Botschaften des Schönen - Stahl, Michael

Michael Stahl 

Botschaften des Schönen

Kulturgeschichte der Antike

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Botschaften des Schönen

Zwölf Beispiele aus verschiedenen Lebensbereichen führen den Leser zum Kern der antiken Kultur und zeigen, dass Griechen und Römer gerade im gesellschaftlichen, politischen und ästhetischen Wandel der Gegenwart ein zentraler Bezugspunkt unseres Selbstverständnisses bleiben.
Das Klassische ist keine Zwangsjacke, um Geschichte stillzustellen, und es ist auch nicht beliebige Projektion der Gegenwart in die Vergangenheit. Im Gegenteil: In der Geschichte Europas enthielt das Klassische stets eine höchst wirksame und lebendige Kraft für die Gestaltung der Zukunft.
Das Buch demonstriert, warum wir gerade in einer fragwürdig gewordenen Moderne die griechisch-römische Kultur des Altertums für eine zukunftsweisende Orientierung auf neue Weise brauchen.
Deshalb bringt das Buch besonders herausragende ästhetische Zeugnisse der antiken Kultur in eindringlichen Interpretationen wieder zum Sprechen: Stadt, Bürgersein, gesellschaftliches Zusammenleben, Tempel und Wohnhäuser und die Bilder vom Menschen. Auf ungewöhnliche Weise erschließt Michael Stahl die Bedeutung sichtbarer Spuren der Antike für unsere Gegenwart und zeigt anschaulich, warum wir so vieles in Texten und Theatern, Museen und Ruinenstätten spontan schön finden. Der Autor plädiert dafür, dass uns unser Gefühl für diese Schönheiten nicht täuscht. Denn nur im Umgang mit dem Schönen finden wir zu Glück und gutem Leben.


Produktinformation

  • Verlag: Klett-Cotta
  • 2008
  • Ausstattung/Bilder: 2008. 303 S. m. 77 Abb.
  • Seitenzahl: 310
  • Deutsch
  • Abmessung: 235mm x 163mm x 28mm
  • Gewicht: 685g
  • ISBN-13: 9783608944549
  • ISBN-10: 3608944540
  • Best.Nr.: 23871715

Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Über das Schöne wird der Rezensent in diesem Buch "einnehmend" informiert. Die Ausstattung ist auch nicht zu verachten, findet Wolfgang Schuller. Doch genügt das, um ein neues Bild der Antike in der Nachfolge Winckelmanns zu begründen? Tut es nicht. Schuller stellt das ganz nüchtern fest, weil er Michael Stahls auf archäologische Befunde gestütztem und mit gesellschaftlich-politischen Sachverhalten verknüpftem Antikenpanorama durchaus etwas abgewinnen kann. Subjektiv aber höchst lebendig findet das der Rezensent. Allein die vom Autor bemühten Quellenzitate haben keinen Übersetzungsnachweis, und von einem Gesamtbild kann keine Rede sein, wenn konstitutive Aspekte der Antike, wie die Rolle der Frau, Literatur und Theater und die Sklaverei nicht zur Sprache kommen. Stahls Absicht, vom Schönen zu berichten in allen Ehren, findet Schuller, doch das ist nur ein Teil der Antike, wenngleich ein schöner.

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 14.10.2008

Es leuchtet noch immer
Zwischen Winckelmann und Schinkel versammelt Michael Stahl allerlei Botschaften des Schönen aus der Antike
Der Titel dieses Buches ist unbedingt ernst zu nehmen. Es geht dem Autor bei seinem Blick auf die Antike um die Botschaft des Schönen. Mit sympathischer Offenheit hat er deshalb sein erstes Kapitel überschrieben: „Worum es geht”. Er zeigt hier, wie sehr sich Europa von dem hat beeindrucken lassen, was Griechen und Römer an Schönem geschaffen haben. Das gilt besonders für die Jahrzehnte der deutschen Klassik und ist schon oft untersucht worden. Aber ebenso oft haben sorgfältige Forschungen das Bild verwirrt oder gar verdunkelt.
Michael Stahl schließt sich bei seinem Vorhaben besonders an Friedrich Nietzsche an, der in seiner zweiten „Unzeitgemäßen Betrachtung” jeder historischen Besinnung abverlangte, den Wert des aus der Vergangenheit hervorgeholten Gegenstands für die eigene Gegenwart zu bedenken und zu beurteilen. Und es zeigt sich, wie Stahl glücklich Schiller zitiert: „Und die Sonne Homers, siehe, sie lächelt auch uns”. Da hat er recht.
Mit Gewinn und Behagen liest man die Kapitel über die …

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Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 07.09.2009

Winckelmann statt Frauen
Michael Stahl vergisst über antiker Schönheit einiges

Michael Stahls Kulturgeschichte der Antike ist das Buch eines Enthusiasten für andere Enthusiasten oder solche, die es werden sollen. Dazu evoziert der Autor als Erstes Winckelmann und Herodot, von denen wesentliche Wirkungen für das Antikeverständnis ausgegangen sind. Insbesondere scheint er Winckelmann als Vorbild für die Aufgabe zu betrachten, ein neues Antikebild für unsere Gegenwart zu entwerfen.

Sehr anzuerkennen ist zunächst Stahls Vorgehen. So illustriert er zahlreiche Aussagen durch Quellenzitate, bei denen bloß unerklärlicherweise fast nie die Herkunft der Übersetzung angegeben wird. Vor allem aber lässt Stahl einen Teil der Antike dadurch am Leser und Betrachter vorbeiziehen, dass er - für ein historisches Buch ungewöhnlich - vorwiegend archäologische Befunde präsentiert und sie mit gesellschaftlich-politischen Sachverhalten verknüpft. So entsteht eine äußerst lebendige Szenenfolge, in der etwa die künstlerische Ausschmückung Roms durch Augustus, Stadtanlagen von Alt-Smyrna bis zum römischen Trier, der griechische Tempelbau, römische …

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»Anhand der sechs Themen Geschichte, Stadt, Staat, Gesellschaft, Wohnung und Körper, die an je zwei Beispielen exemplifiziert werden, führt Stahl - ohne Vollständigkeitsanspruch - ine eine Reihe grundlegender kulturgeschichtlicher Aspekte des antiken Lebens ein. ... Ein schönes Buch über ?Botschaften des Schönen?, die uns Heutigen wirklich etwas vermitteln können.« Ulrich Lambrecht (Das Historisch-Politische Buch 06/09) »Dies ist ein ungewöhnliches, ja aufregendes Buch.« Uwe Walter (Geschichte für Heute 01/2009)

"Anhand der sechs Themen Geschichte, Stadt, Staat, Gesellschaft, Wohnung und Körper, die an je zwei Beispielen exemplifiziert werden, führt Stahl - ohne Vollständigkeitsanspruch - ine eine Reihe grundlegender kulturgeschichtlicher Aspekte des antiken Lebens ein. ... Ein schönes Buch über ?Botschaften des Schönen?, die uns Heutigen wirklich etwas vermitteln können." Ulrich Lambrecht (Das Historisch-Politische Buch 06/09) "Dies ist ein ungewöhnliches, ja aufregendes Buch." Uwe Walter (Geschichte für Heute 01/2009)
Prof. Dr. Michael Stahl hatte bis 2011 den Lehrstuhl für Alte Geschichte an der Technischen Universität Darmstadt.

Inhaltsangabe

Worum es geht

PROLOG
Johann Joachim Winckelmann und die Entdeckung der Griechen

GESCHICHTE - DER BRUNNEN DER VERGANGENHEIT UND DIE ERFINDUNG DER HISTORIE
1 . Geschichte als Kritik - Der Geschichtsschreiber Herodot im demokratischen Athen
2 . Geschichte als Monument - Kaiser Augustus und sein Forum in Rom

STADT - GEMEINSCHAFTEN UND IHRE LEBENSRÄUME
3 . Räume für die Bürgergemeinschaft - Alt-Smyrna, Milet und Priene
4 . Wie Stadt sich anfühlt - Ephesos, Trier und die Stadtkultur im römischen Weltreich

STAAT - BÜRGER UND MONARCHEN
5 . Wenn Bürger über sich selbst herrschen - Das Ordnungsmodell der griechischen Polis
6 . Der Alleinherrscher und das Ethos der Verantwortung - Die römische Monarchie im Spiegel der Ara Pacis Augustae

GESELLSCHAFT - PATRONE UND WOHLTÄTER
7 . Was die Gesellschaft im Innersten zusammenhält - Das patronale Ideal und die Stabilität gesellschaftlicher Hierarchie
8 . Ein anderer Sozialstaat - Die Leistungen der Eliten für das antike Gemeinwesen

WOHNUNG - DIE ORDNUNGEN DES AUGES
9 . Das schöne Haus der Gottheit - Tempelarchitektur und Gemeinschaftsleben in der griechischen Polis
10 . Wie wir wohnen, so wollen wir leben - Wohnkultur und Gesellschaft bei den Römern

KÖRPER - IDEALE BILDER DES MENSCHEN
11 . Das Schöne und das Gute - Die archaischen Kouros-Statuen und der griechische Mensch
12 . Gelungenes Leben - Klassiker der griechischen Plastik im 5 . Jahrhundert v. Chr.

EPILOG
Karl Friedrich Schinkel - ein Athen für die Moderne

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