Moderne und Ambivalenz - Bauman, Zygmunt

Zygmunt Bauman 

Moderne und Ambivalenz

Das Ende der Eindeutigkeit

Übersetzer: Suhr, Martin
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Moderne und Ambivalenz

Die Moderne hat sich eine unlösbare Aufgabe gestellt. Ihr Anspruch, die Welt durchschaubar zu machen, war von vornherein zum Scheitern verurteilt, weil er die grundsätzliche Ambivalenz der Welt und die Zufälligkeit unserer Existenz, unserer Gesellschaft und unserer Kultur leugnete.

Jeder Versuch, diese Tatsache aus der Welt zu schaffen, hat immer nur neue Ambivalenz erzeugt - ein Teufelskreis, der schließlich mit dem Nationalsozialismus in den Versuch mündete, alles Ambivalente zu vernichten. Erst die Postmoderne verabschiedet sich von dem Versprechen, eine übersichtliche Welt zu schaffen. Sie erkennt, daß der Wille, die unabänderliche Zweideutigkeit menschlicher Existenz zu beheben, gleichbedeutend ist mit dem Willen, den Menschen seiner Freiheit zu berauben. Möglicherweise bereitet die Postmoderne eine Zeit vor, in der wir gelernt haben werden, mit dem Zwei- und Vieldeutigen zu leben. Tolerant kann nur sein, wer die Ambivalenz alles Menschlichen anerkennt.
Zygmunt Bauman konfrontiert uns in seiner brillanten Studie mit den Schattenseiten des Projekts der Moderne.Er verarbeitet die Einsichten einer Philosophie der Kontingenz (Richard Rorty) und zeigt, daß wir nie wieder Zuflucht bei der Eindeutigkeit suchen dürfen.


Produktinformation

  • Verlag: Hamburger Edition
  • 2005
  • Neuausg.
  • Ausstattung/Bilder: Neuausg. 2005. 450 S.
  • Seitenzahl: 450
  • Deutsch
  • Abmessung: 212mm x 143mm x 36mm
  • Gewicht: 632g
  • ISBN-13: 9783936096521
  • ISBN-10: 393609652X
  • Best.Nr.: 14186050
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 05.12.2005

Revolte der Entsorgten
Das Buch zum Aufstand der Vorstädte: Der Soziologe Zygmunt Bauman studiert den Menschenmüll der Moderne
Der französische Innenminister Nicolas Sarkozy bezeichnete die unlängst randalierenden Jugendlichen in den Pariser Vororten als „Gesindel” - der Soziologe Zygmunt Bauman nennt sie „Abfall”. Anders als Sarkozy will Bauman Migranten, Heimatlose und Asylbewerber in seiner Studie „Verworfenes Leben” freilich nicht abwerten. Er spricht von ihnen aus anderem Grund als „menschlichem Abfall aus fernen Winkeln des Planeten, der in ,unserem Hinterhof‘ abgeladen wurde”.
Der Grund lautet: Bisher konnten sich die europäischen Gesellschaften die hässlichen wie unvermeidlichen Nebenprodukte ihrer Modernisierung vergleichsweise leicht vom Hals schaffen. Gegen die Arbeitslosigkeit schickten sie Heere „überflüssiger Menschen” nach Amerika, gegen die Kriminalität verschifften sie Häftlinge nach Übersee, und den Rohstoffhunger ihrer modernen Fabriken sättigten die Kolonien. Doch die Zeit, in der lokale Probleme auf diese Weise global gelöst werden konnten, ist vorbei, so Baumans These: „Unser Planet ist voll”, die …

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Zygmunt Bauman ist Professor emeritus für Soziologie an der Universität Leeds. 1992 erhielt er den Amalfi-Preis für Soziologie und wurde 1998 mit dem Theodor W. Adorno-Preis der Stadt Frankfurt ausgezeichnet.

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