Shoah in der deutschsprachigen Literatur - Steinecke, Hartmut / Eke, Norbert Otto (Hgg.)

Hartmut Steinecke / Norbert Otto Eke (Hgg.) 

Shoah in der deutschsprachigen Literatur

Hrsg. v. Norbert O. Eke u. Hartmut Steinecke
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Shoah in der deutschsprachigen Literatur

Der Band bietet erstmals eine Gesamtübersicht über diese bislang nur wenig oder allein in Einzelaspekten beachtete Thematik. Ausgehend von einer Erörterung methodischer Grundprobleme und der Skizzierung wesentlicher Kontroversen befasst sich der Band in seinem ersten Teil mit übergreifenden Fragestellungen der deutschsprachigen Shoah-Literatur in ihrer gesamten thematischen Vielfalt und historischen Erstreckung: vom Beginn der Verfolgung der Juden 1933 über die Zeit ihrer systematischen Vernichtung bis zur Gründung der beiden deutschen Staaten 1949, von den Entwicklungen in der Bundesrepublik und der DDR 1949-1989 bis in die unmittelbare Gegenwart.Zentrale Themen und Fragestellungen werden gesondert behandelt: die Zeugnisliteratur von Überlebenden der Konzentrationslager, die Kinder- und Jugendliteratur zur Shoah sowie die internationale Shoah-Literatur, die in Deutschland in vielen Übersetzungen teils zeitgleich, teils zeitversetzt rezipiert wurde.Die genannten Probleme und Aspekte werden im zweiten Teil des Bandes anhand von Porträts von Autorinnen und Autoren konkretisiert, in deren Werk die Shoah eine wichtige Rolle spielt.So entsteht ein differenziertes Bild der deutschsprachigen Shoah-Literatur, ihrer historischen, ästhetischen und politischen Bedeutung ebenso wie ihrer Rolle im Prozess der Erinnerung.


Produktinformation

  • Abmessung: 237mm x 157mm x 22mm
  • Gewicht: 530g
  • ISBN-13: 9783503079766
  • ISBN-10: 3503079769
  • Best.Nr.: 20784421
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 22.06.2007

Irrte Adorno da etwa?
Katastrophentexte: Die Literatur nach und über Auschwitz

Dass das Wort "Schoa" (auch: Shoah) sich auch im deutschen Sprachraum durchgesetzt hat, zeigt ein Sammelband, den der Erich Schmidt Verlag vorlegt. In fünfundzwanzig gut ausgewählten Beiträgen zur überwiegend belletristischen Literatur über die Vernichtung der europäischen Juden bietet er Längs- und Querschnitte sowie einschlägige Analysen zu Autoren, die ein erstaunlich breites, von den Herausgebern systematisch erfasstes Spektrum sichtbar machen. Da der Band mit ausführlichen Namen- und Werkregistern ausgestattet ist, bildet er zugleich ein eindrucksvolles Nachschlagewerk.

Seine Bedeutung liegt nicht nur im Informationswert. Die zum Teil ganz ausgezeichneten Beiträge führen aus unterschiedlichen Blickpunkten in eine schwierige Materie ein. Bewusst werden die Texte nicht als deutsch, sondern als deutschsprachig bezeichnet - sie sind überwiegend von den Opfern oder deren Nachfahren geschrieben; von den sechzehn besprochenen Autoren sind nur Rolf Hochhuth und Günter Grass Deutsche, die anderen sind Juden oder zumindest jüdischer Abstammung. Zunächst wird …

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Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Als "eindrucksvolles Nachschlagewerk" bezeichnet Rezensent Jakob Hessing den von Norbert Otto Eke und Hartmut Steinecke herausgegebenen Band "Shoah in der deutschen Literatur". Das Buch versammelt 25 wissenschaftliche Beiträge zu meist belletristischer Literatur, die die Vernichtung der europäischen Juden beschreibt. Der Rezensent lobt die gut zusammengestellte Auswahl, die den Gegenstand aus vielen verschiedenen Blickwinkeln betrachte und ihn sowohl historisch als auch thematisch auffächere. Die meist international bekannten Literaturwissenschaftler leisten dabei immer mehr als einen bloßen Überblick, weil sie eigene, spannende Thesen entwickeln, begeistert sich der Rezensent. Mit seinem umfangreichen Register liefere der Sammelband darüber hinaus auch einen fundierten Überblick. Besonders erwähnenswert erscheint dem Rezensenten der Beitrag von Volker Neuhaus über Günther Grass' Schreiben nach Auschwitz, der noch vor Grass' "Selbstenthüllung" entstand. Er biete die seltene Möglichkeit zur Rekonstruktion des früheren Bildes des Schriftstellers.

© Perlentaucher Medien GmbH
Hartmut Steinecke ist Professor für Neuere deutsche Literaturwissenschaft an der Universität Paderborn. Er ist der Autor zahlreicher Bücher über Literatur der Romantik, Romantheorie, klassische Moderne, Gegenwartsliteratur.

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