Produktbeschreibung zu Über den Namen
Drei Essays über den gegebenen Namen so Derridas Vorschlag, den
Faden zu benennen, der 'Passionen', 'Außer dem
Namen' und 'Chora' durchzieht, drei Texte, die diese
Thematik entwickeln, jeweils für sich lesbar, doch einander
antwortend sich gegenseitig erhellend. Passionen befragt, ausgehend
von einer Reflexion über die Paradoxa der Höflichkeit die
(Un)Möglichkeit der Antwort und der Nicht-Antwort, der
Verantwortung, und stellt in Auseinandersetzung mit Kant unter
anderem die Frage: Was soll man unter diesem Namen ,Pflicht
verstehen? und: bestünde nicht eine doppelte Pflicht darin, sowohl
die Sprache des Rituals als auch die Sprache der Pflicht zu
vermeiden? Das alles bleibt höchst aporetisch. Jenseits von Frage,
Antwort und Verantwortung gilt es, Zeugnis abzulegen: Es gibt da
Geheimnis. Außer dem Namen, das fiktive Gespräch zweier, nicht
näher benannter Gesprächspartner, kreist entlang einer Lektüre des
Cherubinischen Wandersmanns von Angelus Silesius um den Namen, den
Namen Gottes, das Unnennbare. Stets öffnet sich diese Lektüre nicht
zuletzt unter Bezugnahme auf die Tradition der Gelassenheit dem
Anderen: den Anderen sein lassen. Chora, ein Beitrag zu einer
Festschrift für Jean-Pierre Vernant, den großen Mythologen und
Theoretiker des antiken Griechenlands, aus dem Jahr 1987, ist ein
Versuch über Chora, die auch als Amme allen Werdens bezeichnet
wird. Der Essay situiert eine exemplarische Aporie des Platonischen
Textes.Nicht zuletzt eröffnet die in allen drei Texten
widerhallende Frage nach dem Namen stets auch eine politische
Dimension. Und so hallt in ihnen die Frage der Demokratie im Kommen
wider.
Produktinformation
- Verlag: Passagen Verlag
- 2000
- 2000.
- Ausstattung/Bilder: 170 S.
- Passagen Philosophie
- Deutsch
- Abmessung: 241mm x 165mm x 22mm
- Gewicht: 470g
- ISBN-13: 9783851653755
- ISBN-10: 3851653750
- Best.Nr.: 08198681
Jacques Derrida wurde am 15. Juli 1930 in El-Biar in der Nähe von Algier als Sohn jüdischer Eltern geboren und starb am 8.Oktober 2004 in Paris. Während seiner Schulzeit war er antisemitischen Repressionen ausgesetzt. Ab 1949 lebte er in Frankreich und besuchte das Lycée Louis-le-Grand in Paris. Von 1952 bis 1954 studierte er an der École Normale Supérieure, wo er Vorlesungen bei Louis Althusser und Michel Foucault besuchte und sich mit Pierre Bourdieu anfreundete. 1956 gewann er ein Stipendium für einen Studienaufenthalt an der Harvard University. Während seines Militärdienstes von 1957 bis 1959 lehrte er Englisch und Französisch in Algerien. Von 1960 bis 1964 war er wissenschaftlicher Assistent an der Sorbonne. Ab 1965 bis 1984 bekleidete er eine Professur für Geschichte der Philosophie an der École Normale Supérieure. 1981 gründete er die Gesellschaft Jan Hus (eine Hilfsorganisation für verfolgte tschechische Intellektuelle). Im selben Jahr wurde er in Prag verhaftet und erst nach einer energischen Intervention François Mitterrands und der französischen Regierung von der Tschechoslowakei freigelassen. 1983 gründete er das Collège international de philosophie , zu dessen erstem Direktor er gewählt wurde.
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