Die Erfindung des Ich - Kaufmann, Jean-Claude

Jean-Claude Kaufmann 

Die Erfindung des Ich

Eine Theorie der Identität

Übersetzer: Beck, Anke
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Die Erfindung des Ich

Ein Rundgang durch die "Fabrik der Identitäten" mit ihren unzähligen Möglichkeiten, seinem Leben Sinn zu geben: Kaufmann zeigt, wie schwer Identitätsarbeit und wie erschöpfend es ist, man selbst zu sein, aber auch, welche Strategien es gibt, um dieser Anstrengung zu entfliehen. Er erzählt von Individuen auf der Suche nach dem Sinn ihres Lebens, beim Blättern im Fotoalbum oder am Morgen nach der ersten Liebesnacht, als Beatles-Fans oder Anhänger einer Religion. Mit Hilfe der Reflexion gelingt es dem modernen Menschen in einer unsicheren Welt, sich selbst zu finden und erfinden. Denn, so formuliert Kaufmann - in Anlehnung an Rimbaud und im Gegensatz zu ihm : »Je n'est pas un autre.«

Der Begriff "Identität" ist allgegenwärtig: eine Idee, die alle Bereiche der Gesellschaft durchdringt, ohne dass wirklich klar wäre, was genau sie bedeutet. "Wer bin ich, wer werde ich sein, was ist der Sinn meines Lebens?", fragt sich das Individuum, seit dem es sich im Laufe des vergangenen Jahrhunderts aus den Fesseln der traditionellen Bindungen gelöst hat und nun selbst für sein Leben verantwortlich ist, sich jeden Tag aufs Neue selbst entwerfen kann - und muss.

Jean-Claude Kaufmanns Studie ist ein Rundgang durch die "Fabrik der Identitäten" mit ihren unzähligen Möglichkeiten, dem eigenen Leben Sinn zu geben. Er zeigt, wie schwer Identitätsarbeit und wie erschöpfend es ist, man selbst zu sein, aber auch, welche Strategien es gibt, um dieser Anstrengung zu entfliehen. Er erzählt von Individuen auf der Suche nach dem Sinn ihres Lebens, beim Blättern im Fotoalbum oder am Morgen nach der ersten Liebesnacht, als Beatles-Fans oder Anhänger einer Religion. Mit Hilfe der Reflexion gelingt es dem modernen Menschen in einer unsicheren Welt, sich selbst zu finden und erfinden.


Produktinformation

  • Verlag: Uvk
  • 2005
  • Ausstattung/Bilder: 2005. 300 S.
  • Seitenzahl: 334
  • Deutsch
  • Abmessung: 211mm x 132mm x 22mm
  • Gewicht: 370g
  • ISBN-13: 9783896695338
  • ISBN-10: 3896695339
  • Best.Nr.: 14437097
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 10.04.2006

Frühlingserwachen - mit mir oder ohne mich?
Kein Ich, nirgends: Drei Bücher fragen, wie das Gefühl zustande kommt, ein Jemand zu sein

Wir haben keine Schwierigkeiten zu verstehen, was Menschen meinen, wenn sie "ich" sagen. Heikler wird es, wenn von ihrem "Ich" die Rede ist. Da kann es zu eher merkwürdig klingenden Fragen kommen. Im ersten Kapitel von Werner Siefers und Christian Webers Buch lauten sie so: "Was ist der harte Kern des Ich? Aus welchem Stoff besteht er? Und wo genau sitzt er?" Fragen, von denen die beiden Wissenschaftsredakteure der Zeitschrift "Focus" meinen, daß sie die nachdenklichen Menschen der westlichen Welt fast dreitausend Jahre lang umgetrieben hätten. Um sie zu beantworten, haben die beiden Autoren Wissenschaftler aus einer ganzen Reihe von Disziplinen befragt "und natürlich und vor allem die Neurowissenschaftler".

Die besondere Neigung zu den Neurowissenschaften errät man an der Formulierung der Fragen. Schließlich käme kein Entwicklungspsychologe, Soziologe oder Anthropologe auf die Idee, nach Stoff und Lokalisierung des "Ich" zu fragen. Aber die Hirnforschung wird mit Vorliebe bemüht, um "Illusionen" zu …

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Perlentaucher-Notiz zur FR-Rezension

Auch wenn letzte Fragen unklar bleiben, findet Peter Kropp diesen Versuch des Soziologen Jean-Claude Kaufmann, eine Theorie der Identität zu entwickeln, die das Zusammenspiel von Individuum, Gesellschaft und Identitätsarbeit in den Blick nimmt und mit der Frage nach Sinngebung verknüpft, durchaus aufschlussreich. Sein Überblick über bisherige Theorieansätze wirkt auf Kropp recht "akrobatisch", erweist sich doch der Identitätsbegriff als flächendeckend definitionsresistent. Immerhin kristallisiert sich als gemeinsame Fragestellung heraus, ob sich der Prozess der Identitätsbildung eher individuell und subjektiv oder kollektiv und objektiv umschreiben lässt. Die Gegenwart beschreibe Kaufmann als Zeitalter einer radikalen Individualisierung, die zu Konkurrenzkampf, Vereinsamung, Depression führe. Etwas überraschend findet Kropp, dass Kaufmann im Schlusskapitel ein Zurück als nicht möglich und nicht wünschenswert ausschließt, zumal ihm der gesamte Text bis dahin "wie eine Krankheitsgeschichte des Subjekts in Zeiten der radikalen Individualisierung" vorkam. Der Autor meine offenbar, das Individuum könne all die vielfältigen Faktoren mithilfe der Schablone der Reflexion filtern, um sich selbst zu finden und seinem Leben Sinn zu geben. Zum Bedauern des Rezensenten verrät Kaufmann allerdings nicht, "wie dieser Zauber funktionieren könnte".

© Perlentaucher Medien GmbH

"Die in einer so lässigen wie griffigen Sprache vorgelegte Hermeneutik des modernen Individuums ist wohltuend nüchtern, aber nicht perspektivlos." Theologische Revue "Die Monografie gestaltet sich als nachvollziehbare und gut zu lesende Darstellung zum Begriff der Identität." www.literaturkritik.de

"Die in einer so lässigen wie griffigen Sprache vorgelegte Hermeneutik des modernen Individuums ist wohltuend nüchtern, aber nicht perspektivlos." Theologische Revue "Die Monografie gestaltet sich als nachvollziehbare und gut zu lesende Darstellung zum Begriff der Identität." www.literaturkritik.de
Jean-Claude Kaufmann ist verheiratet, hat zwei Kinder und lebt in der Bretagne. Er hat seine Laufbahn als Soziologe 1969 begonnen. Seit 1977 arbeitet er am Centre National de la Recherche Scientifique (CNRS), zunächst als Forschungsbeauftragter, seit 2000 als Forschungsdirektor. Er ist Mitglied des Centre de Recherche sur les Liens Sociaux (CERLIS), eines CNRS-Instituts der Universität Paris V Sorbonne, wo er auch lehrt.

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