Fukushima, der Klimawandel, die Finanzkrise, die Armut eines
Großteils der Weltbevölkerung die Globalisierung fordert von uns
nicht nur politische Lösungen, sondern auch ein globales
Verantwortungsbewusstsein, verbindliche Werte und
Moralvorstellungen eines "Weltbürgers".
Während die überkommenen Moralvorstellungen an Eindeutigkeit,
Orientierungsgewähr und mithin Verlässlichkeit verlieren, suchen
die politisch Verantwortlichen mit einer wachsenden, kaum mehr
überschaubaren Flut immer differenzierterer behördlicher
Vorschriften und Gesetze und der Institutionalisierung von
"Ethikkommissionen" zu begegnen. Und auch die
Wissenschaft sieht sich veranlasst, in transdisziplinären
Forschungsgruppen die Ursachen der Entwicklung aufzuklären und
Empfehlungen zur Lösung der Probleme zu erarbeiten.
Klaus E. Müllers Anliegen ist es, die allzeit gültigen Konstanten
des moralischen Wertekanons samt den daraus folgenden sozialen
Verantwortlichkeiten zu bestimmen und zu erklären, welche
Möglichkeiten bestehen (könnten), der Entwicklung eines Verfalls
der Moral entgegenzuwirken. Hierfür nimmt der Ethnologe den Leser
auf eine Reise von den frühagrarischen Kulturen bis in unsere
Gegenwart und appelliert, u.a. Moral in Schulen und Universitäten
konfessionsübergreifend zu lehren und Institutionen wie die UNO
oder den Internationalen Gerichtshof exekutiv zu stärken.
Autor Klaus E. Müller, geb. 1935, ist Professor für Ethnologie an der Universität Frankfurt am Main. Er hat zahlreiche bedeutende Veröffentlichungen, etwa über die Geschichte der Ethnographie, die Ethnologie des Geschlechterkonflikts und über elementare Formen des sozialen Verhaltens, vorgelegt.
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