Der soziologische Diskurs der Moderne - Nassehi, Armin

Armin Nassehi 

Der soziologische Diskurs der Moderne

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Der soziologische Diskurs der Moderne

Wie funktioniert eigentlich die Soziologie? Vor welchem Publikum bewährt sie sich? Wie konstruiert sie ihren Gegenstand? Und welche Probleme löst sie, die wir ohne sie nicht hätten? Nassehis Antworten ergeben weder eine Geschichte noch eine systematische Darstellung der Soziologie. Es geht ihm vielmehr um eine Kritik der soziologischen Vernunft. Das zentrale Verfahren ist daher das der klassischen (Erkenntnis-)Kritik - einer Kritik, die die Bedingungen auslotet, durch die soziologisches Denken möglich wird. Neben einer Kritik der reinen Soziologie geht es auch um eine Kritik der handelnden, der authentischen, der operativen und der gesellschaftlichen Vernunft. Diese Rekonstruktion führt zu einem Konzept einer Gesellschaft der Gegenwarten, das den veränderten Bedingungen einer Gesellschaft Rechnung tragen soll, die selbst nicht mehr an die Konstruktionen ihrer soziologischen Vernunft glaubt.


Produktinformation

  • Verlag: Suhrkamp
  • 2009
  • Ausstattung/Bilder: 2009. 481 S.
  • Seitenzahl: 481
  • Suhrkamp Taschenbücher Wissenschaft Nr.1922
  • Best.Nr. des Verlages: 29522
  • Deutsch
  • Abmessung: 178mm x 110mm x 25mm
  • Gewicht: 290g
  • ISBN-13: 9783518295229
  • ISBN-10: 3518295225
  • Best.Nr.: 25551896
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 26.06.2006

Wie es ist, wenn ein Buch immer dicker wird
Irgendwie muß man das Zeug ja einordnen: Armin Nassehi dreht Sozialtheorien durch den Wolf

Durkheim. Durkheim auf Parsons. Der zurück auf Weber. Dewey steht völlig frei, aber kommt nicht ins Spiel. Jetzt Habermas, immer anspielbereit. Habermas müßte abgeben, bleibt an Foucault hängen. Habermas kämpft, erobert das Leder zurück, nimmt Parsons und Mead mit und schickt steil auf . . . Nassehi!

Es mag in diesen Tagen erlaubt sein, den Zusammenhang der großen Gesellschaftstheorien so zu beschreiben: Bedeutende Soziologen und Philosophen, seit mehr als einhundert Jahren auf demselben Feld, gruppieren sich zu wechselnden Mannschaften, spielen einander Ideen zu, verpassen Vorlagen, gehen in Zweikämpfe und verfolgen dabei kompetitiv dasselbe Ziel, nämlich eine angemessene Beschreibung der modernen Gesellschaft.

Auch Armin Nassehi, der Münchner Soziologe, beschreibt das, was er den soziologischen Diskurs der Moderne nennt und in welchen er sich mit dem vorliegenden Wälzer gewissermaßen selbst eingewechselt hat (knapp fünfzig Selbsteinträge im Register, mehr als Max Weber, Pierre Bourdieu …

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Perlentaucher-Notiz zur NZZ-Rezension

Armin Nassehi veranstalte ein großes Gemetzel unter dem von der Soziologie so sorgsam gepflegten Theoriepluralismus, berichtet Rezensent Hans Bernhard Schmid. Der Autor erzähle eine große Geschichte unterlegener und überlegener Theorien. Dies zelebriere Nassehi "wieder einmal" mit einer großen Freude an Reflexion, nicht aber an Argumentation, bemängelt der Rezensent. Zunächst müssten alle subjektverhafteten Theorien über die Klinge springen, dann die Rational-Choice Apologeten, und schließlich selbst noch die "Stichwortgeber" von Nassehi, die Praxis-Beschwörer. Denn ihnen, referiert der Rezensent des Autors Volte, mangele es an jenem erhöhten Reflexionsniveau, das auch noch die eigene Theorie "gegenwissenschaftlich" hinterfragt. Dies leiste nur Niklaus Luhmann. Der Autor liefere aber nicht nur kaum Argumente für seine Geschichte der Soziologie, kritisiert der Rezensent zu guter Letzt, "neue Beschreibungen" oder Gesellschaftsanalysen seien in der umfangreichen Studie gleichfalls Mangelware.

© Perlentaucher Medien GmbH
Dr. Armin Nassehi, geboren 1960 in Tübingen, ist Professor für Soziologie an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Neben seiner akademischen Tätigkeit ist er als Redner und Berater in verschiedenen Branchen und Organisationen gefragt.

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