Die Apologia ist zweifellos einer der größten literarischen und
spirituellen Klassiker. Es ist eine Verteidigungsschrift, in der
der Autor über die Geschichte seiner Konversion berichtet.. Als
anglikanischer Theologe an der Universität von Oxford kämpfte er
zunächst gegen den beginnenden Liberalismus in der anglikanischen
Kirche. Er veröffentlichte Traktate, um den konservativen
anglikanischen Glauben zu begründen, wurde aber deshalb von den
Bischöfen stark angegriffen.
In einem langen und tiefgründigem Denkprozess erkennt John Henry
Newman, dass nur die römisch-katholische Kirche mit den
Entwicklungen in der Lehrmeinung auf der Lehre der Urkirche
basiert. Dies war der Beginn seiner Hinwendung zum katholischen
Glauben. Er beschreibt in der Apologia die ganze Tragik seines
Übertritts. Dieses Werk lässt John Henry Newman als sensiblen und
zurückhaltenden Menschen und großen Denker erkennen.
John Henry Newman war Geistlicher an der Universitätskirche St. Mary und Professor am Oriel College in Oxford. Sein Lebensprogramm war der Kampf gegen den religiösen Liberalismus und die Erneuerung der anglikanischen Staatskirche Englands. Nach Jahren intensiven Ringens und Betens trat er 1845 zur römisch-katholische Kirche über. Newmans Leben nach der Konversion war von Anfeindungen auf anglikanischer und Misstrauen auf katholischer Seite geprägt. Durch seine große Aufrichtigkeit, seine hohe Intellektualität und seine Veröffentlichungen erwarb sich Newman zunehmend Achtung und Respekt. Nach seiner Priesterweihe in Rom gründete er das erste Oratorium des hl. Philip Neri in Birmingham und wurde 1879 von Papst Leo XIII zum Kardinal ernannt. John Henry Kardinal Newman gehört zu den bedeutendsten Theologen und Glaubens-gestalten der Neuzeit und wird von vielen auch als "Kirchenvater der Neuzeit" bezeichnet.
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