Wie kann das phänomenale Bewusstsein in unser
naturwissenschaftliches Weltbild integriert werden, wenn doch, wie
viele Philosophen des Geistes heute glauben, auch seine Abwesenheit
mit allen naturwissenschaftlichen Tatsachen logisch vereinbar ist?
Hier haben sich in der jüngsten Diskussion zwei Strategien heraus
kristallisiert: Erstens die Strategie der phänomenalen Begriffe,
derzufolge die explanatorischen Rätsel des phänomenalen
Bewusstseins nichts mit einer ontologischen Kluft zwischen dem
Physischen und dem Phänomenalen zu tun haben, sondern sich allein
aus den Besonderheiten unserer phänomenalen Begriffe ergeben.
Zweitens die Strategie des verfehlten Erklärungsmodells, derzufolge
die gegenwärtigen Schwierigkeiten mit reduktiven Erklärungen
phänomenaler Eigenschaften nichts mit unerklärbaren Besonderheiten
des Bewusstseins zu tun haben, sondern einfach mit falschen
Vorstellungen darüber, wie reduktive Erklärungen
funktionieren.
Der vorliegende Band versammelt Texte, welche versuchen, das
argumentative Potential dieser beiden Strategien auszuloten,
entweder konstruktiv oder kritisch. Es handelt sich dabei zum einen
um Texte von englischsprachigen Philosophen, welche die Diskussion
dieser beiden Strategien maßgeblich angestoßen haben und die hier
zum ersten Mal auf Deutsch zugänglich gemacht werden. Zum anderen
handelt es sich um aktuelle deutsche Originalbeiträge.
Michael Pauen, Dr. phil. habil., geb. 1956 in Krefeld. Studium in Marburg, Frankfurt und Hamburg. Promotion 1989, Habilitation 1995. Visiting Professor am Institute for Advanced Study in Amherst, Massachusetts, und Fellow an der Cornell-University in Ithaca; New York. Fellow am Hanse-Wissenschaftskolleg, Bremen. 1997 Ernst-Bloch-Förderpreis. Z. Zt. Professurvertretung an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg.
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