Lou Andreas-Salomé - Decker, Kerstin

Kerstin Decker 

Lou Andreas-Salomé

Der bittersüße Funke Ich

Gebundenes Buch
 
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Lou Andreas-Salomé

"Gehst Du zum Weibe, vergiss die Peitsche nicht!" für Nietzsches wohl bekanntesten Ausspruch ist Lou Andreas-Salomé mitverantwortlich. Der von ihr zurückgewiesene Philosoph rettete sich in Verachtung. Wer war diese Frau, die Rilkes frühe Dichtung in den Papierkorb beförderte, mit Nietzsche über Philosophie und mit Freud über Psychoanalyse diskutierte von ihnen allen als ebenbürtig anerkannt ? Zum 150. Geburtstag Lou Andreas-Salomés wirft Kerstin Decker einen neuen Blick auf diese hochintelligente und charakterstarke Frau, deren Wiederentdeckung sich lohnt.

War sie Muse oder Monstrum? Den Männern schien sie beides. "Du warst der Abgrund, der mich verschlang", schrieb Rilke. Den Heiratsantrag des Orientalisten Friedrich Carl Andreas nahm sie unter der Bedingung an, nie das Bett mit ihm teilen zu müssen. Ihre Liebhaber wählte sie selbst. Vor allem aber schrieb sie bis heute beeindruckende Bücher über Ibsen, Nietzsche, Rilke, über Jesus und Gott, über Weiblichkeit, Erotik und "Psychosexualität". Sie war das Paradebeispiel der emanzipierten Frau, stand der Emanzipation jedoch skeptisch gegenüber. Jenseits aller Klischees gelingt es Kerstin Decker zum ersten Mal, das noch immer rätselhaft, ja widersprüchlich erscheinende Wesen dieser Frau überraschend einheitlich zu deuten, im Sinne einer tiefen Menschlichkeit.


Produktinformation

  • Verlag: Propyläen
  • 2010
  • Ausstattung/Bilder: 2010. 361 S. m. 27 SW-Bildtaf.
  • Seitenzahl: 361
  • Deutsch
  • Abmessung: 224mm x 148mm x 38mm
  • Gewicht: 638g
  • ISBN-13: 9783549073841
  • ISBN-10: 3549073844
  • Best.Nr.: 29733705
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 09.02.2011

Im Weiblichen liegt die Vollendung

Lou Andreas-Salomé gilt als "Übermädchen" der Moderne. Eine Biographie zeigt: Sie lernte nicht nur von Freud und Nietzsche, sie dachte mutig über sie hinaus.

Im Jahr 1882 ist die St. Petersburger Generalstochter Lou Andreas-Salomé 21 Jahre alt; in diesem Jahr lernt sie in Rom zunächst den Positivisten und Moralphilosophen Paul Rée, dann im April dessen Freund Friedrich Nietzsche kennen. Beider Heiratsanträge lehnt sie ab, um die Denkerfreundschaft zu dritt zu bewahren. Sie wird auf ihrer körperlichen Enthaltsamkeit bestehen, bis sie 1897 Rilke trifft und ihn mit der Liebe bekannt macht. In die Ehe mit dem Orientalisten Friedrich Carl Andreas willigt sie nur unter der Bedingung ein, nie mit ihm das Bett zu teilen. So sucht sie Konstruktionen, die ihr als Frau - in der Gesellschaft der Zeit - die Freiheit und ihrem eigenen analytischen Werk die Zukunft erhalten können. Auf die Psychoanalyse, die dem Erlebten eine operative Form geben kann, zielt dieses Werk - es findet seit 1912 in der Freundschaft mit Sigmund Freud sein Siegel. Wie konnte sich Lou als "Übermädchen" ihrer Männer durchsetzen? Die Antwort lautet: …

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Perlentaucher-Notiz zur FR-Rezension

Ein echtes Vergnügen war diese Biografie für den Rezensenten Oliver Pfohlmann, was auch an der "sprühenden Sprachlust" der Berliner Autorin Kerstin Decker liege. Aber vor allem natürlich an ihrem Sujet: der flamboyanten Lou Andreas-Salome. Die schätzt Pfohlmann als Schriftstellerin und Psychoanalytkerin, aber mehr noch als große Überwinderin der Konventionen, für die jede gesellschaftliche Schranke zum "Kreidestrich" wurde. Die gebrochenen Männerherzen, die ihren Weg säumten - Nietzsche über Rilke bis Wedekind waren ihr verfallen - erwecken allerdings sein Mitgefühl. Schließlich gewinnt er doch den Eindruck, andere Menschen seien für sie bloß zur Wunscherfüllung da - "nicht anders als die Kindermonster unserer Gegenwart".

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 12.02.2011

Nietzsche wollte sie küssen, aber sein Schnäuzer war im Weg
An diesem Samstag vor 150 Jahren wurde Lou Andreas-Salomé geboren, „Deutschlands erste Intellektuelle“. Kerstin Decker wird ihr mit einer kapriziösen, lebhaften Biographie gerecht
Zu ihrem 43. Geburtstag am 12. Februar 1904 kamen Nelken und Maiglöckchen von Rainer Maria Rilke aus Rom. Da war sie in ihrer Göttinger Villa „Loufried“ gerade damit beschäftigt, sich und den Blumensender als Geschwister namens „Gitta“ und „Balduin“ in einem ihrer Romane zu verewigen, für deren Sprache ihre Biographin Kerstin Decker jetzt die treffende Formel gefunden hat: „Courths-Mahler nach einer Überdosis Philosophie“.
Lou Andreas-Salomé konnte sich diesen Cocktail erlauben, hatte sie doch ihren Rang als souveräne Denkerin und Essayistin längst bewiesen. Es machte ihr Spaß, Personen aus ihrem privaten Umfeld in einem Schlüssel-Epos auftreten zu lassen, das mit den Tricks zeitgenössischer Unterhaltungsliteratur arbeitete. Und doch stand auch dieses Spiel noch im Dienste der Erkenntnissuche, die ihr Lebenszweck war – von der behüteten Kindheit als Generalstochter in St. Petersburg bis zu …

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"Lou Andreas-Salomé hat ein eigenwilliges Leben geführt. Wie reich an Erfahrungen es gewesen ist, das zeigt diese Biografie. Ein hervorragend geschriebenes Buch und eine Entdeckung." RBB/Stilbruch, Margarete Kreuzer, 21.10.2010 "Kerstin Decker [ ] setzt gekonnt auf Empathie und vergegenwärtigt ein außergewöhnliches Leben und Denken mit den Mitteln von erlebter Rede und Präsens. Es ist vor allem Deckers sprühende Sprachlust, die dieses Buch zu einem Lesevergnügen macht." Frankfurter Rundschau, Oliver Pfohlmann, 13.12.2010 "Es sind [ ] solche prägnanten Kommentare, die Deckers Werk über Lou Andreas-Salomé, ihren Lebensgang und ihre Gedankenwelt, ihren Freiheitsdrang und ihre Affären zum Lesevergnügen machen. [ ] Ganz nach Art der kapriziösen Lou wechselt die Autorin von der szenischen Darstellung zur analytischen Durchdringung, von der empatischen Emphase zur distanzierten Ironie." Süddeutsche Zeitung, 12./13. Februar 2011 "Kerstin Decker schreibt mit federnder Leichtigkeit und leiser, dezenter Ironie. Schon nach den ersten Sätzen ist man gefangen. Und bleibt es auch auf den nächstendreihundert Seiten. [ ] Schöner, virtuoser kann man sich ein Lou-Portrait kaum denken." Neues Deutschland, 15.12.2010
Kerstin Decker, geboren 1962 in Leipzig, Studium der Journalistik und Philosophie in Leipzig und Berlin. Als Buchautorin, Theater- und Filmkritikerin, Reporterin des Tagesspiegel und Kolumnistin der taz in Berlin tätig.

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Kundenbewertungen zu "Lou Andreas-Salomé" von "Kerstin Decker"

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Bewertung von narnia aus Alt Ruppin am 14.11.2010 ***** ausgezeichnet
Wer war sie denn nun wirklich . diese Louise Andreas - Salome? Vor 150 Jahren wurde die Russin geboren und erschreckte die genialen Geister ihrer Zeit durch eigenständiges Denken.

Kerstin Decker hat der rätselhaften, weil widersprüchlichen Frau, über die sich die Männerwelt nicht einig werden konnte, ob sie nun eine Muse oder gar ein Monstrum sei, mit diesem Buch ein Denkmal gesetzt. Einfühlsam beschreibt die promovierte Philosophin das Leben der Lou Andreas - Salome und streut eine Vielzahl ihrer Tagebucheintragungen in das Buch hinein, so dass der Leser den Eindruck hat, sie würde selbst aus ihrem Leben plaudern.

1861 wurde Louise in St. Petersburg geboren. Aus Gewissensgründen verweigert sie mit 17 Jahren die Konfirmation. Später studiert sie in Zürich und veröffentlicht ihr Buch "Im Kampf um Gott". Von Russland wird sie ihr ganzes Leben lang nicht loskommen. Als sie im Februar 1937 in ihrem Haus in Göttingen stirbt hat sie ein reiches Leben gelebt, dass voller Begegnungen und Erlebnissen war, die sie geprägt haben und in denen sie vor allem den Männern jener Zeit Gedankenanstöße gegeben hat, wie es für eine Frau jener Zeit nicht üblich war.

Egal ob Friedrich Nietzsche, Rainer Maria Rilke oder Gerhart Hauptmann und viele andere waren von ihrer Klugheit und ihren Reizen fasziniert.


Christian Döring, www.buecherveraendernleben.npage.eu

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