Basierend auf der umfangreichen Analyse von Patenten beschreibt die
Theorie der Erfinderischen Problemlösung (TRIZ) eine Fülle von
Erkenntnissen und Methoden zur systematischen Entwicklung von
Produkt- und Prozessinnovationen. Eine neue Denkweise in der Lösung
technischer und nicht-technischer Probleme, unterstützt durch
anwendungsorientierte Handlungsanweisungen, beflügelt den Erfinder
zu revolutionierenden Lösungskonzepten. Das vorliegende Buch
erläutert erstmalig vollständig und konsistent die grundlegenden
Methoden der TRIZ, zeigt anwendungsorientierte Ergänzungen und gibt
praxiserprobte Hilfestellungen zur Umsetzung. Das Kapitel
"Integration in die Produktentwicklung" verbindet die
Methoden und Prinzipien der TRIZ anwendungsorientiert mit der
klassischen Konstruktionsmethodik, der strategischen
Marketingplanung und insbesondere dem Qualitätsmanagement. Am
Beispiel der FMEA und der QFD wird gezeigt, wie die TRIZ etablierte
Methoden ergänzt und damit deren Leistungsfähigkeit deutlich
steigern kann. Es stellt somit ein wertvolles Anwendungshandbuch
zur Entwicklung innovativer Problemlösung dar, das gleichermaßen
der Hochschulausbildung als Lehrbuch wie dem Ingenieur und
"Problemlöser" in der Praxis als Nachschlagewerk dient.
Ein Buch für alle Studierende technischer Studiengänge an
Hochschulen und Fachhochschulen, Konstrukteure und
Produktentwickler, (Wirtschafts-)Ingenieure und Techniker in der
industriellen Praxis.
Ausstattung/Bilder: 2011. XIII, 333 S. m. zahlr. Abb.
Praxisreihe Qualitätswissen
Best.Nr. des Verlages: 554/42132
Deutsch
Abmessung: 242mm x 167mm x 20mm
Gewicht: 660g
ISBN-13: 9783446421325
ISBN-10: 3446421327
Best.Nr.: 29788295
Karl Koltze, seit 2004 Professor für Konstruktionslehre mit Schwerpunkt Textilmaschinen im Fachbereich Maschinenbau und Verfahrenstechnik der Hochschule Niederrhein.
Leseprobe zu "Systematische Innovation"
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Leseprobe zu "Systematische Innovation"
1. Innovationsprozess, Innovationstechnologien 2. Kreativität und Methodik 3. Entstehung der TRIZ 4. Methoden der klassischen TRIZ 5. Neue Tools 6. Der systematische Problemlösungsprozess 7. Integration der erfinderischen Problemlösung in den Produktentwicklungsprozess 8. Varianten und Entwicklungen 9. Software 10. Zertifizierung 11. Arbeitsmittel
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3 Die Theorie der erfinderischen Problemlösung (S. 18-19)
TRIZ ist keine Methode, sondern eine Theorie, eine auf Analysen und Beobachtungen basierende Einsicht. Entstanden ist diese Theorie durch Arbeiten von Genrich Altschuller (1926 - 1998) in der ehemaligen Sowjetunion. Die russische Originalbezeichnung lautet "" (Teoria Reshenia Izobretatelskih Zadatch), woraus sich die Abkürzung „TRIZ“ ableitet. Sinngemäß bedeutet die Übersetzung "Theorie des erfinderischen Problemlösens" oder "Theorie zur Lösung erfinderischer Probleme".
Bekannt ist auch die englischsprachige Bezeichnung „Theory of inventive problem solving“, woraus sich die in manchen Literaturquellen genannte Abkürzung „TIPS“ ableitet. International hat sich jedoch die Originalabkürzung „TRIZ“ durchgesetzt. Die Theorie der erfinderischen Problemlösung basierte auf der jahrelangen Analyse von zunächst mehr als 400.000 erfinderischen Lösungen, dokumentiert in Form von Patenten. Heute sind mehr als 1,5 Millionen Patente analysiert und die Theorie wurde weiter bestätigt. Die umfangreiche Analysearbeit einer Vielzahl erfinderischer Problemlösungen brachte folgende wesentliche Erkenntnisse hervor:
a) Über 99% der kreativen Problemlösungen beinhalten die Nutzung bereits zuvor bekannter Lösungsprinzipien. Nur weniger als 0,3% sind wirkliche Pioniererfindungen, technisch/physikalische Entdeckungen.
b) Innovative Problemlösungen resultieren aus der Überwindung von Widersprüchen. Die Arbeit mit Widersprüchen ist damit wesentliches Kennzeichen des erfinderischen Problemlösungsprozesses.
c) Technische Systeme zeigen Evolutionsschritte. Es gibt Gesetzmäßigkeiten in der Evolution technischer Systeme. d) Die gefundenen Muster im kreativen Problemlösungsprozess sind bereichsübergreifend.
e) Neue, innovative Ideen können auf einem systematischen Weg erarbeitet werden, indem frühere Erfahrungen und Konzepte früherer Lösungen wiederverwendet werden. Diese in der TRIZ formulierten Erkenntnisse begründen neuartige Wege des Denkens. Wenn neue Problemlösungen durch Nutzung bereits bekannter Lösungsprinzipien möglich sind, wenn Widersprüche Ausgangspunkt erfinderischer Lösungen sind, wenn Evolutionsschritte von bekannten technischen Systemen auf neue Systeme übertragbar sind, dann lassen sich Erfindungen systematisch erarbeiten.
Das durch die TRIZ veränderte Denken, die veränderte Herangehensweise an Problemstellungen hat in den vergangenen Jahrzehnten eine Fülle von neuartigen Methoden und Hilfsmitteln hervorgebracht. Die wesentlichen werden in diesem Buch beschrieben. Dabei müssen diese Werkzeuge, muss die TRIZ nicht nachweisen, dass sie wirksam sind. Der Nachweis ist bereits in den vielen hunderttausend analysierten Patentschriften, die die Grundlage der TRIZ bildeten, erbracht.
3.1 Ein systematischer Weg zur Erfindung
Die ursprüngliche Motivation für die Entstehung der TRIZ bestand darin, einen systematischen Weg zur Erarbeitung erfinderischer Lösungen zu finden. Genrich Altschuller begann 1946 damit, Patente auf der Suche nach Gemeinsamkeiten in der Lösungsfindung zu analysieren und entwickelte erste Erkenntnisse der TRIZ.
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