Reiseziel Che Guevara - Symmes, Patrick

Patrick Symmes 

Reiseziel Che Guevara

Mit dem Motorrad durch Lateinamerika

Übersetzer: Schneider, Jürgen; Breger, Esther
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Reiseziel Che Guevara

Im Jahr 1952 machte Ernesto Guevara mit seinem Freund Alberto Granado eine Motorradreise, die durch sein Tagebuch und den Film The Motorcycle Diaries berühmt wurde. Nahezu ein halbes Jahrhundert später begibt sich Patrick Symmes, bewaffnet mit nicht mehr als einem Notizbuch, einem Exemplar dieses Tagebuchs und ein paar Ersatzteilen auf seiner BMW R80 G/ S auf die Suche nach den Menschen, denen Che begegnet war, und den Orten, die er besucht hatte. "Unsentimental und lustig, vereinen sich in diesem Buch das Temperament eines Gonzo-Journalisten und das Können eines seriösen Reporters." Publishers Weekly


Produktinformation

  • Verlag: Edition Nautilus
  • 2005
  • Ausstattung/Bilder: 2005. 379 S. m. 1 Übers.-Kte.
  • Seitenzahl: 379
  • Deutsch
  • Abmessung: 213mm x 129mm x 34mm
  • Gewicht: 535g
  • ISBN-13: 9783894014643
  • ISBN-10: 3894014644
  • Best.Nr.: 14090466
"Unsentimental und lustig, vereinen sich in diesem Buch das Temperament eines Gonzo-Journalisten und das Können eines seriösen Reporters." (Publishers Weekly)

Perlentaucher-Notiz zur NZZ-Rezension

Der Rezensent Uwe Stolzmann ist sehr angetan von dieser Reisereportage, die seiner Meinung nach auch essayistische Qualitäten hat - auch wenn der Autor Patrick Symmes (sonst arbeitet der New Yorker als Journalist) sein eigentliches Ziel verfehlt. Das ist nämlich erklärtermaßen, den "Menschen hinter der Ikone" Che Guevara zu finden. Doch was ihm statt dessen gelungen ist, ist nach Stolzmanns Meinung umso lesenswerter, sowohl was den Stil als auch den Inhalt betrifft: "Er verbindet Analysen mit Impressionen, er gleitet vom Heute ins Gestern und wieder zurück, und stetig misst er das eine am anderen: die Gegenwart am Vergangenen". Dadurch und durch Symmes gründliches Quellenstudium entstehen in den Augen des Rezensenten "Bruchstücke einer Sozialgeschichte Lateinamerikas."

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 23.02.2006

Auf der Piste mit dem Guerillero
Ein Reiseführer folgt den Spuren Che Guevaras durch Bolivien
1952 macht sich der 23-jährige Argentinier Ernesto Guevara Lynch de la Serna auf, Südamerika zu durchqueren. Gelangweilt vom großbürgerlichen Studentenleben und hungrig nach Abenteuern verlässt er Buenos Aires gemeinsam mit seinem Freund Alberto Granado. Vom Sattel eines altersschwachen Motorrads aus entdeckt er die Gegensätze seines Heimatkontinents: die Weiten Patagoniens und die Gipfel Perus, die neureichen Bürgertöchter Santiagos und die verarmten Indiokinder der Andendörfer, sterbende Kulturen und wieder auferstehende Ideologien. Die Reise ins Ungewisse wird zum Erweckungserlebnis. Aus Ernesto, dem verwöhnten Sohn eines Plantagenbesitzers, wird der leidenschaftliche Revolutionär Che. Was mit einem übermütigen Motorradtrip beginnt, endet 1967 in einem letzten Guerillakampf in der Abgeschiedenheit Boliviens.
Der New Yorker Journalist Patrick Symmes bricht Jahrzehnte nach der ersten großen Reise des jungen Che auf, um an der alten Motorradroute entlang nach Spuren des späteren Guerillero heroico numero uno zu suchen. Doch anders als Guevara beginnt …

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"Unsentimental und lustig, vereinen sich in diesem Buch das Temperament eines Gonzo-Journalisten und das Können eines seriösen Reporters." Publishers Weekly
Patrick Symmes schreibt über politische Fragen Lateinamerikas, Globalisierung und Reisen in die "Dritte Welt" für verschiedene Magazine, u.a. Harper's (wo er Mitherausgeber ist), Outside, Wired und Conde Nast Traveler. Er lebt in New York City.

Blick ins Buch "Reiseziel Che Guevara"


Leseprobe zu "Reiseziel Che Guevara" von Patrick Symmes

"Für ein paar Stunden verlief die Hauptstraße nach Patagonien in Richtung Südwesten, folgte der Küstenlinie, wandte sich dann aus der tropischen Umarmung des Rio de la Plata ab und fraß sich schließlich in die Pampa hinein. Von jetzt an sollte Südamerika immer enger werden, eingeklemmt in das Korsett zweier Ozeane, die sich am Kap Horn wieder vereinigten. Je weiter man sich Richtung Süden bewegte, desto mehr schien diese Enge dem Land das Blut abzuschnüren und es in eine blasse und kalte Wildnis zu verwandeln. Am Ende des Tages fuhr ich auf der leeren Straße mit achtzig Meilen die Stunde mitten in die untergehende Sonne hinein und hoffte, ich würde noch vor Einbruch der Dunkelheit irgendwo einen Platz zum Schlafen finden. Es war Januarsommer auf der südlichen Halbkugel und ungefähr neun Uhr abends. Guevara und Granado kamen am 6. Januar 1952 im Ferienparadies Miramar an. Sie hatten für diese Strecke drei Tage gebraucht, ich hingegen nur acht Stunden, Hundebiss und Mittagessen inklusive. Das lag natürlich auch am mittlerweile ausgebauten Straßennetz, vor allem aber an unseren unterschiedlichen Motorrädern. Guevara und Granado unterhielten zu ihrer alten Gefährtin La Poderosa schon beinahe ein Liebesverhältnis, ich hingegen hatte mein Motorrad gebraucht - und auf Kreditkarte - nur zwei Wochen vor meiner Schiffspassage nach Buenos Aires gekauft. Ich wusste gerade einmal, wie man das Ding volltankt und einen Namen hatte ich ihm selbstverständlich auch nicht gegeben. Schließlich war ein Motorrad eine Maschine und kein Pferd oder Mensch und die BMW nichts weiter als eine Einheit aus Benzin, Elektronik und Physik ..."

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