Deutschland sitzt in der Altersfalle und Schuld an allem sind die
Frauen? Antje Schrupp nimmt die allgegenwärtigen
Methusalem-Debatten unter die Lupe und klärt statistische Irrtümer
über die alternde Gesellschaft auf. Ihre anschaulichen
Erläuterungen relativieren das Katastrophenszenario: Realistisch
betrachtet, bietet die älter werdende Gesellschaft durchaus Chancen
für eine freiere Weltsicht.
Niedrige Geburtenraten, leere Renten- und Pflegekassen ? die Lage
retten sollen jetzt die Frauen, indem sie mehr Kinder bekommen und
noch mehr Alte pflegen? Sorry, aber der Ruf nach Methusalems
Müttern wird ungehört verhallen. Entgegen den Behauptungen ist die
Geburtenziffer, also die Anzahl der Kinder pro Frau, in Deutschland
gar nicht zurückgegangen. Gesunken ist allein die Geburtenrate, was
sich dadurch erklärt, dass Menschen heute älter werden. Wollen wir
die nachhaltige Gesundheit der Bevölkerung aber wirklich als
Defizit begreifen? Ist sie nicht gar eigentlich der Gewinn einer
modernen Gesellschaft? Und welche R
Gute Idee, misslungene Umsetzung. So beurteilt Ulrike Winkelmann Antje Schrupps Gesellschaftsvision. Was laut Winkelmann als feministische Antwort auf Schirrmachers "Methusalem-Komplott" gedacht war, gerät in ihren Augen zum klischeeseligen Ritt auf der Welle des italienischen Feminismus der 1980er- und 1990er-Jahre. Dem hier angebotenen Lösungsvorschlag angesichts demografischer Menetekel ("Aufwertung des weiblichen zivilisatorischen Beitrags") kann Winkelmann wenig abgewinnen. Verhältnismäßig interessant erscheinen ihr die aufgezeigten vergleichbaren Sichtweisen auf das Alter bzw. die Weiblichkeit. Was Schrupp daraus macht, befriedigt die Rezensentin allerdings nicht. Betroffen sieht sie die vielversprechende Analyse abrutschen auf ein Niveau "zwischen Besinnungsaufsatz und Apotheken-Umschau".
Antje Schrupp, promovierte Politologin, Journalistin und freie Buchautorin, lebt in Frankfurt am Main. Sie arbeitet als Redakteurin des EVANGELISCHEN FRANKFURT und schreibt u.a. für die FRANKFURTER RUNDSCHAU. Als Publizistin beschäftigt sie sich vor allem mit weiblicher politischer Ideengeschichte. Bislang erschienen: Das Aufsehen erregende Leben der Victoria Woodhull (Helmer, 2002)
3 Marktplatz-Angebote für "Methusalems Mütter" ab EUR 9,00
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