Christliche Traditionen zwischen Katholizität und Partikularität/ Christian Traditions between Catholicity and Particularity
Als Teil der ökumenischen Bewegung haben die christlichen
Traditionen ihre Position zwischen Katholizität und Partikularität
immer neu zu bedenken. Was heißt es, sich auf die verbindende
Katholizität zu berufen? Und welchen Stellenwert hat das
Partikulare, das je Eigene einer spezifischen Tradition? Diese
Fragen wurden thematisiert in der sechsten Konferenz von
mittelsüdosteuropäischen und niederländischen theologischen
Fakultäten des protestantischen Bereichs in Prag (2008). Eine
Auswahl aus den Vorträgen bietet dieser Band. Der Begriff
Katholizität gehört in den Bereich der Ekklesiologie. Über die
biblischen Quellen ergibt sich eine Verbindung zwischen der
Katholizität der Kirche und der Universalität des Heils.
Partikularität sollte allerdings nicht zu schnell mit Exklusivität
gleichgesetzt werden. Obwohl die verschiedenen konfessionellen
Traditionen einander auszuschließen scheinen, ist es klar, dass zum
Beispiel die Reformatoren ihre Position als eine völlig katholische
verstehen mussten. Was als universal gemeint ist, kann sich später
dennoch als nur partikular entwickeln. Der Anschluss beim wirklich
Ökumenischen (Katholischen) sollte darum neu gefunden werden.
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