verschwendung 159 Ästhetische Überhöhung der industriellen Produktion 160 Das Ornament - ein Verbrechen gegen den ökonomischen Verstand 162 Bauhaus: Kurzer Flirt zwischen Handwerk und Kunst 164 Zum 'Styling' verkommen: Design 166 Neoanalog - Digitalisierung von Handwerkskunst 168 Kunst - Hand - Werk 174 Vorgegaukelte Werte 175 Die Ursachen der Krise 179 Mythos Vollbeschäftigung 180 Absturz in die Spaß-, Trash- und Mobbingkultur 185 Anonymes Kapital kennt keine Verantwortung 189 Strukturell gefährdet: Handwerk und Mittelstand 193 Soziale Ungleichheit gefährdet den Frieden 200 Die Innere Kündigung 204 Wege aus der Krise 207 Arbeit unter den Bedingungen der Freiheit 209 Die solaren Ufer erreichen 216 Reichtum Region 217 Wirtschaft von unten 220 Slow work: Achtsamkeit in alltäglichen Dingen 222 Zukunft ist machbar 227 Ökonomie der Nähe 229 Was wir von Talschaften lernen können 235 Handwerker - Künstler - Unternehmer 237 Schlussbetrachtung 253
Kundenbewertungen zu "Die Könnensgesellschaft" von "Christine Ax"
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bin noch nicht ganz durch, aber sie schreibt logisch, verständlich, gut lesbar ( normalerweise schlafe ich schnell ein bei sachbüchern ;)) und inhaltlich steh ich voll und ganz hinter ihr. es tut gut auch mal konstruktive fazite zu ziehen wo überall nur weltuntergangsstimmung herrscht...
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