:Betrachtet man die steigenden Kohlendioxid-Emissionen, so wird
deutlich: Ein grundlegender Wandel hin zu einer nachhaltigen
Gesellschaft mit einer Energiebilanz, die keine gefährlichen Folgen
für das natürliche Klimasystem verursacht, steht noch aus. Eine
Transformation der Energiesysteme hängt nicht allein von den
technischen Möglichkeiten ab, sondern auch und vor allem von der
Bereitschaft zur Veränderung gesellschaftlicher Lebensweisen. Doch
der soziale Wandel findet in einem widersprüchlichen Kontext statt:
Handlungszwänge spielen dabei ebenso eine Rolle wie Anreize,
Infrastruktur, öffentlicher Diskurs konkurrierender Interessen,
Gewohnheiten, Präferenzen und Lebensstile. Melanie Weber geht der
Frage nach, wie der Klimawandel in der Bevölkerung wahrgenommen
wird und ob und wie sich innerhalb der institutionell geprägten
Handlungsmuster, der konkurrierenden Normen und Alltagspraktiken
ein Klimabewusstsein herausbildet.
Betrachtet man die steigenden Kohlendioxid-Emissionen, so wird
deutlich: Ein grundlegender Wandel hin zu einer nachhaltigen
Gesellschaft mit einer Energiebilanz, die keine gefährlichen Folgen
für das natürliche Klimasystem verursacht, steht noch aus. Eine
Transformation der Energiesysteme hängt nicht allein von den
technischen Möglichkeiten ab, sondern auch und vor allem von der
Bereitschaft zur Veränderung gesellschaftlicher Lebensweisen. Doch
der soziale Wandel findet in einem widersprüchlichen Kontext statt:
Handlungszwänge spielen dabei ebenso eine Rolle wie Anreize,
Infrastruktur, öffentlicher Diskurs konkurrierender Interessen,
Gewohnheiten, Präferenzen und Lebensstile. Melanie Weber geht der
Frage nach, wie der Klimawandel in der Bevölkerung wahrgenommen
wird und ob und wie sich innerhalb der institutionell geprägten
Handlungsmuster, der konkurrierenden Normen und Alltagspraktiken
ein Klimabewusstsein herausbildet.
Dr. Melanie Weber promovierte bei Prof. Dr. Harald Heinrichs am Institut für Umweltkommunikation der Universität Lüneburg. Sie ist Umweltreferentin bei der VERBRAUCHER INITIATIVE e.V. (Bundesverband) mit Sitz in Berlin.
Leseprobe zu "Alltagsbilder des Klimawandels"
Bitte klicken Sie auf die Navigation oder das Artikelbild, um in Alltagsbilder des Klimawandels zu blättern!
Leseprobe zu "Alltagsbilder des Klimawandels" von Melanie Weber
9 Zusammenfassung der Ergebnisse und Hypothesenüberprüfung (S. 219-220)
Die zentralen Forschungsfragestellungen dieser Arbeit lauteten: Wie wird der Klimawandel angesichts zeitlicher und räumlicher Komplexität und diskursiver Einflüsse in der Laienöffentlichkeit rezipiert? Wie lassen sich die ‚Alltagsbilder des Klimawandels’ beschreiben? Gibt es ein ‚Umweltbewusstsein des Klimawandels’ und wie stellt es sich empirisch in der deutschen Bevölkerung dar? In welchem Maße wird es dabei vom öffentlichen Klimadiskurs beeinflusst?
Und was lässt sich daraus bezüglich der klimabewussten Handlungsintention ableiten? In der Einleitung der Dissertationsschrift wurde bereits deutlich gemacht, dass die Lösung des Problems des anthropogenen Klimawandels nicht allein von der punktuellen Reduktion der Treibhausgase abhängt, sondern ein Umlenken der sozial-ökologischen Verhältnisse bei gleichzeitiger Anpassung an die bereits stattfindenden Folgen des Klimawandels notwendige Bedingungen für nachhaltigen Klimaschutz sind. Aus einer normativen, problembezogenen Perspektive sollten deshalb individuelles Klimabewusstsein und Handlungsintentionen unter Rückbezug auf den durch Interessengruppen beeinflussten Klimadiskurs ebenso untersucht werden wie das persönliche Problemverständnis unter Berücksichtigung von Lebensstilen und Gewohnheiten, Handlungsmöglichkeiten und -zwängen.
Das übergeordnete Ziel war es, die individuellen Wahrnehmungen des Klimawandels bezüglich eines möglichen Klimabewusstseins zu analysieren. Im Folgenden werden nun die Ergebnisse zusammengefasst dargestellt. Bei der Überprüfung einzelner Hypothesen kann nicht immer auf alle empirischen Analysen gleichermaßen Bezug genommen werden, da sich das empirische Material in verschiedener Weise zur inhaltlichen Überprüfung einzelner Hypothesen eignet. Es gilt deshalb bei der Interpretation der Ergebnisse zu berücksichtigen, dass die Hypothesenüberprüfung in unterschiedlichem Maße anhand der empirischen Sekundärstudien, der Repräsentativdatenanalyse oder der qualitativen Analyse (Fokusgruppen) erfolgt.
Der globale Klimadiskurs Bei der Untersuchung des globalen Klimadiskurses und seines Konstruktionspotentials wurde deutlich gemacht, dass der wissenschaftliche Klimadiskurs nicht allein deshalb noch Unsicherheiten aufweist, weil die wissenschaftlichtechnischen Möglichkeiten keine umfassende Prognose des Einflusses und der Folgen anthropogener Einflüsse auf das natürliche Klima möglich machen, obgleich auch dies ein verbesserungswürdiger Umstand ist. Vielmehr ist eine entscheidende, auch aus naturwissenschaftlicher Sicht nicht vorhersehbare Variable die Beeinflussung des Klimawandels durch die sozial-politischen Rahmenbedingungen der kommenden Jahre.
Wie treibhausgasintensiv die Industrie-, Schwellen- und Entwicklungsländer ihre Ökonomien ausbauen, wie stark sie Erneuerbare Energien nutzen und wie energieeffizient sich ihre Wirtschaftsweise entwickelt, sind entscheidende Variablen für die Klimaszenarien der Wissenschaft. Zwar haben bereits der über 30jährige globale Umweltdiskurs und das noch einmal durch den Weltumweltgipfel in Rio de Janeiro 1992 massiv angestoßene Konzept nachhaltiger Entwicklung einen ganzheitlichen, globalen Blick geschärft: Den natürlichen Umweltraum als Grundlage für menschliches Leben zu betrachten und seine Grenzen nicht zu überschreiten - nicht zuletzt auch aus der Verantwortung für die nachkommenden Generationen heraus - ist ein normativ von nunmehr allen gesellschaftlichen Gruppen geteiltes Ziel.
Am Beispiel der global steigenden Treibhausgasemissionen zeigt sich aber, dass es gesellschaftspolitisch nicht ausreichend verfolgt wird. Ausgehend von der Tatsache, dass der Klimawandel ein komplexes globales Umweltproblem ist und sich hinter der Feststellung des zwar gemeinsamen Ziels Klimaschutz jedoch äußerst kontroverse Problemsichten und Lösungsstrategien verbergen, die auf die öffentliche Wahrnehmung und Bewusstseinsbildung Einfluss nehmen, wurden daraufhin die von den maßgeblichen Akteursgruppen (Politik, Wissenschaft, Wirtschaft, Medien) verfolgten Ansätze in der Klimadebatte dargestellt und deren Einflüsse auf den Klimadiskurs analysiert.
Inhaltsangabe
- Der anthropogene Klimawandel als globales Umweltproblem
- Die soziale Konstruktion des Klimawandels
- Risikowahrnehmung des Klimawandels
- Empirische Ergebnisse zum individuellen Klimabewusstsein in Deutschland, repräsentative Umweltbewusstseinsstudie und Fokusgruppenanalysen
Sitemap: 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11 | 12 | 13 | 14 | 15 | 16 | 17 | 18 | 19 | 20