Aktuelle Debatten zum Antisemitismus und Philosemitismus befassen
sich nur selten mit Vorkommnissen im asiatischen Raum und Japan
wird häufig nur im Kontext des Zweiten Weltkrieges als
Bündnispartner des nationalsozialistischen Deutschlands oder in
seiner Funktion als vorübergehendes jüdisches Exilland erwähnt.
Jedoch bleiben dadurch Besonderheiten bei der Interpretation
antisemitischer Propaganda sowie deren langfristiger Einfluss auf
aktuelle Ereignisse und den gegenwärtigen Umgang mit Juden
weitestgehend unberücksichtigt.
Diese Lücke in der Forschung versucht die Autorin zu schließen. Sie
erörtert sowohl die historischen und gesellschaftlichen
Voraussetzungen für die Entstehung antisemitischer und
philosemitischer Strömungen in Japan als auch ihre spezifischen
Strukturen. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der detaillierten
Analyse von Phänomenen der jüngsten Vergangenheit, die vom Beginn
der Anne-Frank-Rezeption in der Nachkriegszeit, über Opferdiskurse
und religiös motivierte Sympathiebekundungen bis hin zu Fällen von
Holocaust-Leugnung, der Kolportage von Verschwörungstheorien über
das Internet und antisemitischen Traktaten mit Verkaufszahlen in
Millionenhöhe reichen
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