Warum hat das Christentum in der Antike überlebt? - Markschies, Christoph

Christoph Markschies 

Warum hat das Christentum in der Antike überlebt?

Ein Beitrag zum Gespräch zwischen Kirchengeschichte und Systematischer Theologie

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Warum hat das Christentum in der Antike überlebt?

Angesichts der gegenwärtigen Probleme des Christentums in Europa behandelt Christoph Markschies die Frage, warum das Christentum als eine von vielen Religionen in der Antike überlebt hat und nicht die es bekämpfenden heidnischen Kulte. Dazu stellt er relevante Forschungspositionen aus den letzten beiden Jahrhunderten zusammen, analysiert deren systematisch-theologische Voraussetzungen und entwirft eigene Antworten. Da die Frage nach dem Überleben des Christentums stets auch Annahmen über das Handeln Gottes beinhaltet, wird in diesem Band zugleich die Frage nach den impliziten oder expliziten Konzepten vom Handeln Gottes in verschiedenen kirchengeschichtlichen Entwürfen gestellt.


Produktinformation

  • Verlag: Evangelische Verlagsanstalt
  • 2004
  • Ausstattung/Bilder: 2004. 67 S.
  • Seitenzahl: 67
  • Forum Theologische Literaturzeitung Bd.13
  • Deutsch
  • Abmessung: 209mm x 141mm x 7mm
  • Gewicht: 102g
  • ISBN-13: 9783374021871
  • ISBN-10: 3374021875
  • Best.Nr.: 12556056
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 28.01.2005

Scharenweise in die ewige Hütte
Zwei Bände bestaunen die Unwahrscheinlichkeit des Christentums

Die Verteidiger des humanistischen Bildungsideals sehen die abendländische Kultur gerne auf den beiden "Säulen" der antiken und der christlichen Tradition aufruhen. Diese Säulenthese ist plausibel, weil die Geschichte Europas in der Tat ohne eine angemessene Berücksichtigung der kulturellen Leistung der klassischen Antike wie der Kirche nicht zu verstehen wäre. Allerdings hat sie sich auch Kritik zugezogen, weil das Bild ein schiedlich-friedliches Miteinander oder gar ein symbiotisches Verhältnis zum Wohle der Kultur und Zivilisation suggeriert, das es in dieser Einfachheit nie gegeben hat. Tatsächlich ist das Christentum ebenso Produkt wie Gegner der antiken Philosophie, Kunst und Literatur gewesen und hat die Antike in einem allmählichen Prozeß, der zivilisatorisch mit Gewinnen wie Verlusten zu Buche geschlagen hat, grundlegend verändert.

Das Erstaunliche daran ist, daß eine unbedeutende Provinzialreligion, die der pagane Philosoph Kelsos im zweiten Jahrhundert als einen Kult der "Textilarbeiter, Schuster und Walker" verspottete, zu …

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Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Recht angetan zeigt sich Wolfram Kinzig von Christoph Markschies' Essay, der die titelgebende Frage "Warum hat das Christentum in der Antike überlebt?" zu beantworten sucht. Dass Markschies sich gegen die verbreitete Krisenthese - sie besagt, dass die Kultur der ausgehenden Antike in eine religiöse Krise geraten sei, die sich das Christentum mit letztlich geschickt geklauten Sinnstiftungsangeboten zunutze gemacht habe - wendet, um stattdessen ein ganzes Netz von Gründen anzuführen, findet Kinzig sehr begrüßenswert. Er würdigt die "bewundernswerten Belesenheit" des Autors, der die Früchte der Forschung einsammle und sie mit einer Vielzahl anderer Disziplinen - von der Religionssoziologie bis zur Hirnforschung - ins Gespräch zu bringen suche. Anhand zahlreicher Beispiele verdeutliche der Autor einaml mehr die bereits von Henry Chadwick vertretene These, das Christentum habe zu einer Humanisierung der Gesellschaft geführt. Kinzig hebt hervor, dass sich der Kirchenhistoriker und Theologe zu Recht gegen Versuche wehrt, das kausale Denken zu verabschieden und gar ein unmittelbar historisch aufweisbares göttliches Eingreifen in die menschliche Geschichte anzunehmen. Zugleich aber warne er auch davor, die menschlichen Möglichkeiten bei der Rekonstruktion historischer Kausalketten zu überschätzen.

© Perlentaucher Medien GmbH
Christoph Markschies studierte evangelische Theologie, klassische Philologie und Philosophie in Marburg, Jerusalem, München und Tübingen Seit 1994 habilitiert lehrte er als Professor für Kirchengeschichte in Jena und Heidelberg. Seit 2004 Professor für Ältere Kirchengeschichte an der Humboldt-Universität zu Berlin, deren Präsident er seit 2006 ist. Als ordinierter Pfarrer predigt er regelmäßig in Berlin.

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