Notbremse nicht zu früh ziehen! - Altmann, Andreas

Andreas Altmann 

Notbremse nicht zu früh ziehen!

Mit dem Zug durch Indien

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Notbremse nicht zu früh ziehen!

Von Bettlern und Businessmen, Heiligen und Huren.

Die Grundregel jedes guten Reporters lautet: Nichts schon wissen, alles vor Ort erfahren. Andreas Altmann hat sich daran gehalten. Er hat sichin Bombay in den Zug gesetzt und ist einfach drauflos gefahren, mit dem festen Vorsatz, Indien mit allen Sinnen in sich aufzunehmen. Altmann sucht den Menschen und er findet ihn, in Slums, Bordellmeilen, Hindu-Heiligtümern und in der drangvollen Enge der Indian Railways.


Produktinformation

  • Verlag: Rowohlt Tb.
  • 2007
  • 4. Aufl.
  • Ausstattung/Bilder: 187 S.
  • Seitenzahl: 192
  • rororo Taschenbücher Nr.23374
  • Deutsch
  • Abmessung: 192mm x 115mm x 14mm
  • Gewicht: 175g
  • ISBN-13: 9783499233746
  • ISBN-10: 3499233746
  • Best.Nr.: 11970053
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 19.02.2004

Auszeit ohne Erleuchtung

Ein Mann reist mit dem Zug durch Indien, sitzt dabei unbequem und bekommt Selbstzweifel. "Ich würde gerne wissen", schreibt er, "warum ich mir den Beruf des Reporterschweins ausgesucht habe. Warum ich nicht, sagen wir, ein Genie wie Somerset Maugham geworden bin." Das wüßte der Leser auch gerne, denn dann hätte der Mann dieses Buch nicht geschrieben. Jetzt ist es zu spät, und man erfährt, welche Mitreisenden das Reporterschwein vorzugsweise anredet ("Meine Lieblingsopfer sind Frauen, die lesen"), welche Erkenntnisse es beim Anblick von Nacktbadenden gewinnt ("Die Erfindung von Textilien zur Bedeckung des Leibes ist eine menschenfreundliche Erfindung") oder welche außergewöhnlichen Sprachbilder ihm einfallen (Springfluten schwappen, Bevölkerungsexplosionen blockieren Türen, in Schlünden wohnen Menschen). Außerdem lernt man, daß der Mann vor seiner Reporterschweinkarriere einen Sommer lang in einem Ashram gewohnt hat, ohne die Erleuchtung zu finden, daß er sich vor dicken Mittelklasse-Inderinnen ekelt, daß er Gandhi gerne kumpelhaft als "Alten", Frauen in der Manier von Dorfdisco-Conferenciers als "Ladies" und eine …

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Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Etwas belanglos findet die Rezensentin mit dem Kürzel "str." dieses Indienbuch, dessen Autor sich für vieles interessiere, bloß irgendwie für Indien nicht. So bewertet die Rezensentin seine Neugier bei der beschriebenen Zugfahrt durchs Land als Selbstbefriedigung, Erkentnisdrang kann sie dahinter nicht erkennen. Auch sein Staunen sieht für sie mehr nach Koketterie als nach Überwältigung aus. "Zum Glück findet er jede Menge Stories", lesen wir "was aber in Indien kein Kunststück ist".

© Perlentaucher Medien GmbH

"Altmann reist nicht stellvertretend für Abenteuerarme. Er berichtet, um zu verführen, will den Leser mit Sehnsucht vergiften Hamburger Morgenpost Geradezu glücklich dürften Daheimgebliebene sein, wenn sie die Geschichten des Reisejournalisten Andreas Altmann lesen." -- NDR
Andreas Altmann, Reporter und Buchautor. Ausbildung am Mozarteum in Salzburg, Schauspieler am Bayerischen Staatsschauspiel und am Wiener Schauspielhaus. Arbeitete als Chauffeur, Tellerwäscher, Nachtportier und Fabrikarbeiter, bevor er anfing, Reportagen zu schreiben. Aufenthalt in einem indischen Ashram, später in einem Zen-Kloster in Japan. Lebte in New York und Mexico City. Träger des Egon-Erwin-Kisch-Preises. Zahlreiche Veröffentlichungen u. a. "Weit weg vom Rest der Welt" und "Im Land der Freien" (beide Rowohlt). Seine Reportagen erscheinen u. a. in der "Zeit", im "Stern", im "FAZ-Magazin", im "SZ-Magazin", in "GEO", "Merian", "Focus" und im "Playboy". Er lebt in Paris.

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