Jüdische Literatur Lateinamerikas; Letras Judias Latinoamericanas

Jüdische Literatur Lateinamerikas; Letras Judias Latinoamericanas

Texte z. Tl. auch in Hebräisch, Jiddisch, brasilianischem Portugies. u. Span.

Hrsg. v. Tobias Burghardt u. Delf Schmidt
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Jüdische Literatur Lateinamerikas; Letras Judias Latinoamericanas

Mit der im Jahr 1910 veröffentlichten Erzählungssammlung "Die jüdischen Gauchos" des argentinischen Autors Alberto Gerchunoff begann der neue spanischsprachige Zweig, die "Letras Judías Latinoamericanas", während in Brasilien der neue portugiesischsprachige Zweig entstand.
In der multikulturellen und multi-ethnischen Wirklichkeit Lateinamerikas hat diese jüdische Tradition eine unverwechselbare Identität gefunden, die sich gerade in der Poesie, aber auch in der Essayistik und Prosa manifestiert. Textproben u. a. von Itzjok Ianasovich, Jacobo Glantz, David Rosenmann-Taub, David Turkeltaub, Juan Gelman, Alejandra Pizarnik, Eliahu Toker, Luisa Futoransky, José Kozer, Tarnara Kamenszain, Moacyr Scliar, Manuela Fingueret, Santiago Kovadloff stellt das "Literaturmagazin" in einer viersprachigen Anthologie (jiddisch, spanisch, portugiesisch: deutsch) vor.
Im Vorfeld zum 100. Geburtsjahr von Jorge Luis Borges, der die lateinamerikanisch-jüdische Tradition sympathisch begleitete, beleuchtet die Essayistin Edna Aizenberg Borges' "kabbalistische Facette", die zur jüdischen Identität Lateinamerikas wesentlich beitrug.


Produktinformation

  • Verlag: Rowohlt, Reinbek
  • 1998
  • 1998.
  • Ausstattung/Bilder: 185 S. m. Abb.
  • Seitenzahl: 192
  • Rowohlt Literaturmagazin H.42
  • Deutsch
  • Abmessung: 223mm x 139mm x 17mm
  • Gewicht: 296g
  • ISBN-13: 9783498039059
  • ISBN-10: 3498039059
  • Best.Nr.: 07614223
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 27.04.1999

Das weichgerittene Europa
Hoch zu Pferd kommt angetrabt: Jüdische Literatur in Südamerika

Im letzten Jahrzehnt des neunzehnten Jahrhunderts befanden sich viele der frommen, zur Auswanderung entschlossenen Einwohner osteuropäisch-jüdischer Dörfer in einer Zwickmühle. Sollten sie nach Zion aufbrechen, um in Erwartung des Messias die steinige Wüste zu beackern? Oder sollten sie der Verheißung der bunten Pamphlete folgen, in denen ihnen die "Baron de Hirsch Stiftung" ein landwirtschaftliches Paradies in der Neuen Welt versprach? Die Frommen zog es nach Zion, die Waghälse nach Südamerika.

Sophistisch rechtfertigen die Neusüdamerikaner ihre Wahl. "Vergessen Sie nicht, mein verehrter Rebbe", sagt ein Gelehrter in Alberto Gerchunoffs argentinischem Klassiker "Die jüdischen Gauchos" (1910), "was im Zerohim, dem ersten Buch des Talmud, steht, wenn die Rede vom Leben auf dem Lande ist: Es ist das einzige gesunde und würdige Leben in der Gnade Gottes. Deshalb vergaß ich in meiner Freude, als Rabbi Zadock-Kahn mir die Auswanderung nach Argentinien ankündigte, die Rückkehr nach Jerusalem - und mir kam die Textstelle von Jehuda Halevi ins …

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