Christen und Heiden - Fiedrowicz, Michael

Michael Fiedrowicz 

Christen und Heiden

Quellentexte zu ihrer Auseinandersetzung in der Antike

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Christen und Heiden

Kurztext:
Seit dem 2. Jahrhundert suchten Christen einen Disput mit den nichtgläubigen Denkern, um ihre christliche Auffassungen zu erläutern. Diese Entscheidung, den eigenen Wahrheitsanspruch argumentativ zu begründen, manifestiert sich literarisch erstmals in den Schriften der Apologeten. Fiedrowicz stellt anhand repräsentativer Quellentexte die Auseinandersetzung zwischen Christen und Heiden vom 2. bis zum 5. Jahrhundert umfassend dar.

Die vorliegende Quellensammlung dokumentiert erstmals umfassend die intellektuelle Kontroverse zwischen Heiden und Christen während der ersten Jahrhunderte. Anhand repräsentativer Texte werden in historisch-systematischer Gliederung zunächst die verschiedenen Anlässe, Phasen und Protagonisten der Auseinandersetzungen vom 2. bis 5. Jahrhundert vorgestellt, anschließend die unterschiedlichen Argumentationsstrategien und Hauptthemen des zwischen Christengegnern und Apologeten ausgetragenen Disputs veranschaulicht. Die Fremdwahrnehmung des frühen Christentums und dessen argumentative Begründung des eigenen Wahrheitsanspruchs kommen dabei ebenso zur Sprache wie die religiös-philosophischen Hintergründe der Kritik, die heidnische Denker gegen jenes christliche Selbstverständnis formulierten.


Produktinformation

  • Abmessung: 250mm x 180mm x 60mm
  • Gewicht: 1615g
  • ISBN-13: 9783534157907
  • ISBN-10: 3534157907
  • Best.Nr.: 12793600
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 05.01.2005

Auch Schrullen haben Tiefgang
Michael Fiedrowicz sammelt Heiden und Christen in Quellen

Im Jahre 177 richtete der christliche Philosoph Athenagoras eine Bittschrift an Kaiser Marc Aurel und seinen Sohn Commodus, in dem er zunächst feststellte, daß im Römischen Reich grundsätzlich religiöse Toleranz herrsche. Sodann beklagte er sich, daß diese Toleranz für die Christen nicht gelte, welche in vielfältiger Weise nur um ihres Namens willen unterdrückt würden. Flehentlich bat er die Monarchen, "auch in unserer Sache nach dem Rechten zu sehen, damit wir nicht länger mehr Opfer von Denunzianten sein müssen".

Keine zweihundert Jahre später verfaßte der sizilianische Anwalt Firmicus Maternus eine Hetzschrift "Über den Irrtum der gottlosen Religionen", die er an die Kaiser Constantius II. und Constans adressierte. Darin rief er die Herrscher dazu auf, die paganen Kulte mit Stumpf und Stiel auszurotten: "Aber auch euch, allerheiligste Kaiser, wird die Verpflichtung, dieses Übel zu züchtigen und zu strafen, auferlegt, und dies wird euch durch das Gesetz des höchsten Gottes geboten, daß eure Strenge den Frevel der Idolatrie auf jede …

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Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Der Autor ist Kirchenhistoriker, informiert Wolfram Kinzig, und vor ein paar Jahren habe er ein Handbuch der kirchlichen Apologetik veröffentlicht, das mittlerweile zum Standardwerk geworden sei. Das Quellenbuch zum Handbuch liegt nun auch vor, zu einem Preis, der allerdings nur gut betuchte Leser oder institutionelle Stellen zum Kauf animieren dürfte. Vom Aufriss her folgt der Quellenband dem Handbuch, das heißt man kann die beiden Bände nebeneinander legen und beim jeweiligen Stichwort den Originaltext in guter Übersetzung nachlesen, ergänzt um eine Einleitung und Anmerkungen. Noch reizvoller erscheint es Kinzig, sich auf die Quellentexte allein einzulassen, und ironisierend merkt er an, wenn man eins dem Band vorwerfen müsse, dann dass er nicht umfangreich genug sei (800 Seiten!). Friedrowicz habe sich vor allem auf die Texte der frühen Christen konzentriert, die ihre Religion gegen den Paganismus verteidigten und ihrerseits heftige Anfälle der Intoleranz gegen die Heiden bekamen. Dennoch sei es unrichtig, resümiert Kinzig seine aufgefrischte Kenntnis der Quellen, das Christentum pauschal für Obskurantismus und Intoleranz gegenüber Andersgläubigen verantwortlich zu machen. Friedrowicz habe gute philologische Arbeit geleistet.

© Perlentaucher Medien GmbH
Michael Fiedrowicz, Dr. theol. habil., Professor für Kirchengeschichte des Altertums, Patrologie und Christliche Archäologie an der Theologischen Fakultät Trier.

Leseprobe zu "Christen und Heiden"

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