Lebensbilder römischer Frauen - Rottloff, Andrea

Andrea Rottloff 

Lebensbilder römischer Frauen

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Lebensbilder römischer Frauen

Die realen Hinterlassenschaften der Römerinnen stehen vor den Schriftquellen im Fokus des Bandes - welche Gegenstände kann man römischen Frauen eindeutig zuweisen und warum?
Betrachtet werden archäologische Funde aus der gesamten römischen Welt von Britannien bis zu den Höhlen am Toten Meer und vom Balkan bis nach Nordafrika. Bildliche Darstellungen, Schriftzeugnisse, Schatzfunde und Schmuck, sowie - als wichtigste Gattung - die Gräber und Mumien römischer Mädchen und Frauen, die mit ihren spezifischen Beigaben Rückschlüsse auf alle Bereiche des weiblichen Lebens in den ersten vier nachchristlichen Jahrhunderten erlauben. Anhand von bekannten oder teilweise rekonstruierbaren Biographien von Frauen auch abseits des Kaiserhauses werden Fallstudien für die Lebenssituation von Angehörigen der verschiedenen Schichten entwickelt.
Namenlose Römerinnen erhalten nun ein 'Gesicht'. Eine bis heute ungebrochene Aktualität wird anschaulich vor Augen geführt.


Produktinformation

  • Verlag: Zabern
  • 2006
  • Ausstattung/Bilder: 2006. 197 S. m. 62 Farb- u. 38 SW-Abb.
  • Seitenzahl: 197
  • Kulturgeschichte der Antiken Welt Bd.104
  • Deutsch
  • Abmessung: 258mm x 185mm x 24mm
  • Gewicht: 787g
  • ISBN-13: 9783805335461
  • ISBN-10: 3805335466
  • Best.Nr.: 14487871
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 07.08.2006

Mit einundzwanzig war Schluß
Römerinnen lebten kurz und gut, zeigt Andrea Rottloff

Weil die römischen Frauen zumal in der archäologischen Wissenschaft angeblich noch immer eine Randexistenz fristen, möchte ihnen Andrea Rottloff endlich "den Raum in der Geschichte geben", der ihnen gebühre. In diesem Sinne erfährt man vieles und Wissenswertes über Kindheit und Erziehung, Heirat und Ehealltag, Empfängnisverhütung und Abtreibung, Scheidung, Tod und Begräbnis. Auch die sozialen Räume haben eigene Kapitel; spätantike Geschäftsfrauen werden vorgestellt, daneben weltvergessene oder lebenskluge Christinnen, der hohe Bildungsstand der wenigen Ärztinnen und Dichterinnen erhält ebenso Profil wie das Leben der Schankwirtinnen an der Grenze zur Prostitution und die schlicht nicht auf einen Nenner zu bringenden Lebensbedingungen der Sklavinnen.

Die Autorin nennt die gängige Zahl für die mittlere Lebenserwartung einer römischen Frau - etwa einundzwanzig Jahre - eher beiläufig, denn Wirklichkeit gewinnt ein solcher Wert erst im Blick auf die zahlreichen Gräber von Mädchen und jungen Frauen, dem Einzelfälle entgegengestellt werden, etwa …

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Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Uwe Walter hat die Ausgrabungspublikation von Andrea Rottloff - mit einigen Einschränkungen - im Großen und Ganzen gefallen. Der Rezensent hat vieles über das Leben der römischen Frauen der Spätantike erfahren und begrüßt, dass die Schriftstellerin sich gerade für diese Epoche entschieden hat. Rottloff stellt die Lebensbedingungen von bekannten und unbekannten römischen Geschäftsfrauen, Christinnen, Schankwirtinnen und Sklavinnen vor. Die Kurzessays, die die Bilder erläutern, findet Walter "originell": sie enthalten viele Zusatzinformationen und tragen dazu bei, die Frauen umfassender, also "humaner" darzustellen als die "Sittengeschichten" oder meist satirischen Darstellungen älteren Datums. Bei der Quellenauswertung allerdings hätte sich Walter manchmal mehr kritische Distanz, bei den Bildern und Inschriften eine Datierung sowie einen Nachweis gewünscht. Zu guter Letzt ist der Rezensent mit manchen Schlussfolgerungen nicht zufrieden, die sich seiner Meinung nach zu oft am heute geltenden "common sense" und nicht an den historischen Gegebenheiten orientieren.

© Perlentaucher Medien GmbH
Dr. Andrea Rottloff ist Lehrbeauftragte der Provinzialrömischen Archäologie an der kulturwissenschaftlichen Fakultät der Ludwig-Maximilians-Universität in München mit Forschungsschwerpunkt Gender Studies.

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