In der Kommentarreihe »Altes Testament Deutsch« liegt mit diesem
Werk ein weiterer Teilband vor. Nach den Büchern Amos und Hosea,
werden die Kommentare zur ersten Hälfte der sogenannten »Kleinen
Propheten« vervollständigt.Der renommierte Alttestamentler Jörg
Jeremias bespricht die Bücher Joel, Obadja, Jona und Micha.
Ausgehend von eigenen Übersetzungen spannt Jeremias nach einer
klassisch textkritischen Einordnung größere thematische Bögen
innerhalb der Abschnitte. In mehreren Exkursen erfährt der Leser
Einzelheiten etwa zu dem »Tag Jahwes« im Buch Joel oder zum
Verhältnis des Buches Obadja zu Jer 49,7-16.Jeremias vermittelt
neue Einsichten und Anregungen für die wissenschaftliche Arbeit
ebenso wie für eine vertiefte Predigtvorbereitung.Das Buch Micha
ragt unter den anderen kommentierten Büchern hervor, weil es in
einem langen Prozess während ca. 2 Jh. zu seiner Endgestalt
gewachsen ist. Es fußt in seinem Grundbestand auf einer
vorexilischen Prophetenschrift (Mi 1-3*). Da sie in der Ankündigung
der Zerstörung des Tempels in Jerusalem gipfelte, hat sie in
jahrzehntelangen Diskussionen in Kreisen der Prophetie zwei sehr
unterschiedliche Fortschreibungen erfahren. Die erste behandelt
Gottes Zukunft mit dem Zion und der Völkerwelt (Mi 4-5), die zweite
die mangelnde Möglichkeit Israels, Gottes Willen gemäß zu leben (Mi
6-7).Demgegenüber bieten die Bücher Obadja und Joel
»Schriftprophetie« im doppelten Sinne: Sie sind von Anbeginn
schriftlich konzipiert und legitimieren sich durch Berufung auf
ältere Prophetenbücher. Obadja erwartet den Anbruch des
endzeitlichen Gerichtes (»Tag Jahwes«) über die Völker, weil sich
die Weissagung von Jer 49 zu erfüllen beginnt. Joel wagt als erster
Prophet, dieses Gericht Gottes, dem keiner entrinnen kann, mit dem
Bekenntnis zur Güte und Barmherzigkeit Gottes zu konfrontieren und
Gottes Güte als stärker zu preisen (Joel 1-2). Die Fortschreibung
seiner Botschaft (Joel 3-4) spiegelt lebhafte Diskussionen über sie
wider, und die noch jüngere Erzählung vom Propheten Jona überträgt
Joels Theologie kühn nicht nur auf die Völker allgemein, sondern
sogar auf die bedrückende Weltmacht »Ninive«.Die Auslegung versucht
schwerpunktmäßig, Erörterungen zur Entstehung der Prophetenbücher
mit Fragen nach ihrer theologischen Intention zu verbinden.
Nach den Büchern Amos und Hosea werden die Kommentare zur ersten
Hälfte der sogenannten »Kleinen Propheten« von Jörg Jeremias
vervollständigt.
In der Kommentarreihe »Altes Testament Deutsch« liegt mit diesem
Werk ein weiterer Teilband vor. Nach den Büchern Amos und Hosea,
werden die Kommentare zur ersten Hälfte der sogenannten »Kleinen
Propheten« vervollständigt.
Der renommierte Alttestamentler Jörg Jeremias bespricht die Bücher
Joel, Obadja, Jona und Micha. Ausgehend von eigenen Übersetzungen
spannt Jeremias nach einer klassisch textkritischen Einordnung
größere thematische Bögen innerhalb der Abschnitte. In mehreren
Exkursen erfährt der Leser Einzelheiten etwa zu dem »Tag Jahwes« im
Buch Joel oder zum Verhältnis des Buches Obadja zu Jer
49,7-16.
Jeremias vermittelt neue Einsichten und Anregungen für die
wissenschaftliche Arbeit ebenso wie für eine vertiefte
Predigtvorbereitung.
Das Buch Micha ragt unter den anderen kommentierten Büchern hervor,
weil es in einem langen Prozess während ca. 2 Jh. zu seiner
Endgestalt gewachsen ist. Es fußt in seinem Grundbestand auf einer
vorexilischen Prophetenschrift (Mi 1-3*). Da sie in der Ankündigung
der Zerstörung des Tempels in Jerusalem gipfelte, hat sie in
jahrzehntelangen Diskussionen in Kreisen der Prophetie zwei sehr
unterschiedliche Fortschreibungen erfahren. Die erste behandelt
Gottes Zukunft mit dem Zion und der Völkerwelt (Mi 4-5), die zweite
die mangelnde Möglichkeit Israels, Gottes Willen gemäß zu leben (Mi
6-7).
Demgegenüber bieten die Bücher Obadja und Joel »Schriftprophetie«
im doppelten Sinne: Sie sind von Anbeginn schriftlich konzipiert
und legitimieren sich durch Berufung auf ältere Prophetenbücher.
Obadja erwartet den Anbruch des endzeitlichen Gerichtes (»Tag
Jahwes«) über die Völker, weil sich die Weissagung von Jer 49 zu
erfüllen beginnt. Joel wagt als erster Prophet, dieses Gericht
Gottes, dem keiner entrinnen kann, mit dem Bekenntnis zur Güte und
Barmherzigkeit Gottes zu konfrontieren und Gottes Güte als stärker
zu preisen (Joel 1-2). Die Fortschreibung seiner Botschaft (Joel
3-4) spiegelt lebhafte Diskussionen über sie wider, und die noch
jüngere Erzählung vom Propheten Jona überträgt Joels Theologie kühn
nicht nur auf die Völker allgemein, sondern sogar auf die
bedrückende Weltmacht »Ninive«.
Die Auslegung versucht schwerpunktmäßig, Erörterungen zur
Entstehung der Prophetenbücher mit Fragen nach ihrer theologischen
Intention zu verbinden.