Dieser Band bietet eine Einführung in die Seelsorge. Daneben wird
zusammenfassend ein Verständnis von pastoralpsychologischer
Supervision und von Pastoralpsychologie entfaltet.
Helmut Weiß fasst hier seine langjährigen Erfahrungen in der
Seelsorgefortbildung zusammen, die er nicht nur in Deutschland,
sondern auch in Ungarn, Polen, der Slowakei und anderen Ländern
gesammelt hat. Seine Gedanken und Auffassungen sind durch viele
Kurse und daher durch eine intensive Reflexionsarbeit geprägt und
haben sich in der Praxis bewährt.
Den Ausgangspunkt der Seelsorge sieht Weiß in der Bewältigung der
vielfältigen Gefährdungen des Lebens, den sogenannten
Kontingenzerfahrungen. Christliche Seelsorge antwortet darauf seit
Jesus immer wieder mit der Suche nach Lebensvergewisserung. Sie ist
Aufgabe und Ziel einer Seelsorge als Hilfe für Menschen, die die
Verunsicherungen des Lebens erfahren. Als Mittel der Seelsorge wird
Beziehungsarbeit beschrieben, in deren Mittelpunkt Kommunikation
und Gespräch stehen. Durch die Beziehungsarbeit, die theologisch
und pastoralpsychologisch begründet wird, erfahren Menschen
Ermutigung und Lebensdeutung. Wichtig ist, die Person der
Seelsorgerin und des Seelsorgers als "Instrument der
Beziehungsarbeit" zu begreifen, gerade auch getragen von einer
dialogischen Spiritualität. Die seelsorgliche Arbeit in Gemeinden
und Institutionen schließt die Kapitel über Seelsorge ab. Der Text
wird immer wieder durch Gesprächsprotokolle und Beispiele aus
Seelsorgekursen unterbrochen, um die Ausführungen auf diese Weise
konkret zu beleuchten.