Die Hoffnung der Pandora - Latour, Bruno

Bruno Latour 

Die Hoffnung der Pandora

Untersuchungen zur Wirklichkeit der Wissenschaft. Nachwort: Latour, Bruno

Übersetzung: Roßler, Gustav
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Produktinformation

  • Verlag: Suhrkamp
  • 2010
  • 3. Aufl.
  • Ausstattung/Bilder: 385 S. m. Abb.
  • Seitenzahl: 386
  • Suhrkamp Taschenbücher Wissenschaft Nr.1595
  • Best.Nr. des Verlages: 29195
  • Deutsch
  • Abmessung: 178mm x 108mm x 19mm
  • Gewicht: 240g
  • ISBN-13: 9783518291955
  • ISBN-10: 3518291955
  • Best.Nr.: 10301080
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 14.11.2000

Köstliches Gefühl, wildtätig zu sein
Das große Umkrempeln: Bruno Latour liefert die Metatheorie zur Zukunftstechnik / Von Andreas Platthaus

Im Namen der Weltrevolution: "Eine gewaltige Verschiebung findet statt, eine Verschiebung von der Wissenschaft zu etwas, das wir Forschung nennen könnten, und in dieser Bewegung wird die Wissenschaftsforschung als Geisel genommen." Wer spricht da? Bruno Latour in seinem Buch "Die Hoffnung der Pandora". Was ist Verschiebung? Eine Bewegung zwischen zwei Bezugsebenen, die "zu einer Tiefe der Sicht führt, so als hätte man es mit einer differenzierten Welt zu tun". Was ist eine differenzierte Welt? Eine Welt, die nicht auf einen normativen Unterschied zwischen Wissenschaft und Nicht-Wissenschaft gegründet ist, sondern viele Differenzen ermöglicht - "und damit ein sehr viel feineres normatives Urteil, das nicht auf den Schwächen der modernistischen Übereinkunft aufbaut". Was ist die modernistische Übereinkunft? Eine Tradition in der Weltbetrachtung, durch die "Fragen, die nicht getrennt gelöst werden können und alle zusammen in Angriff genommen werden müssen, in inkommensurable Probleme verwandelt und …

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Bruno Latour wurde 1947 im der burgundischen Kleinstadt Beaune als Sohn einer Winzerfamilie geboren. Nach einem Studium der Philosophie und Anthropologie promovierte er 1975 an der Universität Tours. 1979 veröffentlichte Latour zusammen mit dem britischen Soziologen Steve Woolgar Laboratory Life, das Ergebnis seiner Feldstudien im Labor des späteren Nobelpreisträgers Roger Guillemin. Dabei konnte Latour aufzeigen, welche Rollen rhetorische Strategien und technische Artefakte bei der "Konstruktion wissenschaftlicher Tatsachen" spielen. Mit dem 1987 erschienenen Science in Action weitete Bruno Latour diese zunächst sozialkonstruktivistische Argumentation auf das Gebiet der Technik aus. Er entwickelte zusammen mit anderen Soziologen, vor allem Michel Callon und John Law, die Akteur-Netzwerk-Theorie, die über den Sozialkonstruktivismus hinausgeht. Anders als dieser geht die Akteur-Netzwerk-Theorie nicht davon aus, dass Technik und Wirklichkeit sozial konstruiert sind. Vielmehr wird davon ausgegangen, dass Technik/Natur und das Soziale sich in einem Netzwerk wechselseitig Eigenschaften und Handlungspotentiale zuschreiben. Latour entwickelte später auf Basis dieser Überlegungen mit "Wir sind nie modern gewesen" und "Das Parlament der Dinge" eine Kritik der "modernen" Gesellschaft. 1987 erfolgte die Habilitation an der Ecole des Hautes Etudes en Sciences Sociales. In den Science Wars der 90er Jahre wurde Latour unter anderem von Alan Sokal heftig kritisiert. In "Die Hoffnung der Pandora" setzte sich Latour mit dieser Kritik auseinander. 1982 wurde er Professor für Soziologie an der Ecole Nationale Supérieure des Mines in Paris. Neben seiner wissenschaftlichen Tätigkeit im engeren Sinne kuratierte er zusammen mit Peter Weibel die Ausstellungen Iconoclash (2002) und Making Things Public (2005) am Karlsruher Zentrum für Kunst und Medientechnologie. 2008 wurde Bruno Latour mit dem "Siegfried Unseld Preis" ausgezeichnet.
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