Nur ein Spielmann - Andersen, Hans Chr.

Hans Chr. Andersen 

Nur ein Spielmann

Roman. Mit e. Nachw. v. Johan de Mylius

Aus d. Dän. v. Bernd Kretschmer
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Nur ein Spielmann

Andersens Roman aus dem Jahr 1837 erzählt die bewegende Geschichte zweier unterschiedlicher Temperamente und Lebensentwürfe. Da ist zum einen der arme Schneidersohn Christian, der von einem ruhmreichen Leben als Musiker träumt, aufgrund seiner Herkunft aber am Ende nur ein unbedeutender Spielmann wird. Und da ist zum anderen die selbstbewusste Naomi, Christians leidenschaftliche Antipodin aus wohlhabendem Haus, in die Christian hoffnungslos verliebt ist, die ihr eigenes Glück aber in der Welt von Adel und Libertinage zu finden hofft. Dem wechselhaften Schicksal beider Figuren folgt der Roman von Kopenhagen bis Rom, von Wien bis Paris und entfaltet dabei ein detailliertes Bild seiner Zeit. Eindrucksvoll zeigt die Neuübersetzung dieses Romans, dass Hans Christian Andersen nicht nur ein meisterhafter Märchenerzähler, sondern auch ein bedeutender Romanautor ist, der weltläufiges Erzählen mit bitterer Sozialkritik verbindet.


Produktinformation

  • Abmessung: 210mm x 134mm x 32mm
  • Gewicht: 452g
  • ISBN-13: 9783100008251
  • ISBN-10: 3100008251
  • Best.Nr.: 13227715

Perlentaucher-Notiz zur Sueddeutsche Zeitung-Rezension

Kristina Maidt-Zinke begrüßt, dass mit der Neuübersetzung beziehungsweise Neuausgabe von Romanen von Hans Christian Andersen eine andere Seite des dänischen Schriftstellers zu bewundern ist, der heute fast nur als Verfasser seiner Märchen bekannt ist. Der Roman "Nur ein Spielmann" von 1837, der vom Schneidersohn Christian erzählt, der wegen seiner Herkunft und seiner schwachen Psyche die große Musikerkarriere verpasst, war auch in Deutschland zu seiner Zeit der größte Romanerfolg Andersens, weiß die Rezensentin. Sie schätzt an diesem Roman das Nebeneinander aus realistisch gezeichneten Alltagsbeobachtungen und den "verdichteten Bildern" aus dem Innenleben der Hauptfigur und ist von der "Vielfalt der Motive" in diesem Künstlerroman fasziniert. An diesem Buch kann man die "lange vernachlässigte Leistung" Andersens als Romanschriftsteller wieder entdecken, so Maidt-Zinke begeistert. Dass Kierkegaard ihm bei Erscheinen einen langen, vernichtenden "Verriss" angedeihen ließ, verschafft dem Buch für die Rezensentin auch heute noch "einige Brisanz".

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 31.03.2005

Es ist alles im Eimer
Dieser Mann ist für große Überraschungen gut: Erstübersetzungen und Neuausgaben zu Hans Christian Andersen
„Unsere Zeit! Diese jämmerliche Zeit, diese poesieloseste Zeit!" So geht die Klage in einem der späten Dramen Hans Christian Andersens. Wir Nachgeborenen können da nur milde lächeln. Lässt sich doch der Poesie-Pegel der Gegenwart beispielsweise daran ablesen, dass man, wenn man im Gespräch mit einem jungen schwedischen Journalisten das Andersen-Jubiläum erwähnt, die vergnügte Antwort erhält: „Ach ja, die alte Schwuchtel hat Geburtstag!”
Johan de Mylius drückt das im Nachwort zur deutschen Neuübersetzung des Romans „Nur ein Spielmann” etwas vornehmer aus, wenn er bemerkt, dass die These von Andersens Homosexualität bei der Rezeption seiner Werke „allmählich die ganze Aufmerksamkeit auf sich zieht”. Er tut jedoch sein Bestes, um solchen Verödungstendenzen entgegenzuwirken, indem er auf die Vielfalt der Motive und „subversiven Tendenzen” hinweist, die den 1837 erschienenen, damals auch in Deutschland erfolgreichen Künstler- und Entwicklungsroman für uns Heutige interessant machen - auf …

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Hans Christian Andersen wurde am 2. April 1805 in Odense (Dänemark) geboren. Er war der Sohn eines armen Schuhmachers. Er konnte kaum die Schule besuchen, bis ihm der Dänenkönig Friedrich VI., dem seine Begabung aufgefallen war, 1822 den Besuch der Lateinschule in Slagelsen ermöglichte. Bis 1828 wurde ihm auch das Universitätsstudium bezahlt. Andersen unternahm Reisen durch Deutschland, Frankreich und Italien, die ihn zu lebhaften impressionistischen Studien anregten. Der Weltruhm Andersens ist auf den insgesamt 168 von ihm geschriebenen Märchen begründet. Andersen starb am 4.8.1875 in Kopenhagen.

Leseprobe zu "Nur ein Spielmann"

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