Mit den Anschlägen vom 11. September 2001 ist die Bedrohung durch
islamistische Terroristen in der westlichen Welt zur wesentlichen
Begründung innen- und außenpolitischen Handelns avanciert. Auch
Medien und Wissenschaft schenken dem Phänomen des Islamismus starke
Aufmerksamkeit. Vor der Drohkulisse eines vermeintlich
heraufziehenden Kampfes der Kulturen ist die Perspektive wenig
differenziert. Die Situation im Irak und in Afghanistan nach über
fünf Jahren mit heftigen Kampfhandlungen zeigt: Die einseitige
Strategie eines Krieges gegen den Terror fruchtet nicht. Wie kann
der Westen mit der Herausforderung des Islamismus umgehen? Ein
erster Schritt ist die Differenzierung zwischen den verschiedenen
Ausprägungen des Phänomens. Erst damit können jeweils spezifische
Szenarien entwickelt werden, die bis zu einer Einbindung in die
heimischen politischen Systeme reichen können. Zu diesem Ziel
betrachtet Jan Künzl detailliert die Entstehungs- und
Ideologiegeschichte des Islamismus und entwickelt ein Schema mit
drei Hauptkategorien. Er befasst sich dann beispielhaft mit zwei
der wirkmächtigsten islamistischen Gruppen, der ägyptischen
Muslimbruderschaft und der palästinensischen Hamas. Wie soll mit
diesen Gruppen in Zukunft umgegangen werden?
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