Wie der gordische Knoten gelöst wurde

Wie der gordische Knoten gelöst wurde

Anekdoten der Weltgeschichte, historisch erklärt

Hrsg. v. Matthias Steinbach
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Wie der gordische Knoten gelöst wurde

Der sagenumwobene gordische Knoten, der Herrschaft über ganz 'Asia', also Persien demjenigen versprach, der ihn löste, wurde von Alexander dem Großen, der natürlich um seine Bedeutung wusste, ganz einfach durchgehauen. Der Kern dieser wohl berühmtesten Anekdote der Weltgeschichte: Mit Gewalt geht alles schneller (kaputt). Historiker mögen diese Erzählform nicht unbedingt, aber sie können sie mit Gewinn nutzen zur Erhellung des Allgemeinen und des Hintergründigen hinter allen Fakten. Der vom Braunschweiger Historiker Matthias Steinbach zusammengestellte Band unternimmt genau dies: In kürzeren Essays werden allgegenwärtige Geschichtsanekdoten von Alexander dem Großen bis zu Helmut Kohl im Hinblick auf ihre mindestens doppelte Wahrheit erklärt und interpretiert.


Produktinformation

  • Verlag: Reclam, Ditzingen
  • 2011
  • Ausstattung/Bilder: 2011. 250 S.
  • Seitenzahl: 250
  • Reclam Taschenbuch Bd.20227
  • Deutsch
  • Abmessung: 189mm x 121mm x 15mm
  • Gewicht: 213g
  • ISBN-13: 9783150202272
  • ISBN-10: 3150202272
  • Best.Nr.: 32628082

Inhaltsangabe

Matthias Steinbach "Herr Bundespräsident, ich melde: keine besonderen Vorkommnisse!"

Zum Bildungswert anekdotischen Erzählens

Thorsten Beigel Herodot und die Pyramiden

Gerhard Schildt Konfuzius in Verlegenheit

Sven Ballenthin Herodots ?Vermessung des Pontos?. Vom Abenteuer Seefahrt in der Antike

Thorsten Beigel Aristeides und das Scherbengericht

Alexander Demandt Alexander löst den Gordischen Knoten

Jenny Rahel Oesterle Wen der Kalif nicht riechen kann. Zeremonielle Ordnung und Ordnungsverletzung am Kalifenhof in Bagdad

Christoph Friedrich Weber ?Viel Feind, viel Ehr?. Kaiser Heinrich IV. am Grab seines Gegenkönigs

Katrin Beyer Krone gegen Krummstab. Thomas Becket als Nothelfer wider Willen

Folker Reichert Christus in China. Von der Ehrerbietung, die der Großkhan dem Gekreuzigten erwies

Christoph Friedrich Weber Die Perspektive des Mächtigen. Michelangelo korrigiert für Piero Soderini die Nase des David

Sven Schlotter ?Fürstenblut für Ochsenblut?. Friedrich Schiller über ein Frühstück des Herzogs von Alba auf dem Schloss zu Rudolstadt

Jörg Ganzenmüller Die ?Potemkinschen Dorfer?: Von einem Gerücht am Zarenhof zur Metapher für die Europaisierung Russlands

Matthias Steinbach ?Der König in der Klippschule?. Vom Soldatenlehrer als Modernisierer der preußischen Volksschule

Erich Unglaub Eine 'Wachtstubengeschichte' und die Schlacht bei Jena (1806): Heinrich von Kleists ?Anekdote aus dem letzten preußischen Kriege?

Peter Schäfer Gestörte Badefreuden oder Wie man zu einem Interview mit dem amerikanischen Präsidenten kommt

Heidi Mehrkens Das Konterfei des Kaisers. Louis Napoleon Bonaparte auf der Reise in den Midi (1852)

Gerd Biegel Braunschweigerin, Brasilianerin oder Staatenlose? Ricarda Huch als Opfer der Bürokratie

Herbert Mehrtens ?Liebe, Gesetz und Schornsteinfeger? oder Ob eine Taschenuhr ein Punkt sein kann. Die Kontroverse zwischen Gottlob Frege und David Hilbert

Philippa Söldenwagner ?Whisky-Soda? oder Von der Wirkung des Alkohols in Deutsch-Ostafrika

Stefan Gerber Unschuldspanzer und Fehdehandschuh. Die Handschuhe des Grafen von Brockdorff-Rantzau

Günter Schmidt Heroisches Versuchskarnickel - Bertolt Brechts Soldat von La Ciotat

Matthias Steinbach Vergissmeinnicht - oder Hindenburg in der Grube

Erich Unglaub ?Herz und Hose? - Das Hotel d'Angleterre und der dänische Widerstand

Uwe Dathe ?Herr General, hören Sie nicht darauf. Meine Ratgeber sagen mir das gleiche.? Ludwig Erhard und die Geburtsstunde der Sozialen Marktwirtschaft

Matthias Steinbach Breschnews Tod - oder ?Die Kremlmauer als Tor zur Hölle?

Hans-Peter Harstick ?Ein Volk, Ein Reich, Ein Kohl!? Die Niederlande 1989/90 im Bann der deutschen Frage

Zu den Autorinnen und Autoren

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Bewertung von MaWiOr aus Halle am 11.06.2011 ***** sehr gut
Wer kennt sie nicht, die Anekdote um den sagenumwobenen gordischen Knoten, den einst Alexander der Große mit einem Schwerthieb gelöst haben soll? Oder Kleists berühmte literarische „Anekdote aus dem letzten preußischen Kriege“, in der bei der Schlacht von Jena und Auerstedt (1806) ein einzelner preußischer Reiter der französischen Übermacht trotzte?

Der vorliegende Reclam-Band „Wie der gordische Knoten gelöst wurde“ versammelt nun Anekdoten der Weltgeschichte, die in kürzeren Essays historisch erklärt werden. Insgesamt 27 Geschichtsanekdoten haben Herausgeber Matthias Steinbach und sein renommiertes Autorenteam zusammengetragen und auf ihre mindestens doppelte Wahrheit untersucht.

Dabei bietet die Sammlung nicht nur die allseits bekannten Anekdoten sondern auch entlegene und zufällige Geschichten. Die Palette reicht von der Cheops-Anekdote des griechischen Historikers Herodot über die „Potemkinschen Dörfer“ im zaristischen Russland und Friedrich den Großen, dem „König in der Klippschule“, bis zu heiteren Anekdoten aus der Zeit der deutschen Wiedervereinigung 1989/90.

Anekdoten sind ein interessantes literarisches Metier, die einen außergewöhnlichen Vorfall oder bemerkenswerten Tatbestand erzählen. Ihre historischen Varianten öffnen quasi Fenster und Türen zur Vergangenheit und „künden vom Rauch, der ein Feuer anzeigt“. In ihnen spiegelt sich Weltgeschichte und als Streiflichter fallen sie auf die gesamte Geschichte und ihre „Aktionsräume“ fallen.

Die Herausforderung für die Autoren bestand darin, diese verborgenen Wahrheiten und Realitäten aufzuspüren und zu entschlüsseln. So untersucht der Historiker Stefan Gerber den alten lateinischen Spruch „Vae victis“ („Wehe den Besiegten“) im Zusammenhang mit den Friedensverhandlungen nach dem Ersten Weltkrieg, wo der deutsche Verhandlungsführer Graf von Brockdorff-Rantzau den Vertrag von Versailles mit weißen Handschuhen unterschrieb.

Jeder Anekdoten-Essay wird durch einige Literaturhinweise ergänzt, sodass eine ver-tiefende Beschäftigung leicht möglich ist. Die 250 Seiten sind nicht nur für jeden historisch Interessierten ein Gewinn, sie sind für jeden Leser eine kurzweilige und spannende Lektüre.

Manfred Orlick

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